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Prepaid: Zusatz-Optionen laufen nach Guthaben-Aufladung weiter

Telekom Xtra Card: Flat-Option ruht bei zu geringem Guthaben nur
Von Mirko Schubert
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Nicht jede Option eines Prepaid-Tarifs endet automatisch, wenn nicht genügend Guthaben auf der Karte verfügbar ist. Das mussten bereits einige Nutzer der Xtra Card von der Telekom feststellen. Bei der Xtra Card ruhen in diesem Fall die Optionen wie etwa die Handy-Flat. Ist wieder ausreichend Guthaben vorhanden, bucht die Telekom ausstehende Beträge ab und die Option läuft weiter - inklusive der damit verbundenen monatlichen Kosten.

Für Prepaid-Kunden kann es verwirrend sein, dass nicht alle Prepaid-Anbieter bei Guthabenmangel einheitlich verfahren: In einigen Prepaid-Tarifen sieht der Anbieter eine Option automatisch als gekündigt an, wenn er die entsprechenden Kosten nicht vom Guthaben abbuchen kann. In diesem Fall muss der Kunde die Option selbst neu buchen, wenn er wieder für ausreichend neues Guthaben gesorgt hat.

Kostenkontrolle bei Prepaid-Optionen

Benachrichtigungs SMS Telekom Xtra CardBenachrichrigungs-SMS können Kunden verwirren. Wie viele andere Prepaid-Anbieter offeriert auch die Telekom zusätzliche Optionen wie etwa Internet- oder SMS-Flatrates. Mit der Xtra Handy Flat für knapp 10 Euro monatlich begrenzen insbesondere Smartphone-Besitzer ihre Kosten für mobile Datenübertragungen. So kann der Kunde Kostenschocks verhindern, etwa durch Apps, die im Hintergrund ständig Daten über das Internet austauschen.

Der monatliche Betrag der Xtra Handy Flat wird dabei direkt vom aufgeladenen Guthaben des Nutzers abgebucht. Verfügt er einmal nicht über genügend Guthaben, wird die Dienstleistung vorübergehend eingestellt. Bei einigen Prepaid-Anbietern muss der Kunde anschließend die Option neu buchen, wenn wieder ausreichend Guthaben vorhanden ist. So verfährt beispielsweise Fonic mit seinem Prepaid-Tarif Fonic Classic Internet.

Telekom: Option ruht bei fehlendem Guthaben

Die Telekom handhabt dies aber ein wenig anders: "Kann eine Option aufgrund von fehlendem Guthaben nicht gebucht werden, versucht unser System immer wieder, den ausstehenden Betrag der Option abzubuchen", sagt dazu Dirk Wende, Pressesprecher der Deutschen Telekom. "Sobald der Kunde ausreichend Guthaben auf das Konto seiner Xtra Card aufgeladen hat, wird die Option wieder aktiviert und anteilig für den Rest den Monats berechnet."

Auch mit seinem bestehenden Guthaben muss der Xtra-Card-Kunde vorsichtig umgehen. Denn auch wenn sein Guthaben anfangs nicht ausreicht, bucht die Telekom einen anteiligen Betrag für die Option zu einem späteren Zeitpunkt trotzdem ab. Hat der Nutzer beispielsweise am Anfang des Monats lediglich acht Euro auf seiner Prepaid-Karte, kann er die Xtra Handy Flat etwa eine Woche lang nicht nutzen. Obwohl er sein Guthaben nicht auflädt, wird ihm Internet-Flat dann aber am siebten Tag des Monats für 7,95 Euro unaufgefordert wieder bereitgestellt.

Verspätete Abrechnung von Optionen nicht rechtswidrig

Verwirrend dabei ist insbesondere eine automatisch verschickte SMS, in der sich das Unternehmen für die Aufladung seines Kontos bedankt und den Kunden darüber informiert, dass die Handy Flat nun wieder aktiv sei. Die Deutsche Telekom sieht sich dabei mit dieser Vorgehensweise im Recht. "Die Verrechnung des anteiligen Betrags mit seinem vorhandenen Guthaben ist ein ganz normaler Vorgang", sagt dazu Dirk Wende. Zudem sei in den Preislisten [Link entfernt] zu den Optionen der Xtra Card ausdrücklich darauf hingewiesen worden.

Auch die Verbraucherzentrale Hamburg sieht darin keine rechtswidrige Vorgehensweise. "Ganz grundsätzlich muss sich nicht nur der Anbieter, sondern auch der Kunde an die vertraglichen Bestimmungen halten, die vereinbart wurden", sagt dazu Anneke Voß von der Verbraucherzentrale. "Wenn eine Option 'Internetnutzung' vereinbart ist, muss sie natürlich auch bezahlt werden."

Dass der Kunde durch die verspätete Abrechnung seiner gebuchten Option jedoch gezwungen wird, sein Prepaid-Konto dennoch aufzuladen, um überhaupt wieder telefonieren und Kurznachrichten versenden zu können, sei laut Voß nicht ungewöhnlich. "Dass bei einer Guthabenkarte eine Leistung wie etwa Telefonieren nicht mehr in Anspruch genommen werden kann, wenn kein Guthaben vorhanden ist, ist das Wesen einer Prepaid-Karte."

Option kündigen ist einzige Alternative

Der Verbraucher könne sich jedoch vor unerwünschten Kosten schützen, indem er sich bereits vor Vertragsschluss über alle Bestimmungen des Vertrages informiert. Xtra-Card-Kunden, die nach der Buchung der Option auch einmal auf die Handy-Flat verzichten möchten, müssen die Leistung also rechtzeitig kündigen, um sie bei Bedarf wieder zu buchen. Die Kündigungsfrist beträgt lediglich einen Tag, die Option wird dann im nächsten Abrechnungszeitraum deaktiviert.

Jedoch sollte der Nutzer genau darauf achten, welche Kosten ohne diese Flatrate auf ihn zukommen. Wird die Option lediglich aufgrund fehlenden Guthabens abgeschaltet, fallen derzeit 19 Cent für jeden angefangenen 10-kB-Datenblock zusätzlich eines Tagesnutzungspreises zu 9 Cent an. Kündigt der Telekom-Kunde die Xtra Handy Flat, erhält er automatisch die Xtra Handy DayFlat, die mit 0,99 Euro pro Tag zu Buche schlägt. Wer auf das mobile Internet ganz verzichten möchte, sollte also in den Einstellungen seines Smartphones die mobile Datennutzung ausschalten.

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