Betrug

BNetzA bekämpft Ping-Anrufe aus Weißrussland

Ping-Anrufe mit ausländischen Nummern kommen immer noch häufig vor - sie sollen bei Handy-Kunden eine hohe Rechnung provozieren. Die Bundesnetzagentur kämpft nun gegen Anrufe aus Weißrussland.
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Das Handy klingelt ein- oder zweimal, danach ist Ruhe. In der Anrufliste erscheint eine unbekannte Nummer: Schnell zurückrufen und fragen, was der Grund des Anrufes war? Ohne einen genauen Blick auf die angewählte Nummer kann dies teuer werden.

Derartige Ping-Anrufe kommen immer noch viel zu oft vor. Das Problem dabei ist, dass bei einem Rückruf in der Regel kein sinnvolles Telefonat zustandekommt - höchstens mit einer Anrufmaschine, die den Nutzer möglichst lange in der Leitung halten will. Die Bandansagen können laut der Bundesnetzagentur mehrere Euro pro Minute kosten. Die Verbrecher profitieren dabei von den generierten Verbindungsentgelten. Und die Reklamation der Verbindungskosten beim eigenen Handy-Provider kann mühsam sein.

Bundesnetzagentur ergreift weitere Maßnahmen zur Bekämpfung.

Die BNetzA kämpft gegen Ping-Anrufe aus WeißrusslandDie BNetzA kämpft gegen Ping-Anrufe aus Weißrussland Die Bundesnetzagentur ist erneut gegen Ping-Anrufe vorgegangen und hat die Rechnungslegung und Inkassierung für Verbindungen zu mehreren Rufnummern aus Weißrussland untersagt. Offenbar haben sich knapp 300 Verbraucher bei der Bundesnetzagentur über die Anrufe beschwert.

Die Behörde hat nun verfügt, dass Mobilfunknetzbetreiber ihren Kunden die Kosten, die durch die Anwahl dieser weißrussischen Rufnummern entstanden sind, nicht mehr in Rechnung stellen dürfen. Sollten Verbraucher bereits derartige Rechnungen erhalten haben, dürfen die Anbieter diese Forderungen nicht mehr eintreiben. Haben Mobilfunkkunden bereits Rechnungen bezahlt, sollten sie laut der Bundesnetzagentur mit Unterstützung der Verbraucherzentralen versuchen, das Geld zurückzufordern.

Durch das Verbot der Abrechnung dieser Verbindungen soll das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv gemacht werden. Das Problem besteht darin: Die weißrussischen Nummern haben eine große Ähnlichkeit mit Vorwahlen in Sachsen. Die Mobilfunkkunden gehen davon aus, dass sie einen Anruf von einer deutschen Ortsnetzrufnummer erhalten haben und rufen ohne Nachdenken zurück. Die Vorwahl von Weißrussland +375 oder 00375 ähnelt der deutschen Vorwahl 0375. Unter der 0375 sind in Deutschland die Städte Lichtentanne, Sachs, Oelsnitz/Erzgebirge, Steinpleis, Stenn, Wilkau-Haßlau und Zwickau erreichbar.

Verbraucher, die ebenfalls von Ping-Anrufen betroffen sind, können sich unter bundesnetzagentur.de/rufnummernmissbrauch bei der Behörde melden.

Beschwerdeaufkommen geht offenbar zurück

Knapp 8000 Beschwerden sind insgesamt von Januar bis Ende April 2018 bei der Bundesnetzagentur eingegangen, in den Monaten Oktober bis Dezember 2017 waren es noch 61 000 Beschwerden. Obwohl dies ein starker Rückgang ist, bleibt das Phänomen also weiterhin ein Problem für tausende Verbraucher.

Im Dezember hatte die Behörde angeordnet, dass in Mobilfunknetzen eine kostenlose Preisansage für bestimmte internationale Vorwahlen geschaltet werden muss. Der Anrufer erfährt so zu Beginn des Telefonats, dass er eine hochpreisige ausländische Rufnummer anwählen wird. Diese Länderliste wurde im März um weitere Ziele erweitert.

Die Bundesnetzagentur rät Verbraucher grundsätzlich davon ab, ausländische Rufnummern zurückzurufen, wenn kein Anruf aus den entsprechenden Ländern erwartet wird oder wenn der Kontakt nicht bekannt ist.

Internationale Vorwahlen sind grundlegend für Roaming und Auslandstelefonate. Bei uns finden Sie die internationalen Vorwahlen für die Staaten dieser Welt.

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