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Telefónica überträgt 650 MBit/s über 3,5 GHz TDD Massive MIMO

Im o2-Netz in München wurde versuchsweise das bislang brachliegende 3,5-GHz-Band genutzt. Auf nur 20 MHz Spektrum wurden 650 MBit/s übertragen. Telefónica verfügt über 84 MHz Spektrum in diesem Bereich. Zum Tragen kommen wird das vor allem bei 5G.
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Telefónica überträgt 650 MBit/s über 3,5 GHz Massive MimoTelefónica überträgt 650 MBit/s über 3,5 GHz Massive Mimo Telefónica hat den nach eigenen Angaben weltweit ersten 3,5-GHz-LTE-TDD-Massive-MIMO-Feldtest erfolgreich gestartet. Im deutschen o2-Netz in München wurden dabei zeitgleich 16 Endgeräte über ein 20-MHz-Frequenz-Spektrum auf dem 3,5-GHz-Band mit einer Peak-Downlinkrate von 650 MBit/s betrieben.

Massive MIMO bezeichnet eine Multi-Antennen-Technologie, basierend auf einer Vielzahl einzelner kleiner Antennenelemente. Dabei macht sich die Übertragungsart eine spezielle Anordnung einzelner Antennenelemente innerhalb eines Gehäuses zunutze. Massive MIMO unterstützt die präzise Aussteuerung eines Antennensignals und erlaubt dreidimensionales Beam-Forming. So fokussiert die Antenne direkt auf diejenigen Bereiche, in denen hohe Kapazitäten für Kunden benötigt werden. Die Übertragung werde dadurch stabiler, die Datenübertragungsrate höher und das Frequenzspektrum werde effizienter genutzt. Telefónica spricht von einer Steigerung der Effizienz um das Fünffache im Vergleich zur normalen LTE-Übertragung (2T2R).

Übertragungstechnik künftig für Hotspot-Versorgung

Die neue Antennentechnik in Kombination mit einer Nutzung des 3,5-GHz-Frequenzbandes sei besonders gut geeignet, um beispielsweise dicht besiedelte HotSpots abzudecken, etwa städtische Ballungsgebiete, Bahnhöfe, Stadien, einzelne Bereiche in Innenstädten, Einkaufszentren oder Hochhäuser. Eine Flächenversorgung mit dem genannten Frequenzband ist wegen der Eigenschaften der Frequenz auch nicht sinnvoll, da die Reichweite zu gering ist.
Telefónica Deutschland verfügt über ein derzeit ungenutztes Spektrum von 84 MHz im 3,5-GHz-Frequenzbereich. Mit Massive MIMO in Kombination mit 3,5 GHz sei Telefónica zukünftig in der Lage, Kunden neue Anwendungen wie WTTx (mobiles Breitband für zuhause), 4K-Videos und mehr anzubieten. Massive MIMO wird folglich eine interessante Komponente für die weitere Entwicklung von 5G-Anwendungen. Beim aktuellen Handykauf lohnt es sich derzeit also kaum darauf zu achten, dass das Handy dafür ausgerüstet ist. Zum einen dürfte es kein Handy geben, dass 3,5-GHz-LTE mit TDD unterstützt, zum anderen ist ein Einsatz von LTE noch vor dem Start von 5G unwahrscheinlich. TDD unterscheidet sich im sonst in deutschen Handynetzen verwendeten FDD-Verfahren vereinfacht gesagt dadurch, dass es keine zwei getrennte, gepaarte Frequenzen für Up- und Downstream gibt, sondern Up- und Downstream über verschiedene Zeitschlitze auf der gleichen Frequenz übertragen wird. Zum Einsatz kommt TDD zum Beispiel bei DECT-Telefonen.

Das Telefónica mit dem derzeit brachliegenden 3,5-GHz-Spektrum jedoch einen Vorteil gegenüber Telekom und Vodafone haben wird, zeichnete sich schon zur ITU Telecom World im November ab. Allerdings währt der strategische Vorteil nur bis 2021 - bis dahin sind die Lizenzen für die Frequenzen gültig.

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