Ansturm

0700-Kündigung: Wechsel-Ansturm sorgt für Probleme

Da der Vorgang nur selten vorkommt, werden viele Sonder­num­mern rein manuell neu einge­schaltet oder portiert. Die 0700-Kündi­gung durch Telekom und 1&1 hat einen uner­war­teten Nach­fra­ge­schub erzeugt.

Offenbar hat die Kündi­gung des Hostings von 0700-Rufnum­mern durch die Deut­sche Telekom und durch 1&1 doch eine größere Wech­sel­welle ausge­löst. Das berichtet der Anbieter Tele­flash, der offenbar als einziger Anbieter derzeit ein grund­ge­büh­ren­freies Nummern-Hosting-Tarif-Modell anbietet und daher auf beson­ders große Reso­nanz stoßen dürfte.

Tele­flash betreibe nach eigenen Angaben "ein komplett eigenes redun­dantes Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­netz in Deutsch­land." Die Schal­tung von Servi­ce­ruf­num­mern und vor allem die Portie­rung von Rufnum­mern werde bei den meisten Carriern manuell durch­ge­führt, denn "Kunden ziehen relativ selten um oder schalten relativ selten neue Rufnum­mern." Das hat sich nun mit der Kündi­gung der Hosting-Verträge durch Telekom und 1&1 geän­dert, teilt der Anbieter mit, "auf den unan­ge­kün­digten Massen­an­sturm waren wir jetzt nicht vorbe­reitet".

Verwir­rung um den Verbleib von Rufnum­mern

Telekom und 1&1 hosten keine 0700-Nummern mehr. Das hat zu einer gesteigerten Nachfrage bei den verbleibenden Anbietern geführt Telekom und 1&1 hosten keine 0700-Nummern mehr. Das hat zu einer gesteigerten Nachfrage bei den verbleibenden Anbietern geführt
Logos: Anbieter, Foto/Montage: teltarif.de
Und schon traten Probleme auf. So habe 1&1 manche Rufnum­mern nicht - wie gewünscht - zu Tele­flash, sondern fälsch­li­cher­weise zu einem ganz anderen Carrier portiert. 0700-Rufnum­mern, die früher bei anderen Carriern (also weder bei 1&1 noch der Deut­schen Telekom) gehostet waren, sind im dama­ligen Ablauf "nicht korrekt abge­schaltet" worden.

Bei der Wieder­an­schal­tung traten somit Probleme auf. Nach Rück­sprache mit den jewei­ligen Carriern und teil­weise unter Einschal­tung der Bundes­netz­agentur konnten die "Fehl­por­tie­rungen" oder "Fehl­schal­tungen" weit­ge­hend aufge­löst werden, teilte Tele­flash mit.

Aber auch im internen Ablauf bei Tele­flash kam es zu Problemen, räumt das Unter­nehmen selbst­kri­tisch ein. Teil­weise hätten Kunden keine Benach­rich­ti­gungs-E-Mail erhalten oder Kunden in den Premium-Tarifen können ihre Rufnummer noch nicht selb­ständig admi­nis­trieren. Wer davon betroffen ist, soll sich mit dem Support von Tele­flash in Verbin­dung setzen, Premi­um­kunden werde für Juli/August keine Grund­ge­bühr berechnet.

Weiter­be­rech­nung nach Abschal­tung durch Telekom?

In einzelnen Fällen soll es sogar vorge­kommen sein, dass die Telekom einst bei ihr gehos­tete Rufnum­mern weiter­be­rechnet habe, obwohl diese Nummern längst zu einem neuen Anbieter portiert wurden. Damit ehema­lige Telekom-Kunden ihre Telekom-Rech­nung auf Rich­tig­keit prüfen können, hat Tele­flash allen Kunden noch­mals eine E-Mail mit dem Portie­rungs­datum zuge­schickt, auch wenn diese Nummer schon längst umge­schaltet wurde.

Für die erfolg­reich portierte 0700-Rufnummer des Autors trifft dies übri­gens nicht zu. Sie wurde von der Telekom tag genau und korrekt bis zum erfolg­rei­chen Umschalt­termin abge­rechnet.

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