Im Labor gehabt

OnePlus Nord N10 5G: 350-Euro-Mittelklasse im Test

OnePlus stockt seine Mittel­klasse-Serie "Nord" auf. Mitt­ler­weile gibt es drei Vertreter, zwei davon unter­stützen 5G. Wir haben das Modell namens N10 5G getestet.

Das OnePlus Nord N10 5G ist ein weiteres Smart­phone, mit dem der Hersteller aus dem chine­sischen Shen­zhen in die Mittel­klasse vorprescht. Mit dem OnePlus Nord, das im August auf den Markt kam, hat OnePlus bewiesen, dass dies auch keine schlechte Entschei­dung war.

Nachdem wir uns mit dem Modell beschäf­tigt hatten, stellte es sich als perfor­mantes Mittel­klasse-Smart­phone mit guter Akku­leis­tung und (grund­sätz­licher) 5G-Unter­stüt­zung heraus (OnePlus Nord Test). 399 Euro kostet die güns­tigste Ausfüh­rung des Nord, nun geht OnePlus mit der Offe­rie­rung des N10 5G nochmal 50 Euro runter. Das Modell ist ab dem 14. November über den Händler Amazon vorbe­stellbar. Offi­zieller Verkaufs­start ist der 27. November über Amazon und den Online-Shop von OnePlus. Was Sie für 349 Euro bekommen, lesen Sie in diesem Test.

OnePlus Nord N10 5G: 90 Hz, Klinke und MicroSD

Das 6,49-Zoll-Display des OnePlus Nord N10 5G Das 6,49-Zoll-Display des OnePlus Nord N10 5G
Bild: teltarif.de
Statt einer auffäl­ligen Dual-Front­kamera wie beim OnePlus Nord gibt es beim OnePlus Nord N10 5G nur ein Loch für die 16-Mega­pixel-Front­kamera. Das Design orien­tiert sich am aktu­ellen Flagg­schiff OnePlus 8T, das mit einem eben­sol­chen Punch Hole spricht und dem Edge-Design des OnePlus 8 (Pro) entsagt. Im Vergleich zum T-Modell sind die Display­ränder des OnePlus Nord N10 5G sichtbar breiter. Im Hinblick auf die Smart­phone-Kate­gorie geht das aber mehr als in Ordnung. Die große Fläche, die durch das 6,49-Zoll-Display bereit­gestellt wird, wird jeden­falls davon nicht negativ beein­träch­tigt. Grund­sätz­lich ist das Design aber nichts außer­gewöhn­liches. Aufgrund der unzäh­ligen Modelle, die sich auf dem Markt befinden und auch mit einem Punch Hole aus dem Display gucken, kann sich auch das OnePlus Nord N10 5G nicht aus der Masse heraus­schälen.

OnePlus Nord N10

Das Panel des N10 5G mit einer maxi­malen Auflö­sung von Full-HD+ hat eine höhere Bild­wie­der­hol­rate von 90 Hz - ein Zusatz­fea­ture, das nett anzu­sehen ist, weil es im Gegen­satz zu den regu­lären 60 Hz für eine flüs­sigere Darstel­lung - sofern von Apps unter­stützt - sorgt. Wer das nicht braucht, kann manuell herunter regeln und unter Umständen Akku sparen. In unserem Akku­test­ver­fahren erreichte das OnePlus Nord N10 5G aber eine Lauf­zeit von rund 13 Stunden, die sich sehen lassen kann. Das Display könnte insge­samt jedoch heller sein. Mit einem von uns gemes­senen Wert von 341 cd/m² ist es leider nur durch­schnitt­lich hell. Die Blickwinkelstabilität des Displays Die Blickwinkelstabilität des Displays
Bild: teltarif.de
Das OnePlus Nord N10 5G liegt gut in der Hand. Auch wenn das bei einem Gerät, das eben mit den Händen bedient wird, obli­gato­risch sein sollte, ist das bei immer größer werdenden Smart­phones nach wie vor erwäh­nens­wert. Denn nicht jedem mögen Schwer­gewichte wie Samsung Galaxy S20 Ultra oder iPhone 12 Pro Max mit jeweils über 220 Gramm gefallen. Das OnePlus Nord N10 5G über­schreitet die 200 Gramm Marke nicht, weshalb es, ja, gut und noch "leicht" in der Hand liegt.

Die Rück­seite ist jedoch ein Finger­abdruck-Magnet, was viele Modelle sind, wir hatten aber das Gefühl, dass das OnePlus Nord N10 5G dadurch rutschiger in der Hand liegt. Die physi­schen Tasten sind gut plat­ziert, sodass in der Regel im einhän­digen Betrieb nicht umge­griffen werden muss, um Power­button (mit dem rechten Daumen) und Laut­stär­kewippe (mit dem rechten Zeige­finger) gut errei­chen zu können.

