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Palm-Übernahme: HTC winkt ab - Lenovo im Gespräch

Außerdem soll webOS-System nachgebessert werden
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Wie berichtet gilt der Smartphone-Hersteller Palm derzeit als potenzieller Übernahme-Kandidat. Das Unternehmen konnte zwar seine Verluste reduzieren. Die Geschäftszahlen liegen dennoch deutlich hinter den Erwartungen. Grund: Die aktuellen Handys des einstigen Organizer-Pioniers verkaufen sich deutlich schlechter als erwartet. Palm PrePalm Pre

Wurde zunächst HTC Interesse an einer Übernahme seines Konkurrenten nachgesagt, so sehen die Taiwanesen inzwischen von entsprechenden Verhandlungen ab. Nach einer Sichtung der Geschäftszahlen habe man kein Interesse mehr an Palm. Stattdessen ist Lenovo nun als möglicher Käufer im Gespräch.

Kommt webOS von anderen Herstellern?

Als wertvoll wird in Branchenkreisen neben dem Markennamen Palm auch das webOS-Betriebssystem angesehen, das der Hersteller Anfang letzten Jahres erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Alle aktuellen Palm-Smartphones basieren auf dieser Firmware anstelle des veralteten Palm-OS. So gibt es derzeit auch Überlegungen von Palm, andere Hersteller für die Nutzung von webOS zu lizenzieren. Bis zum Herbst will der Hersteller das System auch nochmals nachbessern. So sollen Anwendungen künftig schneller starten und die Bedienung soll flüssiger funktionieren als bisher.

Mit seinen neuen Handys wie dem Palm Pre und dem Palm Pixi wollte das Unternehmen ursprünglich unter anderem dem iPhone von Apple Konkurrenz machen. Allerdings erntet Palm für seine neuen Handhelds nicht nur Lob. So gilt vor allem die Verarbeitung als schlecht. Viele Kunden mussten ihr Palm Pre bereits tauschen lassen, da der Slider im Laufe der Zeit immer mehr wackelte, einige Tasten der QWERTZ-Tastatur nicht mehr funktionierten oder der Lautsprecher ausfiel.

Vergleichsweise wenig Zusatz-Software verfügbar

Auch die Software-Entwickler entwerfen derzeit lieber Zusatz-Programme für das Apple iPhone oder die Google-Android-Plattform. Sind im Apple AppStore inzwischen knapp 200 000 Anwendungen zu finden, so kommt der App Catalog des Palm Pre bzw. Palm Pixi in den USA auf lediglich rund 2 000 Applikationen. In Deutschland sind sogar nur rund 900 Zusatz-Tools verfügbar - davon einige nur deshalb, weil o2, bislang Exklusivpartner von Palm auf dem deutschen Markt, auch eigene Anwendungen entwickelt und kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Abzuwarten bleibt, wie sich die neuen Palm-Smartphones Pre Plus und Pixi Plus verkaufen werden. SFR in Frankreich bietet die Handys ab sofort an, bei Vodafone und o2 sind die Telefone ab morgen erhältlich. Mit steigenden Verkaufszahlen dürfte auch das Interesse der Entwickler, Software für die webOS-Telefone anzubieten, deutlich größer werden.

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