Ausprobiert

Powerline-Datenverbindung im Langzeit-Test

Wir haben untersucht, inwieweit eine Powerline-Datenverbindung eine echte Alternative zur Verlegung eines Netzwerkkabels ist. Dazu hatten wir das Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit zur Verfügung.

Wirklich zufriedenstellend war das Ergebnis nicht. In der Regel erreichten wir über die Powerline-Strecke Werte zwischen 40 und 50 MBit/s. Das reicht für den VDSL-25-Anschluss, an dem wir das Set betrieben haben, völlig aus, ist aber dennoch deutlich weniger als die bis zu 1,2 GBit/s, mit denen Devolo wirbt. Im Dauerbetrieb zeigte sich, dass die zuerst gemessenen Werte sogar das Maximum waren, die die Powerline-Strecke ermöglicht. Oft lag die Performance nur bei 20 bis 30 MBit/s, in seltenen Fällen waren die Geschwindigkeiten sogar noch geringer.

Verlassen sollte man sich auf die Bandbreite über Powerline-Verbindungen nicht Verlassen sollte man sich auf die Bandbreite über Powerline-Verbindungen nicht
Foto: teltarif.de
Zum Surfen im Internet hat der Internet-Zugang dennoch stets ausgereicht. Probleme gab es aber in Fällen, in denen eine durchgehende zuverlässige Internet-Verbindung erforderlich wäre. So kam es bei der Nutzung von Sky Go am Tablet und Notebook mehrfach zu massiven Aussetzern beim Bild- und Tonsignal. Dieses Problem trat in Bereichen des Hauses, die über WLAN direkt vom Router versorgt werden, nicht auf. Sprich: Der Fehler lag nicht an Sky und auch nicht an der Internet-Verbindung.

Neuer Versuch mit geänderter Konfiguration

In einem weiteren Schritt haben wir die Devolo-Basisstation mit einem anderen Router im Hausnetz verbunden, das dLAN 1200+ WiFi ac aber dort belassen, wo es zuvor schon in Betrieb war. In dieser Konstellation war die Performance deutlich besser. Im ersten Test nach Inbetriebnahme der neuen Powerline-Verbindung lag die Übertragungsgeschwindigkeit bei etwa 180 MBit/s und auch in der Folge haben wir meist zwischen 150 und 200 MBit/s gemessen.

Allerdings zeigte sich auch weiterhin, dass Powerline keine hundertprozentig zuverlässige Verbindung ist. In der Spitze erreichten wir sogar Geschwindigkeiten von bis zu 220 MBit/s. In Ausnahmefällen ging die Performance aber bis auf etwa 7 MBit/s herunter. Der Hintergrund dieses Effekts dürfte in Störeinflüssen auf der eigentlich für die Stromzufuhr gedachten Leitung zu suchen sein. Vergleichbare Performance-Schwankungen hatten wir bereits vor einigen Jahren bei Powerline-Tests festgestellt.

Wir haben nach der Neukonfiguration erneut die Wiedergabe von Video-Streams in HD-Qualität über Sky Go und Zattoo getestet. Dieses Mal gab es keine Aussetzer und wir konnten auch über einen längeren Zeitraum am Tablet und Notebook beispielsweise die Spiele der Fußball-Bundesliga verfolgen.

Powerline nur bedingt Alternative zu echter Kabelverbindung

Devolo-App für Android und iOS verfügbar Devolo-App für Android und iOS verfügbar
Foto: teltarif.de
Unser Test hat gezeigt, dass es sich bei der Powerline-Nutzung lohnen kann, mehrere Standorte innerhalb der zu versorgenden Wohnung auszuprobieren. Dabei kann es zu massiven Unterschieden bei der Qualität der Datenverbindung kommen. Allerdings dürften viele Nutzer gar nicht die Möglichkeit haben, beispielsweise mehrere verschiedene Router als Basis auszuprobieren.

Eine wirklich verlässliche Verbindung ist die Powerline-Strecke nicht, wie sich an den von uns beobachteten Performance-Schwankungen gezeigt hat. Somit ist die Technik kein echter Ersatz für die Verlegung eines Netzwerkkabels, die aber nicht in allen Fällen möglich ist. Im Rahmen einer weiteren Meldung haben wir bereits untersucht, welche Funkstörungen die Powerline-Technik verursacht.

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