DAB+ regional

Pilotprojekt: DAB+-Radioprogramme regional abbilden

In Bayern ist ein Pilot­projekt gestartet, um loka­lisierte Programm­inhalte auf bestehenden DAB+-Kapa­zitäten auszu­strahlen. Radio chari­vari Regens­burg kann auf diesem Weg fünf Fenster ausstrahlen.

Die Baye­rische Landes­zentrale für neue Medien (BLM) und der Privat­sender Radio chari­vari Regens­burg haben ein Pilot­projekt zur Regio­nali­sierung von DAB+-Programmen gestartet. chari­vari ist der lokale Radio­sender für Regens­burg, Nieder­bayern und die Ober­pfalz im Funk­haus Regens­burg.

Der Programm­anbieter stand vor der Aufgabe, die lokalen Inhalte von fünf UKW-Teil­gebieten über nur drei digi­tale Programm-Kapa­zitäten abzu­bilden. Dies wird mit Hilfe einer dyna­mischen Rekon­figu­ration durch eine halb­stündig wieder­kehrende Neuzu­ordnung der fünf Lokal­programme auf die drei DAB+-Kapa­zitäten erreicht. Einer­seits können nun die Regio­nalpro­gramme analog zum UKW-Sende­signal indi­viduell ausge­steuert werden. Ande­rerseits wird die DAB+-Verbrei­tung für den Privat­funk damit wirt­schaft­licher, weil nur drei digi­tale Sende­signale für fünf Sende­gebiete einge­setzt werden müssen.

Glei­ches Prinzip wenden auch die Privat­radios SAW und Radio Brocken in Sachsen-Anhalt an, um ihre Regio­nalfenster landes­weit in Sachsen-Anhalt zu verbreiten. Zuvor nutzte das Fußall­radio 90elf das Band­brei­tenma­nage­ment, um bis zu fünf Bundes­liga­spiele parallel auf DAB+ zu über­tragen.

DAB+ biete große Chancen für Lokal­sender

Radio Charivari Regensburg gibt es nun in fünf Versionen auf DAB+ Radio Charivari Regensburg gibt es nun in fünf Versionen auf DAB+
Screenshot: Michael Fuhr
"Seit fast 30 Jahren erreicht chari­vari seine Hörer in Cham, Schwan­dorf, Kelheim, Neumarkt und Regens­burg mit regio­nalen Infor­mationen", erklärt Geschäfts­führer Martin Schelauske. "Die Verbrei­tung von chari­vari auf DAB+ ist einer der wich­tigsten Bausteine in einer umfas­senden Digi­talstra­tegie des Funk­haus Regens­burg. Als Teil dieser Stra­tegie ist chari­vari nun in der Lage, mittels der dyna­mischen Rekon­figu­ration indi­vidu­elle DAB+-Sende­signale ziel­grup­penge­recht auszu­spielen."

Dr. Thorsten Schmiege, Geschäfts­führer der Baye­rischen Landes­zentrale für neue Medien (BLM), ergänzt: "Das Pilot­projekt ,dyna­mische Rekon­figu­ration in DAB+‘ ist ein beein­druckender Beleg für die Inno­vati­onskraft von Lokal­radio in Bayern." Es mache vor allem zwei wesent­liche Punkte ganz deut­lich, so Schmiege: "Erstens: DAB+ bietet große Chancen gerade für Lokal­sender. Das sollte auch die letzten DAB+-Skep­tiker über­zeugen. Und zwei­tens: Mit Inno­vati­onsbe­reit­schaft und tech­nischem Know How können die Lokalen das große Poten­zial von DAB+ so richtig nutzen!"

Er ist davon über­zeugt: "Der baye­rische Weg beim terres­trischen Digi­talradio mit einem engen Schul­terschluss von Frei­staat, Landes­zentrale mit privatem aber auch öffent­lich-recht­lichem Rund­funk war von Anfang an der rich­tige Weg. Dies stärkt vor allem auch den Lokal­funk in der digi­talen Welt und macht ihn damit zukunfts­fähig."

Sende­gebiet erwei­tert

Das Sende­gebiet und die Verfüg­barkeit von chari­vari wird durch die DAB+-Verbrei­tung auf die gesamte Ober­pfalz und weite Teile Nieder­bayerns erwei­tert. Der Radio­empfang wird wesent­lich verbes­sert. Der inten­sive Einsatz der dyna­mischen Rekon­figu­ration ist bundes­weit einzig­artig und wird durch die Baye­rische Landes­zentrale für neue Medien (BLM) im Rahmen eines Pilot-Projektes geför­dert.

Die NRW-Landes­regie­rung geht davon aus, dass im ersten Halb­jahr 2020 erste Kapa­zitäten für regio­nale DAB+-Multi­plexe zur Verfü­gung gestellt werden können. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren News.

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