Wiesn

Oktoberfest: Weniger Besucher - deutlich mehr Daten

Vom 17. September bis 3. Oktober 2022 fand das 187. Okto­ber­fest in München statt. Alle drei Mobil­funk­netz­betreiber zogen Bilanz

Zum Ende des Okto­ber­festes, das am Montag seinen Abschluss fand, legten die Mobil­funk­netz­betreiber Telekom, Voda­fone und o2 erste Zahlen vor. Die Besu­cher­zahlen früherer Okto­ber­feste konnte nicht ganz erreicht werden. Vielen poten­ziellen Gästen war das Wetter schlicht zu schlecht, außer am letzten Tag, dem Tag der deut­schen Einheit, wurde es nochmal schön und voll. Die Statistik zählte 5,7 Millionen Besu­cher im Gegen­satz zur letzten Wiesn vor der Unter­bre­chung mit 6,3 Millionen.

Mehr lokale Besu­cher

Auf dem Oktoberfest gehören Dirndl oder Lederhosen und ein Smartphone zur Grundausrüstung. Auf dem Oktoberfest gehören Dirndl oder Lederhosen und ein Smartphone zur Grundausrüstung.
Foto: Picture Alliance/dpa
Während der inter­natio­nale Besu­cher­anteil etwas gesunken ist, kamen mehr Gäste aus dem Münchner Umland, und sie waren im Schnitt jünger. Das zeigte eine Auswer­tung von anony­misierten und aggre­gierten Daten des Mobil­funk­anbie­ters Telefónica (o2). Danach kamen 77 Prozent der Besu­cher aus München und angren­zenden Land­kreisen; knapp 16 Prozent reisten aus dem Ausland an, vor allem aus Groß­bri­tan­nien und den USA.

Telekom 165 Tera­byte - erst­malig 5G

Alleine im Netz der Telekom wurden während des Okto­ber­fests 165 Tera­byte (= 168.960 Giga­byte) an Daten über­tragen, was für die Telekom ein abso­luter Rekord ist. 2019 flossen "nur" 76 Tera­byte Wiesn-Daten durch das Netz. Man sieht: Der Daten­ver­kehr hat sich also mehr als verdop­pelt, trotz leicht gesun­kener Besu­cher­zahl. Für das Volks­fest hatte alleine die Telekom zehn mobile und vier Zelt-Stand­orte geson­dert aufge­baut.

Zum ersten Mal haben alle drei Netz­betreiber auf dem Okto­ber­fest den Mobil­funk­stan­dard 5G einge­setzt. 5G hat nach Ansicht der Telekom "einen wesent­lichen Anteil daran, dass der stark gestie­gene Mobil­funk­ver­kehr während der sieb­zehn Fest­tage mühelos über­tragen werden konnte".

Bei der Telekom liefen schon über 30 Prozent der Daten über das 5G-Netz. Zum gestie­genen Daten­ver­kehr passt die Einschät­zung der Veran­stalter, dass das Publikum auf dem Okto­ber­fest deut­lich jünger war als noch 2019. Eben­falls auffällig in diesem Jahr: Rund 30 Prozent des Daten­umsatzes geht auf „Roamer“ zurück – das heißt durch Nutzer aus auslän­dischen Netzen.

Bei der Telekom wurden auf der Wiesn rund 3,4 Millionen Tele­fonate geführt.

Voda­fone 120 Tera­byte

Auch bei Voda­fone (D2) waren es "fast 120 Tera­byte" Daten. Beim letzten Okto­ber­fest 2019 hatte "D2" noch rund 70 Tera­byte Daten gemessen - einem Daten­anstieg von rund 70 Prozent.

Vor Ort versorgten 21 Voda­fone Mobil­funk-Stationen (mit ca. 90 Antennen) die Besu­cher mit Netz – 13 Stationen hatte Voda­fone 5G ausge­stattet, um Daten schneller, stabiler und effi­zienter zu über­mit­teln. Die Früh­pla­nung für die Netz-Aufrüs­tung zur Wiesn hatte bereits im März begonnen.

Voda­fone hat heraus­gefunden, dass sich das Daten­auf­kommen im Tages­ver­lauf verän­dert: Die meisten Daten wurden immer zwischen 16 und 18 Uhr über­mit­telt. Der Tag mit den meisten Daten war übri­gens der zweite Wiesn-Samstag (im Volks­mund "Italiener-Wochen­ende" genannt): Allein an diesem Samstag flossen etwa 10 Tera­byte Daten bei Voda­fone.

Weniger Sprach-Tele­fonie

Auch bei Voda­fone wurde 2022 deut­lich weniger tele­foniert als noch 2019. Insge­samt hingen die Voda­fone-Kunden etwa 35.000 Stunden an der draht­losen Strippe (rund 20 Prozent weniger als 2019), die auf eine Million Anrufe aufzu­teilen sind. Ein durch­schnitt­liches Wiesn-Tele­fonat dauerte bei Voda­fone nur etwa zwei Minuten und ist damit kürzer als das durch­schnitt­liche Tele­fonat in ganz Deutsch­land über das gesamte Jahr gesehen, welches etwa 2:50 Min andauert.

o2: 150 Tera­byte

Bei Telefónica (o2) wurden rund 150 TB Daten über­tragen oder etwa 3,8 Millionen Anrufe getä­tigt (+5 Prozent im Vergleich zu 2019, trotz weniger Besu­chern) und es wurden trotz allem Multi­media-High­tech noch rund 150.000 SMS verschickt, das sind aber 78 Prozent weniger als 2019.

Schon vor dem Okto­ber­fest war von Fach­leuten ein Daten­rekord erwartet worden.

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