Ausprobiert

Test: Vom Smartphone auf Festplatte und USB-Stick zugreifen

Daten von USB-Sticks, Festplatten und großen Speicherkarten kann der PNY Wireless Media Reader mit eingebautem WLAN-Hotspot auf bis zu fünf Smartphones und Tablets gleichzeitig bringen. Wir haben das Gerät getestet.

PNY Wireless Media Reader mit Zubehör PNY Wireless Media Reader mit Zubehör
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch
Im Lauf eines Lebens sammeln sich unzählige persönliche Daten auf internen und externen Festplatten, USB-Sticks, Speicherkarten und mobilen Geräten. Am Computer oder Laptop konnte man meist schnell auf diese Daten zugreifen, doch bei einigen Nutzern haben mittlerweile Smartphone und Tablet den Computer in vielen Fällen ersetzt.

Trotzdem kann es wichtig werden, mit dem Smartphone auf all diese verstreut liegenden Daten wie Office-Dokumente, Fotos und Musik zuzugreifen. Doch der interne Smartphone-Speicher ist begrenzt und viele Smartphone-Hersteller spendieren ihren Geräten keinen microSD-Slot. Selbst dann müssten die Daten zuvor wieder mühsam am Computer auf die microSD oder den internen Smartphone-Speicher kopiert werden.

PNY Wireless Media Reader mit Zubehör PNY Wireless Media Reader mit Zubehör
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch
Ein Ausweg können Cloud-Dienste sein, doch erstens ist hier der Speicherplatz in der Regel begrenzt und die Datensicherheit bei einem Serverstandort außerhalb Europas nicht gewährleistet. Eine Zeitlang gab es externe SSDs, auf die man vom Smartphone aus per WLAN zugreifen konnte (Kingston Wi-Drive im teltarif.de-Test), doch diese sind praktisch vom Markt verschwunden.

Noch erhältlich ist allerdings der PNY Wireless Media Reader, der schon seit einiger Zeit auf dem Markt ist. Er will eine Brücke sein, um vom Smartphone aus auf Festplatten, Speicherkarten und USB-Sticks zuzugreifen. Wir haben das Gerät, das im Handel rund 20 Euro kostet, getestet. PNY Wireless Media Reader mit LED auf der Oberseite PNY Wireless Media Reader mit LED auf der Oberseite und SD-Kartenslot
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

So ist der PNY Wireless Media Reader ausgestattet

Der PNY Wireless Media Reader ist eine kleine schwarze Box mit den Maßen 95 mal 65 mal 14 Millimeter, die 94 Gramm wiegt. Das Gehäuse ist außen leicht gummiert, rutscht also nicht leicht aus der Hand. In der Verpackung befinden sich außer dem Hotspot ein Micro-USB-Kabel, ein microSD-auf-SD-Adapter, ein Stoffbeutel für den Transport und eine Schnellstartanleitung.

Reset-Taste, USB-Port und Micro-USB-Anschluss Reset-Taste, USB-Port und Micro-USB-Anschluss
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch
Auf der Oberseite des Medienlesegeräts liegt der Einschaltknopf, daneben befinden sich drei LED für Power/Batterie, WLAN und Internetverbindung. Auf der schmalen Vorderseite liegt der SD-Kartenslot, in den eine handelsübliche SD-Karte oder per Adapter auch eine microSD eingesteckt werden kann. An den USB-2.0-Port an der hinteren Schmalseite können Festplatten, USB-Sticks oder andere kompatible Speichermedien angeschlossen werden. Der Micro-USB-Port dient ausschließlich zum Laden des eingebauten Akkus, und per Reset-Knopf kann das Gerät in den Auslieferungszustand gesetzt werden.

Ein Steckernetzteil vermissten wir allerdings beim PNY Wireless Media Reader, das Gerät muss also entweder per USB an einem Computer aufgeladen werden oder der Nutzer muss ein Smartphone-Ladegerät besitzen. Typenschild mit WLAN- und Login-Daten Typenschild mit WLAN- und Login-Daten
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Ersteinrichtung und App-Installation

Nach dem Einschalten des PNY Wireless Media Reader passiert naturgemäß erst einmal wenig, das Gerät baut lediglich einen WLAN-Hotspot auf. Im Test mussten wir zuerst die kompatiblen Apps für Android-Geräte und das iPhone aus den Appstores herunterladen, die dort unter "Wireless Media Reader" zu finden sind.

