Talfahrt

Palm verkauft mehr Smartphones und bleibt im Minus

iPhone und Blackberry bringen Palm in Bedrängnis
Von dpa / Marie-Anne Winter
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Der Smartphone-Hersteller Palm kommt einfach nicht aus den roten Zahlen. Trotz einer sprunghaft angestiegenen Nachfrage nach den multifunktionalen Handys musste das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal ein Minus von 22 Millionen Dollar verkünden. Auf den ersten Blick konnte Palm damit zwar seinen Vorjahresverlust von 98 Millionen Dollar eindämmen. Das gelang aber nur durch spekulative Finanzgeschäfte.

Konzernchef Jon Rubinstein räumte ein, dass die Leistung des Unternehmens in den drei Monaten bis Ende Februar sehr enttäuschend gewesen sei. "Aber das Potenzial von Palm bleibt hoch." Die Anleger sahen das anders: Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um fast zehn Prozent. Besonders der trübe Ausblick ließ viele Aktionäre die Flucht ergreifen.

Die verhältnismäßig kleine Palm droht, zwischen den Branchengrößen zerrieben zu werden. Mit 960 000 Handys verkaufte Palm zwar drei Mal mehr Geräte als noch vor einem Jahr. Apple beispielsweise setzte im wichtigen Weihnachtsgeschäft indes neun Mal so viele seiner iPhones ab. Auch RIM mit seinen Blackberrys oder Nokia mit seinen computerähnlichen Handys spielen in einer ganz anderen Liga.

Palm schaffte es im dritten Quartal zudem nicht, den Umsatzzuwachs von 91 Millionen auf 350 Millionen Dollar in Gewinn umzumünzen. Höhere Produktionskosten und massiv gestiegene Ausgaben für Vertrieb und Werbung fraßen die Einnahmen letztlich auf. Am Ende lag der Verlust aus dem Verkauf der Smartphones höher als vor einem Jahr.

Konzernchef Rubinstein entschuldigte sich für die Fehlleistungen des Managements. Fast im gleichen Atemzug kündigte aber einen neuerlichen Umsatzeinbruch an. Im laufenden Schlussquartal erwartet er mit 150 Millionen Dollar nicht einmal halb so hohe Erlöse wie zuletzt. Rubinstein hatte erst im vergangenen Monat die Jahresprognose zusammengestrichen und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt.

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