Quartalszahlen

Telefónica & o2: Erster Gewinn seit E-Plus-Fusion

Telefónica hat die vorläufigen Kennzahlen von Januar bis Juni 2016 bekanntgegeben. Dabei verbucht o2 den ersten Gewinn seit der Fusion mit E-Plus.
Von Marleen Frontzeck-Hornke mit Material von dpa
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Telefónica Deutschland (o2) hat dank eines Sonderertrags aus dem Verkauf von Mobilfunkmasten den ersten Gewinn seit der milliardenschweren E-Plus-Übernahme eingefahren. Unter dem Strich verdiente der nach der Anzahl der SIM-Karten größte deutsche Mobilfunker im zweiten Quartal 252 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust von 68 Millionen angefallen war. Nach dem Zusammenlegen der Netze von o2 und E-Plus waren manche Mobilfunkmasten überflüssig geworden und konnten verkauft werden.

Auch beim operativen Ergebnis macht das TecDax-Schwergewicht dank Kostensenkungen infolge der Fusion weiter Fortschritte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Oibda) kletterte um 1,2 Prozent auf 459 Millionen Euro. Das war mehr als im Schnitt von Analysten erwartet.

Telefnica Deutschland verbucht ersten Gewinn seit Fusion mit E-Plus
Telefónica Deutschland verbucht ersten Gewinn seit Fusion mit E-Plus

Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen schwächelt

Beim Umsatz steht das Unternehmen dagegen weiter unter Druck. Der harte Wettbewerb auf dem deutschen Markt drückt nach wie vor auf die Preise, der Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen sank im Jahresvergleich um 1,7 Prozent. Im Gesamtjahr rechnet das Management um Chef Thorsten Dirks nun nicht mehr damit, den Mobilfunkserviceumsatz stabil halten zu können. Weil zudem die Nachfrage nach Smartphones und Tablets schwächelt, ging der Umsatz insgesamt um 5,9 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro zurück.

Weiterhin wolle das Unternehmen den Fokus auf die digitale Transformation nach den Integrationsfolgen im ersten Halbjahr legen. Im Quartal wurde laut Telefónica die Neuausrichtung der Marken- und Produktwelt "weitgehend abgeschlossen". Nun fungiere o2 als alleinige Premium-Marke. Mit der Marke Blau wolle man ein zentrales Angebot im Non-Premium-Bereich festigen. Wie wir bereits berichtet haben, wurde Base vor ein paar Wochen als reine Online-Marke wieder zum Leben erweckt.

Die Datenmonetarisierung würde durch neue Angebote wie o2 Banking vorangetrieben. Thorsten Dirks, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland, betont: "Unsere Strategie der konsequenten Datenmonetarisierung zahlt sich aus und wird im Zuge unserer digitalen Transformation weiteres Momentum gewinnen. Von den positiven Zukunftsaussichten sollen auch unsere Aktionäre über steigende Dividenden profitieren." Finanzvorstand Rachel Empey ergänzte: "Unsere Investitionen in Marke, Netz und IT werden sich im zweiten Halbjahr zunehmend positiv auswirken. Wir werden in diesem Jahr bereits mehr als die Hälfte der für 2019 angestrebten jährlichen Synergien von 800 Millionen Euro beim Operating Cash Flow erreichen."

Weitere Details zum neuen Angebot o2 Banking und unsere ersten Eindrücke dazu erhalten Sie in einer separaten Meldung.

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