Vor dem Starten der App mussten wir dann das WLAN des Media Readers auswählen - dieses hieß in unserem Fall "WMR-6E26". Das WLAN-Passwort und die Zugangsdaten für die Weboberfläche stehen auf dem Typenschild auf der Unterseite des Geräts. Das voreingestellte WLAN-Passwort ist acht Mal die Ziffer 1. Unterstützt wird der Standard 802.11b/g/n mit WPA2-Verschlüsselung.

Login zur Weboberfläche ohne Kennwortschutz Login zur Weboberfläche ohne Kennwortschutz
Screenshot: teltarif.de / Alexander Kuch
Nun standen wir vor dem Problem, dass unser Android-Phone und das iPhone mit dem Hotspot des PNY Wireless Media Readers verbunden und damit vom Internet getrennt waren. Der PNY-Hotspot hat dafür aber eine Lösung parat, er besitzt nämlich eine WLAN-Bridge. Für die Konfiguration der WLAN-Bridge war die beiliegende Kurzanleitung allerdings keine Hilfe - es ist ein echter Fehler von PNY, dass nirgendwo die IP-Adresse der Konfigurationsoberfläche hinterlegt ist.

Schließlich half uns unser Android-Gerät: Es stellte fest, dass wir im PNY-Hotspot keine Internetverbindung hatten und empfahl die Option "Im Netzwerk anmelden", die man von passwortgeschützten WLAN-Hotspots in Cafés oder der Bahn kennt. So fanden wir heraus, dass die IP-Adresse der Weboberfläche die 10.10.10.254 ist. Der Benutzername ist "admin", ein Passwort ist nicht vergeben, der Nutzer sollte dies aber zur Sicherheit nachholen und bei der Gelegenheit auch gleich den Benutzernamen ändern.

Homescreen der Weboberfläche Homescreen der Weboberfläche
Screenshot: teltarif.de / Alexander Kuch
Im Hauptbildschirm der Weboberfläche gibt es rechts unten den Punkt "Einleitung" - spätestens an dieser Stelle ist klar, dass PNY das Menü an vielen Stellen etwas schlampig auf Deutsch übersetzt hat. Im Rahmen dieser Einrichtung sucht der Reader nach WLAN-Hotspots in der Nähe. Nun muss das Passwort für den eigenen WLAN-Zugang eingegeben werden. Dann benötigt der PNY-Hotspot rund zwei Minuten, um die Einstellungen zu speichern und sich selbst neu zu starten. Hat alles funktioniert, leuchtet nun auf der Oberseite des Geräts die LED mit dem Weltkugelzeichen für die Internetverbindung auf. Der PNY Wireless Media Reader gibt nun das Internetsignal an verbundene Geräte weiter. Der eigene WLAN-Hotspot des Geräts Der eigene WLAN-Hotspot des Geräts
Screenshot: teltarif.de / Alexander Kuch

Speicherzugriff und Medienwiedergabe im Test

Auf den WLAN-Hotspot des PNY Wireless Media Reader können maximal fünf Geräte gleichzeitig zugreifen. Im Test probierten wir nun verschiedene Speichermedien aus. In den SD-Kartenslot steckten wir die SD-Karte unserer Digitalkamera, am USB-Port stöpselten wir abwechselnd einen USB-Stick und eine externe magnetische Festplatte ohne eigene Stromversorgung an. Dies funktionierte alles ohne Probleme, die externe Festplatte wurde vom PNY Wireless Media Reader ausreichend mit Strom versorgt.

Auch mit unserem Laptop klinkten wir uns in den Hotspot ein. Hier mussten wir dann in der Konfigurationsoberfläche den Menüpunkt "Disk" aufrufen. In einer Explorer-artigen Oberfläche konnten wir mit einem internen Bildbetrachter dann die Fotos ansehen oder Film- und Office-Dokumente auf das Laptop herunterladen.

