Internet-Banking

Online-Banking im Test: Welche Banken sind am sichersten?

Das Analysehaus S.W.I. Finance hat im Auftrag des Handelsblatts das Sicherheits- und Legitimationsverfahren von Online-Banking-Angeboten untersucht. Geprüft wurde, welche Verfahren die Anbieter zur Verfügung stellen und wie sicher diese sind. Außerdem wurde die Qualität der Kundenkommunikation getestet.
Von Paul Miot-Paschke
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Der Sicherheitsstandard beim Online-Banking ist nicht bei allen Banken identisch. (Symbolfoto)Der Sicherheitsstandard beim Online-Banking ist nicht bei allen Banken identisch. (Symbolfoto) Immer wieder wird insbesondere vor Android-Trojanern gewarnt, die es gezielt auf Schäden in Verbindung mit Online-Banking abgesehen haben. Dabei stellt sich die berechtigte Frage, wie sicher Online-Banking-Angebote wirklich sind, und ob klare Unterschiede zwischen verschiedenen Banken festgestellt werden können.

Das Handelsblatt hat beim Analysehaus S.W.I. Finance eine Untersuchung in Auftrag gegeben und die Ergebnisse nun veröffentlicht. Dabei wurde die Sicherheits- und Legitimationsverfahren des Online-Bankings der sechs größten bundesweit aktiven Filialbanken sowie der größten Sparkasse und der größten Volks- und Raiffeisenbank ebenso wie die Internet-Angebote der zehn größten Direktbanken unter die Lupe genommen. Es wurde analysiert, welche Verfahren die Banken zur Verfügung stellen und wie sicher diese sind. Außerdem wurde die Qualität der Kundenkommunikation getestet. Der Untersuchungszeitraum war zwischen März und November 2016.

Erster Platz unter den Filialbanken: Postbank

Unter den Filialbanken ging der erste Platz an die Postbank. Sie erzielte zusammen mit der Deutschen Bank bei den Sicherheitsverfahren das beste Ergebnis. Letztgenanntes Institut landete allerdings aufgrund der Kundenkommunikation insgesamt nur auf dem dritten Platz. S.W.I. Finance zufolge können Kunden bei beiden Banken aus einer Vielzahl an Legitimationsverfahren wählen. Nutzer mit unterschiedlichen Anforderungen an das Online-Banking würden hier auf ihre Kosten kommen. Die Postbank bietet Kunden beispielsweise die Möglichkeit, Transaktionen von unterwegs mittels Fingerabdruck freizugeben. Die Deutsche Bank bietet unter anderem das mTAN- und das photoTAN-Verfahren zur Überweisungsfreigabe an.

Auf dem zweiten Platz im Gesamtranking findet sich die Berliner Volksbank. Sie bietet dem Analysehaus zufolge unterschiedliche Sicherheitsverfahren an, mit denen sie sowohl klassischen PC-Nutzern als auch Nutzern mobiler Geräte gerecht werde. Die rote Fahne als Schlusslicht ging an die Targobank, welche ihren Kunden S.W.I. Finance zufolge nur wenige Legitimationsverfahren zur Auswahl bot, von denen keines zu den als sicher eingestuften Verfahren gehöre. Die Targobank stellte im Untersuchungszeitraum eine indizierte TAN-Liste sowie mobile TANs zur Verfügung. Bei ersterer Technik bekommt der Kunde eine TAN-Liste in Papierform und wird zur Legitimation explizit nach einer bestimmten Nummer gefragt.

Erster Platz unter den Direktbanken: 1822 direkt

Bei den Direktbanken konnte das Angebot von 1822 direkt überzeugen. Dabei handelt es sich um eine Tochter der Frankfurter Sparkasse. Beim Institut ist unter anderem die Nutzung des QR-TAN-Verfahrens für die Betriebssysteme IOS und Android möglich. Dabei ist die Freigabe von Transaktionen mithilfe eines QR-Codes möglich. In Bezug auf Sicherheitsverfahren landete die Deutsche Kreditbank auf dem zweiten Platz. Bei diesem Anbieter ist das pushTAN-Verfahren möglich, bei welchem TANs per App generiert werden. In der Gesamtwertung erreichte die Deutsche Kreditbank den dritten Platz.

Der letzte Platz geht an die Augsburger Aktienbank. Die Sicherheitsstandards konnten nicht mit den getesteten Konkurrenten mithalten. Das Institut bot keines der als sehr sicher ausgewiesenen Legitimationsverfahren an. Transaktionen ließen sich bei diesem Geldhaus nur mit einer iTAN-Liste freigeben.

Informationsqualität bei Berliner Volksbank und Comdirect am besten

Bei der Informationsqualität belegte die Berliner Volksbank bei den Filialbanken die Pole-Position während die Commerzbank den letzten Platz belegte. Bei den Direktbanken ging der erste Platz an Comdirect. Dabei handelt es sich ironischerweise um eine Commerzbank-Tochter. Schlusslicht bei den Direktbanken ist auch in dieser Kategorie die Augsburger Aktienbank. Bei den Testsiegern war S.W:I. Finance zufolge eine schnelle und kompetente Hilfe per Telefon und E-Mail möglich, bei Comdirect wurden Kundenanfragen auch auf Facebook individuell betreut. Die Augsburger Aktienbank hatte als Schlusslicht keinen Facebook-Auftritt und machte auch per E-Mail keine gute Figur.

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