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Opensignal: Alle drei deutschen Netze führend

Das Mobil­funk-Analyse Unter­nehmen Open­signal hat seinen neuesten Global Mobile Network Expe­rience Report vorge­legt. Telekom, Voda­fone und o2 erhielten Preise. o2 den "Global Rising Star" für seinen 4G-Ausbau.

Beim Global Mobile Networks Experience Awards bekamen alle drei deutschen Netze eine "Medaille" Beim Global Mobile Networks Experience Awards bekamen alle drei deutschen Netze eine "Medaille"
Grafik: Opensignal
Diesmal können sich alle drei deut­schen Netz­betreiber freuen. Sie wurden für ihre "starke Leis­tung in Bezug auf das Nutzer­erlebnis" im Mobil­funk­netz ausge­zeichnet.

"Telekom: Global High Performer"

Beim Global Mobile Networks Experience Awards bekamen alle drei deutschen Netze eine "Medaille" Beim Global Mobile Networks Experience Awards bekamen alle drei deutschen Netze eine "Medaille"
Grafik: Opensignal
Die Telekom bekam den Titel "Global High Performer" in vier Kate­gorien: Nämlich das Video-Erlebnis, das Games-Erlebnis, das Down­load-Geschwin­dig­keit und Upload-Geschwin­dig­keit.

Auch o2 und Voda­fone erhielten die Bewer­tung "Global High Performer" mit über­durch­schnitt­lichen Bewer­tungen in der Kate­gorie Games-Erlebnis. o2 konnte sich zusätz­lich die Auszeich­nung "Global Rising Star" für die (verbes­serte) 4G-Verfüg­bar­keit sichern.

Erkennt­nisse für Deutsch­land

Die Telekom erhält die Auszeich­nung "Global High Performer" in den Kate­gorien Video-Erlebnis mit einer Punkt­zahl von 75,7 von 100 mögli­chen Punkten. Beim Games-Erlebnis erzielte sie 73,4 Punkten, bei der Down­load-Geschwin­dig­keit waren es durch­schnitt­lich 44,5 Mbit/s und bei der Upload-Geschwin­dig­keit im Schnitt 12,3 Mbit/s.

Sowohl o2 als auch Voda­fone seien "Global High Performer" beim Games-Erlebnis, die mit Bewer­tungen von 71,6 und 71,0 über dem globalen Durch­schnitt von 56,8 Punkten liegen.

o2 ist Global Rising Star

o2 ist für Open­signal der "Global Rising Star" bei der (gestie­genen) 4G-Verfüg­bar­keit. Der Anteil der Zeit, die o2-Nutzer mit 4G-Diensten verbunden waren, sei um 12,7 Prozent im Vergleich zum globalen Durch­schnitts­anstieg von 4,2 Prozent gestiegen.

Globale Erkennt­nisse

Letztes Jahr hat Open­signal ein Ranking aller Betreiber welt­weit anhand der gewon­nenen Mess­werte "für das reale Nutzer­erlebnis" in Mobil­funk­netzen erstellt. Im seinem aktu­ellen Bericht bewertet Open­signal zum ersten Mal das mobile Multi­player Games-Erlebnis der Nutzer welt­weit bei verschie­denen Betrei­bern. Erneut haben Betreiber aus den Nieder­landen und Japan sehr gut abge­schnitten, aber auch Südko­reas Betreiber erwiesen sich dieses Mal als stark.

Global Winner SK-Telecom (Südkorea)

SK Telecom wurde zum "allei­nigen Global Winner" in Punkto Down­load-Geschwin­dig­keit ausge­zeichnet mit durch­schnitt­lichen Down­load-Geschwin­dig­keiten von 74,9 MBit/s, was aufgrund des dort weit fort­geschrit­tenen 5G-Netz­aus­baus kein Wunder ist.

Der Netz­betreiber LG U+, eben­falls aus Südkorea, hat als einziger Gewinner welt­weit einen Preis für die beste Sprach­qua­lität sowohl in Apps als auch für 4G-Verfüg­bar­keit erhalten. Beide korea­nische Netz­betreiber waren entweder "Global Winner" oder "Global Leader".

