Quartalszahlen

o2-LTE-Kunden verbrauchen monatlich durchschnittlich 2,4 GB

Die heute von Telefónica vorgelegten Quartalszahlen zeigen: Die o2-Free-Tarife sind beliebt, Prepaid-Nutzer werden bei o2 weniger. Doch auch bei VDSL-Kunden konnte o2 zulegen.
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Der Standort von Telefonica in DüsseldorfDer Standort von Telefónica in Düsseldorf Die heute von Telefónica vor­ge­legten Zahlen geben Aufschluss darüber, wie es um die Strategie des nach Kunden größten deutschen Netzbetreibers steht. Seit einiger Zeit vermarktet o2 an Neukunden ja überwiegend die o2-Free-Tarife ohne harte Drosselung: Und das Ergebnis beweist den Erfolg dieser Strategie: Der Datenverbrauch der Nutzer im Telefónica-Netz steigt rapide.

Laut den heute vorgelegten vorläufigen Kennzahlen zum 3. Quartal zeigen sich erste Erfolge dieser Strategie: o2 konnte zahlreiche Vertragskunden hinzugewinnen. Trotzdem dürfte das Betriebsergebnis nach der heutigen Prognose stagnieren oder bestenfalls im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen.

Mobilfunk: Vertragstarife erfolgreich, Prepaid schrumpft

Telefónica spricht von einem "intensiven Wettbewerb", womit beispielsweise die Drillisch-Marken gemeint sein dürften, sowie von "regulatorischen Belastungen" - dies bezieht sich darauf, dass für Roaming innerhalb der EU keine Zusatzgebühren mehr verlangt werden dürfen. o2-Kunden mit LTE-Tarifen haben im Berichtszeitraum durchschnittlich 2,4 GB im Monat verbraucht, Kunden mit großen Datenpaketen nutzen durchschnittlich schon über 5 GB. Insgesamt stieg die mobile Datennutzung im Jahresvergleich auch aufgrund der neuen Tarife mit großen Datenvolumina um 49 Prozent. Die Zahl der LTE-Nutzer wuchs um 48 Prozent auf 15,7 Millionen.

Im dritten Quartal konnte der Konzern insgesamt 183 000 Vertragskunden hinzugewinnen. Damit betreibt Telefónica insgesamt 48,4 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen (OIBDA) stieg im 3. Quartal um 2,1 Prozent auf 468 Millionen Euro. Unterm Strich muss Telefónica aber wegen Abschreibungen für die milliardenschwere Übernahme von E-Plus einen Verlust von 39 Millionen Euro verbuchen. Der Vorstand plant, den Anteilseignern für das laufende Jahr eine Anhebung der Dividenden-Ausschüttung um 1 Cent auf 26 Cent je Aktie vorschlagen. Interessant ist, dass der monatliche Umsatz pro Kunde durch die Strategie offenbar wieder steigt: Die neuen o2-Tarife trugen laut der heutigen Mitteilung zu einem Anstieg des durchschnittlichen Umsatzes pro Vertragskunde (ARPU) auf 15,70 Euro (Vorquartal: 15,50 Euro) bei, nachdem viele Netzbetreiber seit einiger Zeit weltweit über einen sinkenden ARPU klagen.

Der Erfolg bei den Mobilfunk-Vertragskunden bewirkt allerdings auch einen Rückgang im Prepaid-Geschäft: Die Anschlusszahl sank in diesem Segment um 535 000. Als Grund dafür nennt Telefónica die im Sommer eingeführte Identifizierungspflicht für Prepaidkarten. Besucher aus dem Ausland würden ohnehin zudem vermehrt ihre heimischen Tarife ohne Zusatzkosten in Deutschland verwenden.

Festnetz: VDSL-Kundenzahl wächst, aber Ertrag schrumpft

Insgesamt verfügt Telefónica zum Ende des dritten Quartals über 52,9 Millionen Kundenanschlüsse (Mobilfunk und Festnetz). Die Zahl der VDSL-Kunden stieg um 45 Prozent und übertraf im dritten Quartal erstmals die Marke von 1 Million.

Die Erlöse im Festnetzgeschäft waren mit 214 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 245 Millionen Euro) allerdings weiter rückläufig. Laut Telefónica wirkt sich der 2013 beschlossene Umstieg auf die DSL-Infrastruktur der Deutschen Telekom und der damit verbundene Rückzug aus dem DSL-Wholesale-Geschäft aus - Telefónica wird auf absehbare Zeit kein eigenes DSL-Netz mehr haben, das an Mitbewerber vermietet werden kann.

Der Umsatz mit Endgeräten stieg auf Grund stärkerer Nachfrage und wegen Abverkäufen von Beständen in den abgelaufenen drei Monaten um 28 Prozent auf 290 Millionen Euro. Beispielsweise bei der Marke Blau kombiniert Telefónica immer wieder Tarife mit vergünstigten Mittelklasse-Smartphones.

Insgesamt erzielte Telefónica Deutschland im dritten Quartal einen Konzernumsatz von 1,85 Milliarden Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahresquartal ein Rückgang von 1,3 Prozent. Im zweiten Quartal war der Umsatz bereits um 3,4 Prozent gesunken. Auch die Investitionen von Telefónica sind rückläufig: Die Investitionen (CapEx) beliefen sich im dritten Quartal auf 254 Millionen Euro (im Vorjahresquartal waren es noch 314 Millionen Euro). Eine Quelle künftiger Umsätze soll Telefónica NEXT sein, die Tochtergesellschaft, die anonymisierte Bewegungsdaten der Kunden verkauft.

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