Wandels

The Phone House wandelt sich zum Handelshaus

Unternehmen bezahlt Verkäufer künftig nicht mehr provisionsabhängig
Von Marc Kessler
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Das Mobilfunk-Unternehmen The Phone House will sich vom Telekommunikations-Anbieter zum Handelshaus wandeln. Wie Dr. Ralf-Peter Simon, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Phone House, auf der CeBIT erklärte, soll das Produktportfolio Mobilfunkgeräte, -Tarife und -Zubehör ebenso umfassen wie Angebote aus dem Bereich Breitband, DSL und Festnetz. Daneben werden auch Navigationsgeräte und Home-Entertainment-Hardware angeboten sowie Notebooks und Angebote zur mobilen Datenübertragung.

Angesichts des Umbruchs im Mobilfunkmarkt und der Sättigung des Marktes sei dieser Schritt unumgänglich, so Simon. Daher sei die "klassische Service-Provider-Denke" nicht mehr gefragt, sondern es sollten alle attraktiven Tarife aller Anbieter - oder auch Provider - angeboten und mit unabhängiger Beratung verknüpft werden. So brauche der Kunde nicht mehr in drei oder vier Shops laufen, um Tarife oder Angebote zu vergleichen, sondern erhalte alles aus einer Hand.

"Fighterbrand" gegen Mobilfunk-Discounter

Auch der Online-Auftritt soll weiter ausgebaut und insbesondere mit dem klassischen Ladengeschäft verknüpft werden. So könne der Kunde in Zukunft online Wunschlisten erstellen und sich die Produkte dann im Store ansehen und beraten lassen. Mit der von Phone House übernommenen Website handyscout.de will das Unternehmen aus Münster künftig eine "Fighterbrand" betreiben, über die der Kampf mit den Mobilfunk-Discountern aufgenommen und besonders attraktive Pakete geschnürt werden sollen.

Für die Zukunft sieht The Phone House die Vision einer "Wireless World" anstelle eines klassischen Handy-Shops. "Wir wollen uns von der schnöden Handybude in eine andere Ecke entwickeln", sagt Simon. Das Problem: Die Kunden sähen das bislang noch anders. Daher wolle man nun auch optisch anders auftreten: Sechs ausgewählte Filialen wurden in einem Test zum "Notebook-Shop", in dem vor allem Notebooks und passende Angebote rund um die Welt des mobilen Internets verkauft werden. Diese Testshops seien "sehr gut gelaufen", so Simon.

Verkäufer sollen nicht mehr nach Provision bezahlt werden

Und noch etwas will The Phone House künftig anders machen: Anstelle dem Shop-Verkäufer einen Teil des Gehalts provisionsabhängig auszuzahlen, werde man mit dem "Net Promoter Score" künftig die Zufriedenheit des Kunden direkt nach dem Kauf per E-Mail-Formular ermitteln und die Bezahlung auch danach ausrichten. Auf diesem Wege könne man bestehende Mängel zudem schneller als bislang ermitteln, so Phone-House-Geschäftsführer Dr. Ralf-Peter Simon.

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