Neuregelung

Kauf von Prepaidkarten: Das ändert sich ab 1. Juli

Ab 1. Juli wird der Kauf einer Mobilfunk-Prepaidkarte aufwändiger als bisher - sowohl für den Kunden, als auch für den Anbieter. Wir zeigen auf, was sich dank einer gesetzlichen Neuregelung ändert.
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Anonyme Mobilfunk-Prepaidkarten gab es in Deutschland auch bisher nicht. Käufer mussten stets ihre Personalien angeben. Je nachdem, auf welchem Weg die SIM-Karte erworben wurde, genügte es aber, online oder über ein automatisches Telefon-System die persönlichen Daten zu hinterlassen. Dabei wurde in der Regel nicht überprüft, ob der Kunde korrekte Angaben gemacht hat.

Damit ist jetzt Schluss, denn eine zum 1. Juli 2017 in Kraft getretende Änderung des Telekommunikationsgesetzes als Teil der Anti-Terror-Gesetze sieht vor, dass die Anbieter in Zukunft die Identität ihrer Käufer von Prepaid-Karten kontrollieren müssen. Für die Mobilfunk-Netzbetreiber, -Provider und -Discounter bedeutet die Neuerung vor allem eines: deutlich mehr Aufwand als bisher beim Verkauf einer Prepaid-SIM-Karte.

Wer eine Prepaidkarte kauft, muss somit seinen Ausweis vorlegen, um einen Nachweis über seine Identität zu erbringen. Vorher darf der Anbieter die SIM-Karten nicht mehr freischalten. Für die Kunden bedeutet das aber auch, dass Wertkarten nicht mehr einfach so weitergegeben werden sollten, wenn diese auf den eigenen Namen registriert wurden. Die Besitzer der Karten sind nämlich mit verantwortlich dafür, was mit den SIMs passiert.

Verfahren abhängig vom jeweiligen Anbieter

Ab Samstag Ausweispflicht beim Prepaidkarten-KaufAb Samstag Ausweispflicht beim Prepaidkarten-Kauf Wie das Identifikationsverfahren abläuft, kann von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein. Im Vorfeld des Inkrafttretens der gesetzlichen Neuregelung haben die meisten Telefongesellschaften ein Video-Ident-Verfahren angekündigt, das entweder am heimischen PC oder über eine Smartphone-App verwendet werden kann.

Beim Kauf im Shop eines Netzbetreibers oder Service-Providers ändert sich hingegen nicht viel. Hier haben auch bisher schon die Mitarbeiter vor Ort die Kundendaten erfasst. In anderen Fällen kann ein Post-Ident-Verfahren zum Einsatz kommen. Aldi Talk bietet zumindest bei Aldi Süd auch die Erfassung der Daten in der Filiale an. Bei Aldi Nord ist das wiederum nicht vorgesehen.

Spannend wird die Umsetzung der geänderten gesetzlichen Regelung in der Praxis. Wie wird welches Verfahren von welchen Anbietern angeboten und umgesetzt? Welche Lösungen werden von den Kunden wie angenommen? Und nicht zuletzt wird es spannend zu beobachten, inwieweit sich die Freischaltung einer Prepaidkarte durch den erhöhten Aufwand verzögert. In einer weiteren Meldung lesen Sie, wie Aldi-Talk-Neukunden bei der Registrierung sogar zusätzliches Datenvolumen bekommen können.

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