Testnetz

o2 startet 2,6-GHz-LTE-Pilotnetz in München

Testdownloads erreichten Downstreams von 100 MBit/s
Von Thorsten Neuhetzki
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Bereits Ende Juli hatte der Münchener Netzbetreiber o2 bekannt gegeben, in München und Halle/Saale Pilotnetze für LTE aufbauen zu wollen. Mit München hat o2 nun eines dieser Netze in Betrieb genommen. Realisiert wird es auf Frequenzen um 2,6 GHz. Zudem ist ein Netz in Halle auf 2,6 GHz geplant. Ferner plant o2 in den Vororten Ebersberg östlich von München sowie in Teutschenthal westlich von Halle zwei weitere LTE-Piloten auf 800-MHz-Frequenzen. o2-CEO René Schusteo2-CEO René Schuster vor dem neuen LTE-Sender in München.

Beide Netze sind noch nicht als Endkunden-Netze zu sehen, sondern dienen o2 dazu, Erfahrungen mit der Technik zu sammeln. Dabei geht es darum, Reichweiten, Abstrahlungswinkel und andere technische Parameter zu sammeln und zu messen. Ob die beiden Netze später in die regulären Netze überführt werden, wird erst zum Ende der Pilotphase entschieden. Allerdings wäre eine solche Überführung durchaus sinnvoll, da es eher unwahrscheinlich ist, dass sich spätere LTE-Netze grundsätzlich von den Pilotnetzen unterscheiden. Mit einem kommerziellen Start der LTE-Netze bei o2 ist nicht vor Anfang 2011 zu rechnen.

Die beiden unterschiedlichen LTE-Netze verfolgen, wie auch bei den Netzbetreibern Vodafone und Telekom, unterschiedliche Ziele. Netze auf Frequenzen um 800 MHz sollen die Bewohner in ländlichen Regionen und in den sogenannten weißen Flecken mit breitbandigem Internet versorgen. In den Städten hingegen werden die 2,6-GHz-Frequenzen mit deutlich enger gebauten Sendemasten zum Einsatz kommen. Diese sollen dazu dienen, Innenstädte mit hohen Bandbreiten zu versorgen, ohne dass Glasfasernetze aufgebaut werden müssen.

Bei der Inbetriebnahme des neuen Pilotnetzes in München wurden bei Internet-Downloads Übertragungsraten von fast 100 MBit/s erreicht. Das ist das Fünffache der heute gängigen HSDPA-Geschwindigkeit. Diese Kapazitätssteigerung ist besonders bei datenintensiven HD-Videos, Online-Computerspielen, Live-Streamings und großen Downloads spürbar. Aufgebaut wurde das Netz unweit des o2-Towers in München, der Firmenzentrale des Netzbetreibers.

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