TV-PC-Kombi

Packard Bell oneTwo im Test: Computer und TV in Einem

Features sind Touchpad, Video on Demand und Media Center
Von Hagen Hellwig

Spätestens seit Apple es geschafft hat, die gesamte Elektronik seiner Desktops unauffällig hinter den Bildschirm des iMac zu platzieren, findet dieses Konzept immer mehr Anhänger. Ein zusätzlicher Tower und so manches Kabel sind damit entbehrlich. Auf der anderen Seite sind es die Fernseh-Hersteller, die mit immer größeren und flacheren Bildschirmen auf den Markt kommen und gleichfalls bestrebt sind, den Tuner und alle sonstigen Bauteile möglichst unauffällig zu verstauen.

Packard Bell hat nun beide Welten kombiniert. Herausgekommen ist die Modellreihe oneTwo, die endlich die Anschaffung von zwei Geräten für die Computerarbeit und das Fernsehen obsolet machen soll: Die oneTwo-Modelle sind für beides geeignet und nennen sich daher "All-in-One" (AOI).

Drahtlose Bedienung mit Maus, Tastatur, Fernbedienung und Touchpad

All-in-One-PC von Packard Bell All-in-One-PC von Packard Bell
Bild: Packard Bell
Wir haben uns das 23-Zoll-Modell im 16:9-Format auf Windows-7-Basis angeschaut, das allein schon wegen seiner Größe und seines Designs wie ein schicker Fernseher aussieht. Der Bildschirm mit unsichtbar auf der Rückseite angebrachtem PC-Element ruht auf eleganten, durchsichten Kunststofffüßen. Die Lautsprecherzeile ist unter dem Bildschirm montiert. Es gibt diverse Möglichkeiten, das Gerät zu bedienen: Maus und Tastatur sind drahtlos angebunden. Dazu gibt es eine Fernbedienung wie für einen Fernseher. Außerdem ist der Monitor Touchscreen-fähig, was einen spielerischen Umgang ermöglicht. Das "TouchPortal" bietet zum Beispiel einen einfachen Austausch von Fotos zwischen Flickr, Facebook und E-Mail per Finger- oder Stiftberührung. Auch der Musikplayer lässt sich leicht durch ein Antippen auf dem Bildschirm steuern. Digitale Notizen können direkt auf dem Bildschirm mit der Hand geschrieben werden.

Der große 23-Zoll-Bildschirm hat eine Full-HD-Auflösung (1920 mal 1080), so dass für eine detailreiche Darstellung auch bei wenig Sichtabstand im PC-Modus gesorgt ist. Die Bildschirmqualität macht sich natürlich besonders in der TV-Anwendung bezahlt. Leider spiegelt der Bildschirm sehr stark, was wohl an der für die Touchscreen-Funktion notwendigen Glasscheibe liegt. Gut zugänglich sind die Buchsen für USB, Mikrofon und Kopfhörer an der Gehäuseseite. Dort befindet sich auch ein Knopf für eine Beleuchtung im Dunkeln.

TV-Tuner und Soundbar integriert

Das Gerät verfügt über einen Hybrid-Tuner (analoges Kabel, digitaler terrestrischer Empfang). Für den Sound hat sich Packard Bell Unterstützung von Creative geholt. Das unter dem Monitor angebrachte System "THX TruStudio PC" soll 5.1-Surround-Sound und einige andere Effekte kreieren, klingt aber doch eher schwach, zumal, wenn der Nutzer mit einigem Abstand einen Film anschaut. Da wird man um externe Lautsprecher nicht herumkommen. Gut gelöst ist die Lüftung: Öffnungen an der oberen Kante des Gehäuses leiten die Wärme schnell ab. Der sehr leise Lüfter springt nur bei Bedarf an und stört daher kaum. Mit der neuen Version des "Media Centers", die in Windows 7 integriert ist, ist es Microsoft endlich gelungen, so etwas wie ein Fernsehgefühl auf den Computerbildschirm zu bringen. Mit dem vorliegenden Testgerät kommt man wirklich in Versuchung, den vorhandenen Fernseher zu entsorgen und allein der Kombi zu vertrauen. Das Media Center startet per Fernbedienung sofort auf Knopfdruck. Wer nicht auf den herkömmlichen Fernseher verzichten will, kann mit einem "Extender" (z.B. Xbox, Playstation 3) PC-Inhalte per Kabel oder drahtlos auf den TV-Bildschirm streamen. Eine Übertragung aufs Handy (Windows Phone) oder Netbook soll auch möglich sein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was mit der intelligenten TV-PC-Verknüpfung gemeint ist und welche weiteren Features der All-in-one-PC noch zu bieten hat.

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