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o2 bestätigt Probleme zwischen SIM-Karte und ZTE-Router

o2-Kunden, die sich den my-Internet-to-Go-Tarif mit einem mobilen Router von ZTE bestellt hatten, berichten über massive tech­nische Probleme. o2 reagiert nun und nimmt den Router zunächst aus dem Verkauf.

ZTE-Router funktioniert nicht mit o2-SIM ZTE-Router funktioniert nicht mit o2-SIM
Bild: Telefonica / o2
Mitte Mai berich­tete teltarif.de über den Start des Tarifs o2 my Internet-to-Go, der wahl­weise auch mit einem mobilen Router von ZTE verkauft wurde. Dass der Tarif 5G unter­stützt, der ZTE-Router aller­dings nur LTE, hatte o2 von Beginn an kommu­niziert.

Nun berichten aber zahl­reiche Kunden, die den Tarif mit eben­diesem ZTE-Router bestellt haben, dass SIM-Karte und Router nicht zusam­men­arbeiten. Auch im o2-Forum hagelte es Beschwerden dazu. Nach kriti­schen Nach­fragen von teltarif.de wurde die Bestell­mög­lich­keit für den Router nun zunächst ausge­setzt.

SIM funk­tio­niert nicht im gelie­ferten ZTE-Router

ZTE-Router funktioniert nicht mit o2-SIM ZTE-Router funktioniert nicht mit o2-SIM
Bild: Telefonica / o2
Ende Juni schrieb uns ein teltarif.de-Leser, der Abon­nent unseres News­let­ters ist:

Hallo liebe teltarif.de-Redak­tion, im Mai hattet ihr in einem News­letter das neue o2-Angebot "my Internet-to-Go" beschrieben [es folgt der Link auf unseren Artikel, Anm. d. Red.], das es auch mit dem Router ZTE MF920U gibt. Für meinen Urlaub wäre das die opti­male Lösung gewesen, wenn es denn funk­tio­nieren würde. Ich bezweifle mitt­ler­weile aber, dass noch recht­zeitig (in dieser Woche) eine Lösung gefunden wird. Falls ihr noch nichts von den anschei­nend größeren Problemen bei o2 im Zusam­men­hang mit dem ZTE-Router gehört habt, schaut doch mal im o2-Forum unter Router ZTE erkennt SIM-Karte nicht / o2 Commu­nity (o2online.de). Der Router funk­tio­niert nur kurz mit der SIM-Karte, dann meldet er, dass keine oder eine ungül­tige SIM-Karte einge­legt ist. Die SIM-Karte selbst funk­tio­niert in anderen Geräten problemlos. Genauso funk­tio­nieren andere SIM-Karten in dem Router problemlos. Ledig­lich die von o2 bereit­gestellte Kombi­nation funk­tio­niert nicht.

Anschei­nend hat o2 hier also eine Kombi­nation von SIM-Karte und Router (auch weiterhin) im Angebot, die nicht funk­tio­niert. Seit bald drei Wochen warte ich (genauso wie andere Kunden viel­leicht sogar schon länger) darauf, dass o2 eine Lösung für uns Kunden findet, aber es tut sich - außer vertrös­tender Worte, man sei weiterhin auf der Suche nach einer Lösung - nichts. Dass die Suche nach eine Lösung auch mal etwas länger dauern kann, ist verständ­lich. Mich stören aller­dings zwei Dinge: 1. Das Produkt wird weiterhin in dieser Kombi­nation ange­boten und es melden sich immer mehr Kunden, die genau das Problem fest­stellen. 2. Solche grund­legenden Probleme fallen nicht vom Himmel und hätten vor der Markt­ein­füh­rung durch Tests fest­gestellt werden können und müssen.

