#NoNotruf

#NoNotruf: Polizei twittert über­flüssige Anrufe bei der 110

Wer die Uhr­zeit wissen will oder sich über eine zugelaufene Katze wundert, wählt in Berlin schon einmal den Notruf. Die Polizei hat die über­flüssigen, aber auch unter­haltsamen Anrufe dokumentiert.
Von dpa / David Rist
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Eine einwöchige Online-Kampagne hat der Berliner Polizei große Aufmerksam­keit für den häufigen Miss­brauch des 110-Notrufs eingebracht. Die beim Kurz­nachrichten­dienst Twitter dokumentierten Anrufe unter dem Stich­wort #NoNotruf seien bis Freitag­mittag insgesamt 4,5 Millionen Mal gelesen worden, sagte Yvonne Tamborini vom Social-Media-Team der Polizei. "Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz."

Die Reaktionen anderer Nutzer auf Anrufe wie "Der Laden­betreiber will meine Pfand­flaschen nicht annehmen, der muss die doch zurücknehmen" schwankten zwischen Belustigung und Entsetzen. "Tolle Kampagne", twitterte am Freitag auch das Bundes­innen­ministerium.

Für Fragen an die Polizei gibt es Alternativ­nummern

Der Twitteraccount der Polizei Berlin ist auf einem Bildschirm in Berlin zu sehen.Der Kurznachrichtendienst Twitter wird von der Berliner Polizei immer häufiger als Sprachrohr benutzt Die Beamten wiesen auch auf Alternativ­nummern hin: Für Fragen an die Polizei, die nichts mit Not­fällen zu tun haben, gibt es zum Beispiel ein rund um die Uhr besetztes Bürger­telefon. Fragen kann man zudem bei der Internetwache stellen, oder man wendet sich an die Abschnitte.

Laut Tamborini bemerkt die Einsatz­zentrale bereits "einen gewissen Rückgang" bei un­nötigen Notrufen. In 30 Fällen von Montag bis Donnerstag habe es Anzeigen wegen vorsätzlichen Notruf-Miss­brauchs gegeben - wenn zum Beispiel grundlos ein Einsatz provoziert wird. Die Polizei beklagt schon länger, dass viele Anrufer aus Spaß oder Unwissen­heit die Notruf-Nummer wählen. Sie blockieren so kurzzeitig eine der Telefon­leitungen und sorgen für Warte­zeiten bei echten Not­fällen. Von rund 1,3 Millionen Notrufen im Jahr gibt es laut Polizei bei 300 000 keinen Grund für einen Polizei­einsatz. Das sind im Schnitt 820 über­flüssige Anrufe pro Tag.
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