Universalfernbedienung

One For All verwandelt Tablets in Universal-Fernbedienungen

App und Infrarotsender übernehmen Steuerung von HiFi-Anlage & Co.
Von der IFA in Berlin berichtet Thorsten Neuhetzki

Das Prinzip der Tablet-Remote-App von One For All Das Prinzip der Tablet-Remote-App von One For All
Foto: One For All
One For All - seit vielen Jahren be­kannt als Hersteller von mehr oder weniger auf­wändigen Uni­versal­fernbe­dienungen - hat auf der IFA eine Lösung vorgestellt, mit der das eigene Android- oder iOS-Tablet zur Fern­bedienung wird. Rein theoretisch lassen sich damit dann 80 Endgeräte in fünf Räumen steuern. Das Star­tpaket unterstützt einen Raum mit bis zu 16 per Infrarot gesteuerten Geräten. Um was für Geräte es sich handelt, ist dabei egal.

One For All liefert dem Kunden im zu kaufenden Paket eine Infrarot-Bridge. Sie wird per WLAN angesteuert und bekommt über diese Funkstrecke die Befehle zur Aus­sendung des Infrarotsignals vom Tablet. Auf dem Tablet findet die Bedienung der Geräte statt. Die bis zu 16 Geräte können nach einer einmaligen Programmierung dann so bedient werden, als hätte der Nutzer die jeweilige Fernbedienung zur Hand - benötigt aber nur noch sein Tablet. Zudem muss er sich nicht einmal in dem Zimmer befinden, in dem die Geräte geschaltet werden sollen.

300 000 unterschiedliche Endgeräte werden unterstützt

Das Prinzip der Tablet-Remote-App von One For All Das Prinzip der Tablet-Remote-App von One For All
Foto: One For All
Nach der Auswahl der zu steuernden Endgeräte in der App ist das Tablet als Universalfernbedienung einsetzbar. Sie unterstützt über 300 000 Endgeräte von über 6 000 Herstellern. Sie können vergleichs­weise einfach programmiert werden. In der Folge werden dann die verschiedenen Steuer­elemente einer Fernbedienung in unterschiedlichen Abschnitten dargestellt.

Ein erweiterter elektronischer Programm-Guide (EPG) nutzt die Möglichkeiten des Tablets vollumfänglich aus. So steht eine Auswahl von über 150 TV-Programmen mit einer Vorschau von bis zu zwei Wochen bereit. Plattform-spezifische Programmlisten vereinfachen überdies die Information für Pay-TV oder Kabelkunden.

70 Euro pro Raum, in dem Geräte gesteuert werden sollen

Das System soll ab November für etwa 70 Euro im Handel sein. Um Geräte in mehreren Räumen mit der App steuern zu können, benötigt der Nutzer mehrere dieser Pakete, da die Infrarot-Bridge Voraussetzung zur Nutzung ist. Übrigens: Wer sein Smart-TV wegen fehlender Netzwerkkabel nicht ans Internet angeschlossen hat, kann bei geschickter Standort-Auswahl die IR-Bridge nutzen, um HiFi-Geräte ins Internet zu bringen: Die Bridge bietet einen Ethernet-Port, der der Netzwerksignal per WLAN weiterleitet.

Genutzt werden kann die App zum Start nur auf Tablets mit 7 Zoll Display-Diagonale und mehr. "Auf kleineren Bildschirmen ist die Nutzung nicht sinnvoll", sagte uns ein Produktmanager auf der IFA, kündigte aber gleichzeitig an, dass man über eine Smartphone-App nachdenke, die dann beispielsweise ohne den EPG auskommen könnte. Schade ist, dass die Daten der App mit der Einrichtung der Universalfernbedienungen nicht in der Cloud gespeichert werden. Bei einem Tablet-Wechsel muss die App so komplett neu eingerichtet werden. Eine Steuerung aus der Ferne per Internet ist noch nicht möglich, sei aber angedacht.

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