Google Pixel 2

Touch me: Pixel 2 mit sensitiver Rückseite?

Ein großes Problem das viele momentan im Smartphone-Markt sehen ist eine zu geringe Innovationskraft, der Google eventuell mit dem Pixel 2 entgegenwirken könnte. Zumindest, wenn ein aufgetauchtes Patent umgesetzt wird.
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Dass Google dieses Jahr Nachfolger für seine Pixel-Smartphones vorstellen wird ist bereits sicher. Welche Technik in den Geräten Pixel 2 und Pixel 2 XL verbaut sein könnte ist auch weitest­gehend bekannt. Zuletzt hieß es auch, dass das Design der ersten Pixel-Generation zumindest bei dem kleinen Modell von HTC wieder zum Einsatz kommt.

Nun bringt aber ein neu aufgetauchtes Patent von Google neue Würze in die Sache, denn dieses beschreibt eine echte Neuerung für Android-Smartphones. Laut dem Patent soll die Rückseite eines Smartphones eine berührungs­empfindliche Stelle haben, die wie eine Art Touchpad funktioniert. Damit könnte man das Smartphone bedienen, ohne das der Blick auf das Display versperrt ist.

Der Patent­beschreibung zufolge scheint sich die Funktionalität des Touchpads je nach im Vordergrund befindlicher App zu ändern.

Google-Patent für Smartphone-Touchpad
Schematische Darstellung des rückseitigen Touchpads für Smartphones

Google will innovativ sein

Im Prinzip könnte man das Touchpad als eine Weiter­entwicklung der Fingerabdruck­sensoren verstehen, die mittels Gesten­erkennung den Mehrwert des Sensors über das bloße Erkennen von Finger­abdrücken hinaus erweitern. Derartige Funktionalität steckt unter anderem in den Sensoren der Android-Smartphones Pixel, Pixel XL sowie diversen Huawei- und Honor-Modellen.

Interessant ist, dass das Patent selbst noch aus der Zeit zu stammen scheint, als Motorola noch zu Google gehörte. Das für die schematische Zeichnung verwendete Smartphone hat eindeutig Designzüge von Motorola-Smartphones wie dem Moto X2 und Nexus 6. Der einstige US-Hersteller wurde 2011 von Google für 12,5 Milliarden US-Dollar gekauft, um 2014 wieder an Lenovo verkauft zu werden. Lediglich die Patente von Motorola behielt Google für sich, woraus das jetzt publik gewordene Patent durchaus stammen könnte.

Eingereicht wurde das Patent selbst letztes Jahr im Juni. Letzte Woche hat das United States Patent and Trademark Office kurz USPTO dem Patentantrag zugestimmt und Google das Patent zugesprochen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es auch tatsächlich in naher Zukunft wie den neuen Pixel-Geräten zum Einsatz kommt. Nicht selten werden Technologien und Prinzipien patentiert, nur um sich diese an sich zu sichern. Jedes größere Unternehmen hat hunderte wenn nicht gar Tausende Patente, die ungenutzt in irgendwelchen Schubladen liegen.

Idee ist nicht neu

Was jedoch auf den ersten Blick revolutionär klingt und von manchem sicherlich bereits im kommenden Google Pixel 2 und Pixel 2 XL gesehen wird, ist nüchtern betrachtet aber nicht neu. Schon 2013 versuchte sich das chinesische Unternehmen Oppo an diesem Konzept. Das damals neu vorgestellte Oppo N1 besaß eine etwa 12 Quadrat­zentimeter große Fläche auf der Rückseite, die ganz simpel O-Touch getauft wurde. Über verschiedene Wisch­gesten konnte so der Cursor beim Schreiben neu positioniert werden, durch die Galerie-App oder eine Website gescrollt oder auch die Kamera-App bedient werden.

Bereits im Nachfolger Oppo N3 hatte die Technologie schon wieder ausgedient und gegen einen simplen Fingerabdruck­sensor ersetzt. Anscheinend stieß die Funktion nicht auf sonderlich viel Gegenliebe und blieb ungenutzt im Gerät. Man könnte auch meinen, dass der große Durchbruch durch die fehlende Unterstützung einer weltweit bekannten Marke fehlte. Sollte Google daher sich dem Thema Touchpad auf der Rückseite zuwenden, könnte die Technologie durchaus eine Renaissance erleben.

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