Nachgefragt

Elektro-Märkte: Blockieren Handy-Störsender den Preis-Vergleich?

Media Saturn Holding dementiert Einsatz und BNetzA gibt Rat
Von Marleen Frontzeck-Hornke

Wer einen Preis-Vergleich mit dem Smartphone in einer Filiale eines Elektronik-Fachgeschäfts machen will, soll einem Bericht von RTL (im Teil 3 der Reihe) zufolge daran absichtlich gehindert werden. Unter dem Motto "Schnäppchen-Jagd und Preisvergleich dank Internet to go" hat der private Sender einen Bericht verfasst. In diesem wird gezeigt, dass seltsamerweise der Empfang immer dann ausfällt, wenn man versucht im Laden ein bestimmtes Gerät im Internet zu vergleichen. Dies soll kein Zufall, sondern eine Masche sein. Dabei handelt es sich angeblich um eingesetzte Mobilfunkstörsender. Demnach hat ein Insider gegenüber RTL ausgepackt. Dieser sagt, dass die Unternehmen im Geheimen agieren und die Smartphones Kunden mit Störsender bewusst lahm gelegt werden.

Dies kann man als Eingriff die Privatsphäre sehen - und wissen Verbraucher überhaupt davon? Durch einige Gespräche mit Personen wird im Bericht klar, dass sich diese natürlich wünschen, die Preise direkt im Laden per Smartphone vergleichen zu können.

"In unseren Märkten sind keine Störsender installiert"

Setzen Elektro-Märkte Störsender sein Setzen Elektro-Märkte Störsender sein?
Bild: O.M. - Fotolia.com
Wir haben bei den großen Elektronik-Fachgeschäften Saturn und Media Markt nachgefragt, was es mit den vermeintlich eingesetzten Mobilfunkstörsendern auf sich hat und folgendes Statement einer Sprecherin des Unternehmens der Media Saturn Holding erhalten: "Natürlich nutzen Kunden in unseren Märkten ihre Smartphones für einen Preisvergleich und diesem Preisvergleich stellen wir uns auch. Wir können Ihnen versichern, dass in unseren Märkten keine Störsender installiert sind, die den Mobilfunkempfang stören. Uns ist allerdings bewusst, dass aufgrund baulicher Gegebenheiten in manchen Märkten ggf. nur ein eingeschränkter Mobilfunkempfang möglich ist."

Das hat der Insider zu den Störsendern gesagt

Beim Insider soll es sich um einen Verkaufsleiter handeln. Dieser hat gegenüber RTL unter eidesstattlicher Erklärung folgende Aussagen getätigt und dessen Wahrheitsgehalt zu 100 Prozent versichert: "Der Hintergrund ist ganz einfach. Die Werbung ist immer wichtiger geworden für die einzelnen Supermärkte und Ketten und dementsprechend hat man immer versucht, der Beste am Markt zu sein. Hat dann auch damit geworben, der billigste Anbieter zu sein. Im Zeitalter des Smartphones, der Apps, dass so vor drei bzw. vier Jahren ganz akut angefangen hat, war das dann natürlich ein riesiges Problem. Es war dann natürlich für jeden möglich, dann immer und überall die Preise zu checken - innerhalb von Sekunden. Und dann fingen eben die Unternehmen an, sich Gedanken zu machen, wie kann man das nach Möglichkeit unterbinden. Und da ist natürlich so eine Geschichte mit einem Störsender eine ganz charmante Sache und einfache Lösung, sage ich mal."

Auf die Frage, ob es dahinter ein System gab oder ob es von ganz oben befohlen wurde sagt der Verkaufsleiter: "Ja, also die einzelnen Märkte haben da kein Mitspracherecht, egal in welchen Bereichen, sondern das kommt immer von der Spitze, von der Leitung." Es soll ein Auftrag von ganz oben gewesen sein, denn "der Marktleiter wusste nie Bescheid." Dem Insider zufolge sollen in einer Filiale bis zu fünf solcher Geräte eingesetzt werden.

Was die Bundesnetzagentur (BNetzA) bezüglich Mobilfunkstörsendern rät, erfahren Sie auf der nächsten Seite. Außerdem hat ein Spezialist den Einsatz eines solchen Gerätes demonstriert.

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