München

o2 setzt auf neue Säulen beim Mobilfunknetz-Ausbau

Litfaßsäule am Hauptbahnhof München mit Mini-Sender ausgestattet
Von Thorsten Neuhetzki
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Sender und Richtfunk-Anlage von o2 auf einer LitfaßsäuleSender und Richtfunk-Anlage von o2 auf einer Litfaßsäule Die Last, die die Mobilfunknetze in Deutschland auffangen müssen, wird immer größer. Vor allem an Orten, wo sich viele Menschen treffen, entsteht durch Telefonate aber auch durch die Nutzung von Smartphones hoher Traffic. Deswegen stellen die Netzbetreiber oftmals auch mobile Sendemasten auf, wenn nur zu Stoßzeiten viele Kunden an einem Ort zu erwarten sind. Dann wird der lokale Datenverkehr über den lokalen Sender abgeführt, Kunden im Umkreis spüren kaum etwas von den Überlastungen.

An Orten, an denen regelmäßig viel Traffic anfällt, wird schon seit Jahren mit sogenannten Pico-Zellen gearbeitet. Diese Mini-Sender haben meist nur eine sehr begrenzte Reichweite, schaffen es aber, zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen. Früher war das vor allem für Telefonate wichtig, weswegen diese Pico-Zellen oft reine GSM-Sender sind. Oft finden sie sich an Straßenlaternen oder Ampeln. Heute ist aber Datentraffic oftmals ein Engpass - Zeit für Mini-UMTS-Sender.

Sender auf Litfaßsäule in etwa 5 Meter Höhe

o2 hat am Münchener Hauptbahnhof einen Standort für einen vollwertigen UMTS-Sender gefunden: Eine Litfaßsäule. Sie soll jenen Funkverkehr der Kunden im direkten Umkreis aufnehmen. Dadurch, dass die Anlage in etwa fünf Metern Höhe steht, die "großen" Sender aber auf den hohen Häusern umzu, störe sie deren Signale nicht, sondern schaffe zusätzliche Kapazitäten. Abgeführt wird der Traffic über eine Richtfunkstrecke zur nächsten "richtigen" Basisstation, von woaus die Telefonie und die Sprache weitertransportiert wird.

Zur Realisierung der neuen Basisstation wurde nach Angaben von o2 die bisherige Litfaßsäule nach einer Vereinbarung mit dem Betreiber abgerissen und eine neue mit Tür und Hohlraum für die Technik und Techniker von o2 ersetzt. Die Funknetzplanung sei nun dabei, bundesweit ähnliche Standorte zu finden, an denen mit Litfaßsäulen an neuralgischen Punkten zusätzliche Kapazität auf Straßenebene geschaffen werden kann.

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