Kabel-Aus

Primacom steht kurz vor der Insolvenz

Zukunft des Kabelnetzes ungewiss
Von Thorsten Neuhetzki
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Der TV-Kabel-Anbieter Primacom steht kurz vor der Insolvenz. Wie der Anbieter selbst mitteilte, haben in der vergangenen Nacht die Kreditgeber der PrimaCom-Gruppe Kreditforderungen in Höhe von rund 29,2 Millionen Euro gegen die PrimaCom AG, die nicht-operative Holding-Gesellschaft der Primacom Gruppe, fällig gestellt und "das Verfahren zur Verwertung des ihnen durch die Gesellschaft gewährten Pfandrechts über die Primacom Management GmbH" eingeleitet.

Die Primacom Management GmbH ist die Obergesellschaft des operativen Geschäfts der Primacom Gruppe. Die Primacom AG ist damit zahlungsunfähig. Die operativen Gesellschaften der Primacom Gruppe sind davon jedoch nicht betroffen, so dass deren Geschäft vollumfänglich weiter laufen kann. Sofern es nicht gelingt, innerhalb von wenigen Tagen mit den Kreditgebern eine Rücknahme dieser Maßnahmen zu vereinbaren, wird der Vorstand verpflichtet sein, für die Primacom AG Insolvenz anzumelden.

Wie es nach der Insolvenz weitergeht, ist noch unklar. Schon vor drei Jahren wollte Kabel Deutschland bei Primacom einsteigen. Das wurde jedoch vom Bundeskartellamt abgelehnt. Ob der Mitbewerber nun unter der veränderten Situation einen neuen Anlauf unternehmen kann, ist offen.

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