Pressemitteilung 23.04.2013

Neue Internet-Drosselung bei der Telekom schränkt Intensivnutzer ein

Andere Anbieter werden wohl mit ähnlichen Modellen folgen
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Berlin/Göttingen - Die Deutsche Telekom macht ernst und führt zukünftig für sämtliche DSL-Tarife eine Geschwindigkeitsdrossel ein: Ist ein bestimmtes Datenvolumen im Monat verbraucht, wird die Geschwindigkeit stark reduziert. Je höher die gebuchte Geschwindigkeit ist, desto mehr schnelles Volumen hat man zur Verfügung. Bei einem 16-Megabit-Anschluss liegt die Grenze beispielsweise bei 75 Gigabyte. "Wer seinen Internetanschluss zum gelegentlichen Videoschauen, E-Mails Checken und Surfen nutzt, der kommt mit 75 Gigabyte aus. Wer hingegen regelmäßig Filme streamt, Internetradio hört oder große Datenmengen in die Cloud, also einen Onlinespeicher überträgt, stößt damit schnell an Grenzen - erst recht, wenn ein Anschluss von mehreren Personen parallel und mit weiteren Geräten wie Smartphone oder Tablet genutzt wird", sagt Alexander Kuch vom Onlinemagazin www.teltarif.de. Das Telekom-eigene Fernsehangebot Entertain sowie die Telefonie werden nicht auf das Volumen angerechnet.

Ärgerlich: Unabhängig vom gebuchten Tarif wird standardmäßig auf langsame 384 Kilobit pro Sekunde gedrosselt. "Schöner wäre auch hier eine Staffelung, so dass in größeren Tarifen zum Beispiel wenigstens noch sechs Megabit zur Verfügung stehen. Damit ließen sich auch weiterhin Multimedia-Dienste wie Video-on-Demand nutzen, während das mit 384 Kilobit pro Sekunde nicht mehr möglich ist", so die Einschätzung von Kuch. Für Telekom-Kunden, die intensiv kostenpflichtige Dienste wie Lovefilm oder maxdome nutzen, heißt das: Entweder, sie schränken ihren Medienkonsum ein oder sie zahlen drauf, weil sie einen größeren Tarif oder eine Zusatzoption für mehr High-Speed-Traffic buchen müssen. "Inwieweit Verbraucher diesen Beschränkungen in Zukunft durch einen Anbieterwechsel entgehen können, bleibt abzuwarten. Es ist recht wahrscheinlich, dass andere Anbieter dem Beispiel der Telekom folgen", so Kuch.

Die neuen Bedingungen werden zum 2. Mai 2013 in die Leistungsbeschreibung für Neuverträge integriert. Wer bis dahin einen Vertrag abschließt, erhält ihn also noch zu den bisherigen Bedingungen. Wann die Drosselung dann technisch tatsächlich greift, hängt laut der Telekom von der "Verkehrsentwicklung im Internet" ab. Voraussichtlich wird sie aber nicht vor 2016 umgesetzt. Bestehende Verträge sind von den neuen Regelungen nicht betroffen.

Weitere Details und Einschätzungen finden Sie unter www.teltarif.de/telekom-festnetz-drosselung sowie einer dort verlinkten Folgemeldung.

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