Europa im Vergleich

Von den 30 "Global Rising Stars" in Punkto Down­load-Geschwin­dig­keit stammen sieben aus Europa. Die Nutzer der Open­signal-App beob­ach­teten in den Netzen dieser sieben Betreiber Stei­gerungen ihrer durch­schnitt­lichen Down­load-Geschwin­dig­keiten zwischen 46,5 Prozent (A1 Öster­reich) und 36 Prozent (A1 Bulga­rien). Darüber hinaus haben diese Anbieter sich ihrer Down­load-Geschwin­dig­keit zwei­stellig verbes­sert, A1 Öster­reich mit durch­schnitt­lich 16,5 MBit/s und A1 Bulga­rien mit 10,9 MBit/s besser als vorher.

Euro­päi­sche Betreiber sind in drei von sechs Kate­gorien "Global Winner" geworden. In zwei dieser Kate­gorien (Video und Gaming) mussten sich die Betreiber aus den Nieder­landen ihre Spit­zen­posi­tion mit Japans Anbieter "SoftBank" teilen, sie lagen statis­tisch gleichauf.

Swisscom mit welt­bestem Upload

Der Schweizer Netz­betreiber Swisscom behält weiter den unan­gefoch­tenen Spit­zen­wert beim Upload: Sein Wert von 17,2 MBit/s was mindes­tens um 1,4 MBit/s (8,6 Prozent) schneller als der von T-Mobile Nieder­lande und LG U+ (Süd-Korea) die auf dem zweiten Platz landeten. Swisscom war auch der "Global Winner for Upload Speed Expe­rience" bei der ersten Preis­ver­gabe von Open­signal und bleibt hier unge­schlagen.

T-Mobile NL: Global Winner

In der Kate­gorie Video-Erlebnis erhält T-Mobile Nieder­lande zusammen mit Soft­bank die Auszeich­nung "Global Winner". Bei den "Global Leaders" dieser Kate­gorie stammen acht von zehn aus Europa.

Wie kommen die Ergeb­nisse zustande?

Open­signal hat die von seinen Nutzern in den ersten 180 Tagen der zweiten Jahres­hälfte 2020 zur Verfü­gung gestellten Daten analy­siert, um die Global Winner(s), Global Leaders und Global High Perfor­mers zu ermit­teln. Dabei spielten sechs Mess­größen eine Rolle:

  • Video-Erlebnis
  • Games-Erlebnis
  • Sprach­qua­lität in OTT-Apps
  • Down­load-
  • Upload-Geschwin­dig­keit
  • 4G-(LTE)-Verfüg­bar­keit
"Global Leaders" sind die Top-10-Betreiber (ohne die Global Winners), während die "Global High Perfor­mers" die Top-30-Betreiber sind (ohne Global Winners und Global Leaders).

Open­signal sammelt Messungen der Netz­werk­geschwin­dig­keit, die sowohl auf benut­zer­initi­ierten Tests als auch auf auto­mati­sierten Tests basieren. Der Groß­teil der Messungen wird durch auto­mati­sierte Tests (ohne Benut­zer­inter­aktion) gene­riert, die unab­hängig und in zufäl­ligen Inter­vallen ausge­führt werden, um zu erfassen, was die Benutzer zu einem typi­schen Zeit­punkt erleben. Dieser Ansatz wird von einer Reihe offi­zieller Stellen, einschließ­lich der FCC in den USA, als "Best Prac­tice" aner­kannt.

Das Unter­nehmen sieht sich als "unab­hän­giger welt­weiter" Stan­dard für die Bewer­tung von mobilen Netz­werken durch "authen­tische Nutzer­erleb­nisse". Das Unter­nehmen sieht seine Berichte als Leit­faden für User-Erfah­rungen mit draht­losen Netz­werken und führt unab­hän­gige Messungen welt­weit bei den großen Netz­betrei­bern durch.

Eine Einschät­zung (von Henning Gajek)

Wenn ein Mobil­funk-Nutzer zufällig Kunde eines mit "gut" bewer­teten Netzes ist, wird ihn das freuen, wenn sich das Ergebnis auch in seiner tägli­chen Erfah­rung vor Ort wider­spie­gelt. Leider drängt sich der Eindruck auf, dass einige gut bewer­tete Anbieter dazu neigen, sich nun auf ihren Lorbeeren auszu­ruhen, anstatt massiv weiter auszu­bauen.

Zwar ist einiges in Bewe­gung gekommen, aber lokale Büro­kraten und verun­sicherte Beden­ken­träger bremsen nach wie vor den bitter notwen­digen Ausbau der Netze.

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