Paketzustellung

Einheitliche Norm für Paketboxen gesucht

Um ein drohendes Chaos bei Paketboxen zu vermeiden, wird nun das Deutsche Institut für Normung (DIN) aktiv. Branchenteilnehmer wünschen einheitliche Standards.
Von Marie-Anne Winter
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Das Einkaufen per Internet ist an sich eine schöne Sache - es gibt Onlineshops für so ziemlich alles und sie haben rund um die Uhr geöffnet. Leider hört der Spaß oft mit der Zustellung der bestellten Sachen auf - denn wie kommt man an das sehnlich erwartete Paket, wenn man nicht zuhause ist? Eine Lösung sind Paketboxen - doch hier denken sich die unterschiedlichen Anbieter jeweils eigene Versionen aus, die für Pakete anderer Versender nicht genutzt werden können. Aber das soll nun anders werden.

In das Wirrwarr um die Paketzustellung an der Haustür schaltet sich jetzt das Deutsche Institut für Normung (DIN) ein. "Wir reagieren damit auf Wie kommt das Paket zum Empfänger? Branche will einheitliche Normen für Paketboxen.Wie kommt das Paket zum Empfänger? Branche will einheitliche Normen für Paketboxen. Forderungen von Branchenteilnehmern, die einheitliche Standards vor allem bei Paketboxen wünschen", sagte eine Institutssprecherin in Berlin dem Handelsblatt.

Auch Verbraucherorganisationen beteiligt

Im Ausschuss beteiligt seien die großen Paketdienste DHL, DPD und TNT ebenso wie Verbraucherorganisationen und Hersteller von Paketkästen. Ausgelöst wird das DIN-Verfahren durch die Flut von 2,5 Milliarden Paketen, die 2015 vorwiegend durch den Onlinehandel vor Deutschlands Wohnungstüren landeten. Um die Auslieferung in den Griff zu bekommen, basteln derzeit gleich mehrere Zustelldienste und Hersteller an Paketboxen, in denen Sendungen von Amazon, Zalando und Co. vor der Haustür deponiert werden können. Ein "babylonisches Sprachengewirr" aber soll es bei den Zugangssystemen nicht geben. Die Software, die zum Öffnen der Paketkästen benötigt wird, soll nicht nur für alle beteiligten Anbieter zugänglich sein. Es müsse einheitliche Normen oder mindestens grundlegende Spezifikationen geben, ist man sich im DIN-Ausschuss einig.

Überraschend ist dabei, dass sich die zum Teil verfeindeten Paketdienste an einen Tisch setzen. Denn ursprünglich hatte der Post-Paketdienst DHL die Idee eines Paketkastens entwickelt, um sich gegenüber den Verfolgern einen Wettbewerbsvorsprung zu sichern. Die Rivalen Hermes, DPD und GLS wollen im Spätsommer ein Konkurrenzsystem auf den Markt bringen. Wie der PaketButler von Zalando funktioniert, beschreiben wir in einer weiteren Meldung.

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