Aufschwung

Deutsche sind endlich bereit für Pay-TV

Immer mehr Haushalte entscheiden sich fürs Bezahlfernsehen
Von Jennifer Buchholz
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Mittler­weile besitzt fast jeder Haus­halt in Deutsch­land mindestens ein Fernseh­gerät. Dabei geht der Trend aller­dings immer mehr zum Selbst­bestimmen des Fernseh­programms per Pay-TV und Video-on-Demand.

Diese Entwicklung bestätigt die heute im Handel­sblatt ver­öffent­lichte Prognose des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT). Der Verband pro­gnos­ti­ziert ein Jahres­wachstum von elf Pro­zent in diesem Bereich. Für die Umfrage wurden 62 private TV- und Radio­stationen befragt. Das Ergebnis bestätigte den Auf­wärts­trend des Pay-TVs in Deutschland seit 2002.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Durch den technischen Fort­schritt drängen immer mehr Anbieter auf den deutschen Markt, sodass Sky Deutschland nun seine jahrelange Monopol­stellung einbüßen musste. Auch durch Angebote von Kabelnetzbetreibern und Tele­kommunikations­unter­nehmen in diesem Bereich wird die Branche aufgemischt. Dies bedeutet zwar mehr Konkurenz für die Anbieter, aber auch mehr Vielfalt und Auswahl für den Kunden.

Auch der Trend Video-on-Demand zeigt, dass immer mehr Menschen lieber für das Schauen von Filmen bezahlen wollen, als von Werbe­unter­brechungen genervt zu werden. Zusätzlich können durch diese Möglichkeit die Filme aus dem Internet zu einer gewünschten Zeit und auf dem Tablet oder Smartphone angeschaut werden.

Restliche Branche bleibt gelassen

Aufsteigender Trend: BezahlfernsehenAufsteigender Trend: Video-on-Demand und Pay-TV Zu den für die Markt­prognose befragten Sendern zählen insgesamt 62 private TV- und Radio­stationen. Unter ihnen sind große Konzern­gruppen wie die ProSiebenSat.1 Media AG oder die Mediengruppe RTL und Sky, sowie viele Sparten­kanäle und Radio­stationen. Bisher spiegelten die von dem VPRT-Experten Frank Giersberg erstellten Prognosen die tatsächliche Entwicklung in der Branche gut wieder.

Dieses Jahr ist der Trend zum Bezahlfernsehen wieder deutlich erkennbar. So wird für 2013 der Umsatz der Pay-TV-Sender deutlich über dem der werbefinanzierten Kanälen erwartet. Letztere werden ihre Einnahmen gerade mal um knapp ein Prozent auf ca. 4,1 Milliarden Euro steigern können. Zusammen mit dem Umsatz der werbefinanzierten Radiosendern wäre dies ein Wachstum von knapp zwei Prozent gegenüber 2012. Dieser reicht lange nicht an die elf Prozent, die die Pay-TV-Anbieter verbuchen können.

Doch die privaten TV- und Radiostationen lassen sich durch diesen Trend nicht beunruhigen. "Wir stehen als Branche stabil da und wachsen entgegen dem Trend im Rest von Europa", sagte VPRT-Präsident Tobias Schmid dem Handelsblatt.

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