Telefon-Kamera

Panasonic nubo: So funktioniert die portable LTE-Kamera

Überwachungskameras konnten bisher nur Bilder und Videos aufnehmen und über WLAN senden. Panasonic nubo stellt die Verbindung über das LTE-Netz her und erlaubt außer der Überwachung auch die Telefonie.
Vom Mobile World Congress in Barcelona berichtet
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Panasonic nubo auf dem MWC vorgestellt
Panasonic nubo auf dem MWC vorgestellt
Überwachungskameras sind fest zuhause installiert und liefern per WLAN die Bilder auf den Computer des Nutzers - oder per Internet auch auf das Smartphone: Das ist die gängige Vorstellung von Überwachungskameras, mit der die auf dem Mobile World Congress vorgestellte LTE-Kamera Panasonic nubo brechen will.

Gleichzeitig will nubo von Panasonic einen weiteren Nachteil stationärer Kameras ausmerzen: Für die Verbindung einer Kamera in Garage oder Gartenhaus zum Router muss meist ein WLAN-Repeater installiert werden, doch auch dann kann es vorkommen, dass das WLAN-Signal zu schwach ist. Und bei Ferienhäusern oder Wohnwagen ohne Internet-Anschluss gibt es gar keine kostengünstige Möglichkeit, ein Signal zu senden.

Erwischt: Reinigungsfrau im Hotel sah fern statt zu arbeiten

Die transportable und schicke Kamera Panasonic nubo will auch Orte überwachen, an denen kein WLAN-Router steht, und das über eine eingebaute LTE-SIM-Karte. Wichtig zu wissen ist: Strom benötigt Panasonic nubo trotzdem aus der Steckdose, ein Betrieb mit Akku ist nicht möglich und laut Aussage eines Panasonic-Mitarbeiters auf dem MWC auch nicht geplant.

Der große Vorteil der Panasonic nubo besteht darin, dass sie nicht nur das eigene Heim überwachen kann, sondern auf Reisen zum Beispiel auch das Hotelzimmer. Die Entwickler der Panasonic nubo präsentierten nicht ohne Schadenfreude ein Video aus einem von ihnen selbst genutzten Hotelzimmer, in dem sie die LTE-Kamera während ihrer Abwesenheit aufgestellt hatten. Im Überwachungsvideo auf der App konnten sie sehen, dass die Reinigungskraft, die eigentlich das Zimmer putzen und aufräumen sollte, in dem Zimmer stattdessen stundenlang fernsah.

Die Präsentation auf dem Mobile World Congress
Die Präsentation auf dem Mobile World Congress

Panasonic nubo kann auch für Telefonate genutzt werden

Die LTE-Überwachungskamera unterstützt GSM, UMTS und LTE. Laut dem Hersteller soll sie nach IP-64 wind- und regenfest sein und damit auch im Freien benutzt werden können. nubo ist übrigens keine reine Kamera, die nur Bild und Ton aufnimmt und sendet. Anwender können über die Kamera auch kommunizieren, wenn ein Alarm ausgelöst wird.

Es ist also nicht nur möglich, von unterwegs zu beobachten, was zuhause im Kinderzimmer passiert. Kinder können zusätzlich über die Kamera mit den Eltern Kontakt aufnehmen - und umgekehrt auch. Wer die Kamera im Zimmer stehen hat, muss also damit rechnen, dass aus dem Gehäuse plötzlich eine Stimme ertönt, die fragt: "Was machst Du da?!"

Panasonic nubo ist eine LTE-Überwachungskamera
Panasonic nubo ist eine LTE-Überwachungskamera
Der Kunde muss zusätzlich zur nubo-Kamera den Zugang zu der dahinterliegenden Cloud-Plattform kaufen. Per App können 30-sekündige Videos von der Kamera abgerufen werden. In technischer Hinsicht verfügt nubo über einen 140-Grad-Kamerawinkel, der Bewegungssensor erkennt Bewegungen im Umkreis von 10 Metern. Für den Betrieb bei Dunkelheit erkennt der Infrarot-Sensor ebenfalls Bewegungen bis 10 Meter Entfernung. Das Bild wird mit 1080p aufgezeichnet.

Mit dem eingebauten Magnet soll die Kamera an Gegenständen aus Metall befestigt werden können. Auf der Unterseite der Kamera liegen ein microSD-Kartenslot für Speicherkarten bis 128 GB Kapazität sowie der SIM-Kartenslot. Die Panasonic-Entwickler behaupten, dass die Kamerasensoren erkennen können, ob die von der Kamera registrierte Bewegung von einem Menschen herrührt oder nicht. Nur wenn ein Mensch auf der Bildfläche erscheint, setzt die Kamera eine Warnung ab. Für die Kommunikation mit anderen Smart-Home-Anwendungen bringt Panasonic nubo ein WLAN-Modul nach Standard 802.11b/g/n mit.

Zur Sicherheit verwendet die Kamera eine 4096-Bit-RSA-SSL-Verschlüsselung, zweistufige Authentifizierung, einen privaten APN auf einem Panasonic-eigenen Netzwerk sowie keine öffentliche IP-Adresse.

Die Verpackung für Panasonic nubo
Die Verpackung für Panasonic nubo
Panasonic nubo wird 349 Euro kosten. Schließt der Kunde keinen Vertrag mit Panasonic ab, kann die Kamera lediglich Videos mit 720p aufzeichnen, Events (also Vorkommnisse mit menschlicher Beteiligung) werden nicht signalisiert und es erfolgt keine Speicherung in der Cloud. Für die kostenpflichtigen Abonnements ist der erste Monat gratis. Das Basic-Abonnement kostet 9,99 Euro pro Monat und beinhaltet 1080p-Video, 250 Events und 10-tägige Cloud-Speicherung der Videos. Beim Pro-Tarif für 29,99 Euro monatlich sind 1000 Events sowie 30 Tage Cloud-Speicherung eingeschlossen. Für 5000 Events und 90 Tage Online-Speicherung muss der Kunde den Platinum-Tarif für 99,99 Euro monatlich buchen.

Laut dem Panasonic-Sprecher soll in diesen Preisen auch das Daten-Roaming im Ausland inbegriffen sein. Der Kunde soll also keine Zusatzkosten haben, wenn er seine Kamera auf Auslandsreisen mitnimmt. Ob dies nur innerhalb Europas gilt oder weltweit, blieb allerdings unklar.

Panasonic nubo im Video


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