Analog erfolgt der Dateizugriff vom Smartphone aus. Die iPhone-App war bei uns auf Englisch, die Android-App auf Deutsch gehalten. Unter "Anz." befindet sich der Dateiexplorer, hier werden alle eingesteckten oder angeschlossenen Speichermedien aufgelistet. Fotos können direkt in der App mit einem Bildbetrachter angeschaut werden, alle anderen Dateien werden in der jeweiligen App des Smartphones geöffnet (Videoplayer, PDF-Reader, Office-App usw.). Die Speichermedien müssen übrigens mit dem Dateisystem FAT32 formatiert sein - bei NTFS-Laufwerken kann es Probleme beim Dateizugriff geben.

Konfiguration der WLAN-Bridge Konfiguration der WLAN-Bridge
Screenshot: teltarif.de / Alexander Kuch
Unter dem Menüpunkt "Verw." gibt es die Möglichkeit, Dateien zu kopieren, einzufügen und zu löschen. Wirklich flüssig reagiert hat die App dabei allerdings nicht. Einerseits ist dies von der Geschwindigkeit der verwendeten Flash-Speichermedien abhängig. Im Test mussten wir allerdings feststellen, dass sowohl die Apps als auch die Weboberfläche sich mitunter eine "Gedenksekunde" genehmigen, bevor sie wieder reagieren. In seltenen Fällen konnten die Apps die angeschlossenen Speichermedien nicht mehr finden - dann half nur noch ein Neustart des Hotspots.

Schließlich wollten wir den PNY Wireless Media Reader im Test einmal etwas strapazieren und griffen mit drei Geräten gleichzeitig darauf zu. Mit dem iPhone spielten wir einen Film vom angeschlossenen USB-Stick ab. Auf dem Android-Phone starteten wir gleichzeitig einen anderen Film auf demselben Stick, wechselten dann aber zwischendurch zur Fotowiedergabe auf die eingelegte SD-Karte. Mit dem Laptop luden wir Office-Dokumente herunter, die sich auf dem USB-Stick befanden. All das bewerkstelligte der PNY Wireless Media Reader mit der bereits erwähnten "Gedenksekunde", danach lief aber alles problemlos, auch die gleichzeitige Wiedergabe mehrerer Filmdateien. Android-App mit Bildbetrachter Android-App mit Bildbetrachter
Screenshots: teltarif.de / Alexander Kuch

Akkulaufzeit und weitere Funktionen

Der integrierte Lithium-Polymer-Akku hat eine Kapazität von 2000 mAh, was nicht sonderlich viel ist, für die Preisklasse von 20 Euro aber in Ordnung geht. Nach unserer Einschätzung hält der PNY Wireless Media Reader rund vier bis fünf Stunden damit durch, also ein Kinofilm sollte möglich sein. PNY selbst gibt als maximale Laufzeit fünf Stunden an, bevor der Akku wieder geladen werden muss.

Der PNY Wireless Media Reader kann natürlich auch als ganz regulärer SD-Speicherkartenleser an einem Laptop betrieben werden. Die USB-Schnittstelle besitzt darüber hinaus eine Ladefunktion. Ist der Akku des Smartphones leer, kann somit Energie aus dem PNY Wireless Media Reader nachgetankt werden. Je nach Kapazität des Smartphone-Akkus reicht dies aber gegebenenfalls nicht für eine komplette Akkuladung.

Fazit

Der PNY Wireless Media Reader ist eine gute und günstige Möglichkeit, um von Smartphone oder Tablet aus schnell auf Datenträger wie USB-Sticks, -Festplatten und SD-Karten zuzugreifen. Außerdem können dort natürlich auch Daten vom Smartphone abgelegt werden, um den internen Speicher des Smartphones freizuschaufeln. Dank WLAN-Bridge besteht weiterhin eine Internetverbindung.

Kleinere Einschränkungen sind die Inkompatibilität mit NTFS-Laufwerken, und auch die Apps sowie die Medienoberfläche genehmigen sich manchen Aussetzer. Der Akku hält knapp fünf Stunden durch, und bis zu fünf Leute können gleichzeitig auf den Hotspot zugreifen.

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