Regulierung

o2 fordert "maßvolle" Regulierung der Terminierungsentgelte

Entgelte haben direkten Einfluss auf die Endkunden-Preise im Mobilfunk
Von Ralf Trautmann
Kommentare (316)
AAA
Teilen

Am 30. November laufen die aktuell geltenden Terminierungs-Entgelte aus - und der Netzbetreiber o2 hat jetzt passend mitgeteilt, neue Anträge bei der Bundesnetzagentur eingereicht zu haben. Die Münchener nutzen diese Einreichung, um ihre Position zu den Terminierungsentgelten deutlich zu machen: Der Netzbetreiber betont, dass er sich eine "maßvolle" Regulierung wünscht - das ist keine Überraschung, denn auch in der Vergangenheit gab es (nicht nur bei o2) keine Begeisterung über die kontinuierliche Absenkung der Entgelte, die erhebliche Einnahmen sichern. Die Netzbetreiber indes erinnern an die Kostenseite unter anderem für den Infrastruktur-Aufbau - laut o2 müsse entsprechend "eine vernünftige Balance zwischen den notwendigen Investitionen der Mobilfunkunternehmen und den erzielbaren Einnahmen gefunden werden."

o2: Nahezu doppelt so hohe Entgelte aus "formaljuristischen" Gründen beantragt

Symbolbild o2 Aktuell liegen die Terminierungs-Entgelte bei 6,59 Cent pro Minute (netto) in die D-Netze, in die E-Netze bei 7,14 Cent netto. Diese Entgelte zahlt ein Netzbetreiber an einen fremden Netzbetreiber, wenn er ein Gespräch in dessen Netz durchleitet. Auch wenn es sich bei den Terminierungs-Entgelten um Anbieter-interne Kosten handelt, betreffen diese natürlich direkt die Mobilfunk-Preise für den Endkunden, da sie maßgeblich die Marke beeinflussen, ab der ein Anbieter mit Telefonaten in Fremdnetze Einnahmen erzielt oder zuzahlt.

Die Terminierungsentgelte sind ein sperriges Thema, und passend dazu ist auch das Antragsverfahren kompliziert. o2 hat zwei Anträge eingereicht, eines nach einem vorgeschriebenen Kostenmodell der Bundesnetzagentur und eines mit einer eigenen Kostenrechnung. o2 beantragt dabei nahezu doppelt so hohe Terminierungsentgelte wie bisher - dies hat laut dem Netzbetreiber aber "formaljuristische" Gründe, da noch "zahlreiche rechtliche Fragestellungen aus früheren Festlegungen der Mobilfunk-Terminierungsentgelte [...] nicht abschließend höchstgerichtlich geklärt sind." Um hier keine Ansprüche zu verlieren, seien derartige Anträge nötig gewesen. Zudem fordert o2, die Terminierungsentgelte diesmal für "mindestens 36 Monate" festzulegen.

Wie teltarif.de die Situation vor der nächsten Regulierungs-Runde einschätzt, erfahren Sie in unserem Editorial zur neuen Festlegung der Terminierungsentgelte.

Das folgende Schaubild verdeutlicht die Funktionsweise der Terminierungsentgelte:

Terminierungsentgelte im Mobilfunk

Weitere Artikel zum Thema Regulierung der Terminierungsentgelte im Mobilfunk

Teilen