Pech

Palm: Ein Unglück kommt selten allein

RadioShack nimmt Palm-Smartphones aus dem Sortiment
Von dpa / Marie-Anne Winter
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Den ohnehin schon gebeutelten Smartphone-Hersteller Palm trifft es knüppeldick. Ein wichtiger Manager verlässt das Unternehmen und zudem sieht es so aus, als ob die US-Elektronikkette RadioShack die Smartphones aus dem Sortiment genommen hat. In mehreren Filialen und auch im Webshop sind die Smartphones nicht mehr zu bekommen, fand das Wall Street Journal (WSJ) heraus. Die Geräte lagen zuletzt wie Blei in den Regalen der Händler. Selbst neue Modelle wie das Pre mit seinem berührungsempfindlichen Bildschirm fielen bei der Kundschaft durch. Gestern fiel die Aktie um zwölf Prozent.

Palm hatte in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC wissen lassen, dass Michael Abbott das Unternehmen Ende der Woche verlässt. Abbott war für Software und Services zuständig. Das von ihm mitverantwortete neue Betriebssystem WebOS gilt als einer der wertvollsten Pfründe des Unternehmens und macht es auch für Käufer attraktiv.

In den vergangenen Tagen war die Aktie kräftig gestiegen, weil sich hartnäckig Spekulationen halten, dass etwa der taiwanesische Rivale HTC oder der chinesische Computerhersteller Lenovo zuschlagen könnten, um ihr eigenes Smartphone-Geschäft auszubauen. Lenovo stellte erst gestern seine ehrgeizigen Pläne im Mobilfunk vor.

Palm droht von Branchengrößen erdrückt zu werden. Der Kleincomputer-Pionier verliert anhaltend Marktanteile und schreibt trotz des Booms der multifunktionalen Handys rote Zahlen. Apple etwa setzte im wichtigen Weihnachtsgeschäft neunmal so viele seiner iPhones ab. Auch RIM mit seinen Blackberrys spielt in einer ganz anderen Liga.

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