Zu den weiteren Anschluss­mög­lich­keiten gehört ein USB-C-Anschluss, über den sich der 4300 mAh große Akku mittels Warp-Charge-Tech­nologie mit 30 Watt wieder aufladen lässt und ein 3,5-mm-Klin­ken­anschluss für kabel­gebun­dene Head­sets. Das Feature kommt ange­sichts wach­sender kabel­loser Earbuds, die per Blue­tooth verbunden werden, immer mehr aus der Mode, hat aber immer noch Verfechter. Gehäuserückseite mit Blick auf die Quadkamera Gehäuserückseite mit Blick auf die Quadkamera
Bild: teltarif.de
Neu im Hause OnePlus ist etwas, das sicher­lich viele freuen wird: Bislang konnte der interne Spei­cher nicht erwei­tert werden. Nun erlaubt der Karten­slot das Einlegen eines entspre­chenden Spei­cher­mediums. Der Karten­slot ist als Hybrid­lösung ange­legt. Nutzer können sich entweder dafür entscheiden, zwei Nano-SIM-Karten parallel einzu­legen oder eine Nano-SIM-Karte und eine MicroSD-Karte zu verwenden. Damit kann der interne Spei­cher von 128 GB des OnePlus Nord N10 5G um bis zu 512 GB erwei­tert werden.

Perfor­mance

Die Größe des Arbeits­spei­chers ist mit 6 GB bemessen. Als Leis­tungs­kom­ponente hat sich OnePlus für einen Snap­dragon 690 entschieden. Auf dem Papier kann die CPU nicht mit Ober­klasse-Prozes­soren mithalten, wie beispiels­weise der von uns ermit­telte Gesamt­wert des AnTuTu-Bench­mark­tests (283 932) zeigt. Hier errei­chen Modelle wie das OnePlus 8T, das einen Snap­dragon 865 verbaut hat, deut­lich mehr (582 511). Nichts­des­totrotz muss sich nun das OnePlus Nord N10 5G nicht verste­cken. Wir hatten nicht das Gefühl, ein lang­sames Smart­phones zu testen. Das bewies auch der kurze Gaming-Test mit Asphalt 9: Legends. "Retro"-Feature: OnePlus Nord N10 5G mit Headset-Buchse "Retro"-Feature: OnePlus Nord N10 5G mit Headset-Buchse
Bild: teltarif.de
Im Zuge der Ankün­digung des OnePlus Nord N10 5G wurden kriti­sche Stimmen laut, warum das Modell mit Android 10 und nicht mit Android 11 ausge­lie­fert wird. Als Grund gibt OnePlus an, dass man sich an den aktu­ellen Soft­ware­stan­dards für Smart­phones in erschwing­licheren Preis­kate­gorien orien­tiert. Bislang gibt es noch keine weiteren Infor­mationen, ob und wann Android 11 für das OnePlus Nord N10 5G zur Verfü­gung gestellt wird.

5G-Test

Wir haben im Berliner Südwesten einen 5G-Test im Netz der Deut­schen Telekom mit der Speed-Test-App von Ookla durch­geführt. Inner­halb eines Gebäudes haben wir so Über­tra­gungs­raten von 141 MBit/s im Down­load und 65,83 MBit/s im Upload ermit­teln können. Außer­halb von Gebäuden waren es in einem Fall 218 MBit/s im Down­load und 108 MBit/s im Upload.

In einem sepa­raten Bericht haben wir erläu­tert, warum 5G von der Telekom weiterhin mit vielen Handys nicht voll nutzbar ist. Im Kartenslot ist nun auch Platz für eine Speicherkarte Im Kartenslot ist nun auch Platz für eine Speicherkarte
Bild: teltarif.de

Tele­fonie, Sound und Sicher­heit

Das Stereo­laut­spre­cher­system liefert einen guten, ausge­wogenen Klang mit ausrei­chender Bass­leis­tung. Auch in höheren Laut­stär­kere­gionen empfanden wir das Klang­erlebnis als ange­nehm, störende Neben­geräu­sche konnte wir nicht fest­stellen.

Die Tele­fonie­leis­tung ist klang­lich auf gutem Niveau. Wir konnte unseren Gesprächs­partner klar und deut­lich verstehen und auch die Laut­stärke war mehr als ausrei­chend. VoLTE wird unter­stützt.

Einen Finger­abdruck­sensor unter dem Display gibt es nicht. OnePlus setzt beim Nord N10 5G auf eine opti­sche Lösung in der Nähe der Haupt­kamera auf der Gehäu­serück­seite. Der ist gut zu errei­chen und verrich­tete im Test einen zuver­läs­sigen Job. Darüber hinaus kann der Sperr­bild­schirm mittels Gesichts­erken­nung über die Front­kamera gelöst werden.

Auf der nächsten Seite haben wir die Kameras des OnePlus Nord N10 5G getestet. Außerdem lesen Sie das Fazit.

1 2
vorherige Seite:
nächste Seite:

Weitere Handytests bei teltarif.de