Ich denke, da o2 von selbst nicht auf die Idee kommt und auf die Kunden nicht hört, müssten poten­zielle Kunden zumin­dest aktuell davor gewarnt werden, dieses Produkt (Kombi­nation des Tarifs mit diesem Router) zu bestellen, da eine offi­zielle Lösung nicht in Sicht ist. Viel­leicht wäre das ja einen Bericht auf ihrer Seite wert.

o2 reagiert auf Beschwerden zunächst halb­herzig

Im vom Leser genannten o2-Forum berichten die Betrof­fenen, dass beim Einschalten des Routers Meldungen wie "keine SIM-Karte" oder "ungül­tige SIM-Karte" erscheinen. Neustart und Zurück­setzen des Routers brachten keine Ände­rung. Einige berichten auch, dass Router und SIM etwa 20 Minuten lang zusam­men­gear­beitet hätten, bevor der Fehler auftrat. Bei anderen dauerte es nur etwa zwei bis drei Minuten.

Nach anfäng­lichem Zögern reagierte dann o2 auf die Beschwerden und tauschte bei ersten Kunden den Router aus. Ein Kunde berichtet im Forum, dass der neue Router bei ihm auch nicht mit der SIM-Karte funk­tio­nieren würde. Ärger­lich war für viele Kunden, dass sie den Router mit Tarif fest für die Verwen­dung im Urlaub einge­plant hatten und dass diese Lösung nun zum Beginn des Urlaubs nicht einsatz­fähig war, ohne noch­mals woan­ders einen mobilen Router zu besorgen.

Irgend­wann begann o2 damit, nicht mehr nur die Router, sondern auch die SIM-Karten der Kunden zu tauschen. Doch die Neube­stel­lung des Pakets aus Router und SIM war bei o2 auf der Webseite weiterhin möglich.

o2 nimmt Bestell­mög­lich­keit vom Netz

Nachdem wir o2 mit der für Kunden unbe­frie­digenden Situa­tion konfron­tiert und nach­gefragt hatten, ob ein Neuver­trieb von Router und SIM unter diesen Umständen wirk­lich sinn­voll ist, meldete sich ein o2-Spre­cher bei uns und schrieb ausführ­lich:

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider kann es derzeit in einzelnen Fällen bei der Verwen­dung von o2 my Internet-to-Go in Verbin­dung mit dem dazu ange­botenen mobilen Router des Herstel­lers ZTE und der SIM-Karte eines bestimmten Herstel­lers zu Verbin­dungs­ein­schrän­kungen kommen. Dies bedauern wir sehr! Wir sind bereits im engen Austausch mit dem Hersteller ZTE, um den Fehler schnellst­mög­lich zu beheben und haben den mobilen Router bis auf Weiteres aus dem Verkauf genommen.

Die SIM-Karte funk­tio­niert. Sie kann alter­nativ auch in einem anderen Endgerät, zum Beispiel in einem Tablet oder Laptop, genutzt werden und ist auch weiterhin als SIM-only-Produkt erhält­lich. Kunden können sich jeder­zeit an unseren Kunden­ser­vice wenden, um kosten­frei eine neue SIM-Karte eines anderen Herstel­lers für den ZTE-Router zu erhalten. Die Monats­flat, die Kunden beim Kauf des Produktes bezahlt haben, aber nicht nutzen konnten, glei­chen wir selbst­ver­ständ­lich durch eine Rech­nungs­gut­schrift aus. Wie jedes Produkt wurde auch dieses Kombi-Produkt vor dem Markt­start ausführ­lich getestet. Es lag zu keiner Zeit ein Fehler­bild vor.

Wer von dem Problem betroffen ist, sollte also mit Verweis auf diesen Artikel mit der o2-Kunden­betreuung Kontakt aufnehmen und um eine Behe­bung sowie um eine Rech­nungs­gut­schrift für die Monats­flat bitten.

Im o2-Netz wurden von Januar bis Juni eine Milli­arde Giga­byte Daten über­tragen. Gegen­über 2019 ist das eine Verdop­pelung der Daten-Nutzung.

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