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o2: "LTE max." nicht für alle Kunden

Frühere E-Plus-Kunden werden gegenüber langjährigen o2-Kunden auch in den neuen Unlimited-Tarifen benachteiligt. Wir haben uns die Defizite für "alte" E-Plus-Nutzer angesehen.
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Auch in den neuen Mobilfunk-Tarifen mit echter Daten-Flatrate, die o2 kommende Woche startet, gibt es Unterschiede zwischen Kunden, die schon früher einen Vertrag der Telefónica-Marke genutzt haben und Nutzern, die von einem früheren Vertrag einer Marke der E-Plus Gruppe automatisch auf ein o2-Produkt umgestellt wurden. So werden frühere E-Plus-Kunden weiterhin gegenüber anderen Anwendern benachteiligt, die schon immer einen o2-Vertrag hatten.

In den vergangenen Jahren wurde die Benachteiligung von Kunden aus dem früheren E-Plus-Netz sukzessive abgebaut. So können auch diese Anwender mittlerweile über LTE und WLAN telefonieren und die Visual Voicemail am Apple iPhone nutzen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Nutzer müssen aber weiterhin mit einem langsameren Internet-Zugang auskommen als Kunden, die schon früher im alten o2-Netz zuhause waren.

Die Unterschiede bestehen auch nach einem Tarifwechsel in einen Original-o2-Tarif, wie das Beispiel von o2 Free Unlimited und o2 my All in One zeigt. In den Fußnoten zur Pressemitteilung, die der Münchner Mobilfunk-Netzbetreiber zum Start der neuen Tarife verschickt hat, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "ehemalige Kunden der E-Plus Service GmbH & Co. KG, die automatisch auf ein o2-Produkt umgestellt wurden", bis zu 50 MBit/s im LTE-Netz zur Verfügung haben, während alle anderen Anwender mit bis zu 225 MBit/s im Downstream surfen können. Uploads sind demnach für o2-Kunden mit bis zu 50 MBit/s möglich, für Anwender aus dem früheren E-Plus-Netz nur mit 32 MBit/s.

SIM-Karte macht den Unterschied

Keine volle LTE-Geschwindigkeit für frühere E-Plus-KundenKeine volle LTE-Geschwindigkeit für frühere E-Plus-Kunden Frühere E-Plus-Kunden, die zu o2 migriert wurden, nutzen nach wie vor SIM-Karten mit einer früheren E-Plus-IMSI. Das ist selbst nach einem Kartentausch der Fall, wie sich auch im Rahmen eines Tests von teltarif.de gezeigt hat. Offenbar werden diese SIM-Karten - aus welchem Grund auch immer - bislang nicht für "LTE max." freigeschaltet.

Gegenüber iFun erklärte die Telefónica-Pressestelle, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten hätten "formale Gründe" und stünden noch im Zusammenhang mit der Zusammenführung der Tarife und Netze von E-Plus und o2. Allerdings seien die Zahlen mit Blick auf die tatsächlichen Durchschnittsgeschwindigkeiten für die Nutzung "faktisch nicht relevant".

In der Tat sind die Unterschiede bei den von o2 veröffentlichten Durchschnittsgeschwindigkeiten, die in der Praxis erreicht werden, deutlich kleiner. So werden für Kunden aus dem alten o2-Netz 27 MBit/s und für frühere E-Plus-Kunden 23 MBit/s im Downstream angegeben. Bei Uploads sollen mit o2-SIM-Karten 14,6 MBit/s und mit alten E-Plus-SIMs 13,4 MBit/s erreichbar sein.

In einer weiteren Meldung haben wir den o2-Free-Unlimited-Tarif mit ähnlichen Verträgen von Telekom und Vodafone verglichen.

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