Leserbrief

Erfahrungsbericht: o2-Routertausch kann ungeahnte Folgen haben

o2 bietet derzeit den kostenlosen Routertausch für seine Kunden an, doch dieser lohnt sich nicht für jeden. In dem Artikel berichtet ein verärgerter Kunde über seine Erfahrungen mit der Homebox 2.
Von Uwe Schütte (Leser)
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Update 23. März 2016

Dieser Artikel beleuchtet die Situation im April 2015. Wenn Sie sich über die aktuelle Situation informieren wollen, finden Sie die entsprechenden Informationen im Artikel zu Briefen, die o2 aktuell bezüglich des Router-Tausches verschickt.

teltarif.de-Nutzer berichtet über seine Router-Tausch-Erfahrungen

teltarif.de-Nutzer Uwe Schütte hat sich dazu entschlossen, das von teltarif.de gemeldete Angebot zum Routertausch von o2 anzunehmen. Im Folgenden berichtet er über seine Erfahrungen mit der Homebox 2. Homebox 2 Der neue Homebox-2-Router bereitet nicht allen Kunden Freude

Wichtig zu wissen ist, dass es sich dabei um einen Einzelfall und einen persönlichen Erfahrungsbericht handelt, den teltarif.de naturgemäß nicht überprüfen konnte, der allerdings durchaus nachvollziehbar klingt.

Router-Hoffnung wurde enttäuscht

Passiert ist folgendes: Wir, bisher mit einer Homebox 3232 und dahinterliegender FRITZ!Box, hatten uns gedacht, dass wir uns mit der Box einen Gefallen tun. Gerät bestellt und auch schnell bekommen, alte Box rausgezogen, neue angeschlossen, da schlug die Falle zu! Diese Box welche als IAD fungiert, registrierte sich selbsttätig für die VoIP-Telefonie im o2-Netz, [man muss] lediglich die alten bereits bekannten Daten für den Internetzugang eintragen, und schon ist man auch datenmäßig online. Durch diesen Registriervorgang wird die vorherige Box bei o2 aus dem Netz abgemeldet, so dass das Zurückbauen nur möglich ist, wenn man auf sein Telefon gänzlich verzichtet. Die Box kann danach nicht mehr das VoIP-basierende Telefonieren realisieren.

Das Einrichten ging schnell, aber ich bedachte nicht, dass dieser Schritt so gravierend ist, da ich mit der neuen Box beschäftigt war. Das richtig böse Erwachen jedoch kam erst mit dem Anschluss unserer FRITZ!Box mit den ebenfalls von AVM stammenden DECT-Telefonen.

Der rückwärtige ISDN-Anschluss auf der Homebox 4166 ist kein vollwertig nutzbarer ISDN-Anschluss, sondern nur einer, der die Funktionen als solcher anbietet, das war der auf der Homebox 3232 auch nicht, aber immerhin wurden alle Leistungsmerkmale weitergereicht. Der Anschluss beider Boxen bietet lediglich ISDN-Funktionalität, an - letzterer aber nur für ein einzelnes ISDN-Gerät.

Homebox 2 und der TK-Anlagenmodus vertragen sich nicht miteinander

Der TK-Anlagenmodus kann in der neuen Homebox nicht mehr beeinflusst werden. Damit konnte die 3232 den Betrieb einer TK-Anlage ermöglichen und da stimmte zumindest die ISDN-Funktionalität. Der Betrieb der FRITZ!Box dahinter war bis dato möglich. Die FRITZ!Box konnte alleinig bestimmen, welches der angeschlossenen Geräte auf welcher Nummer klingelt. Auch der Betrieb von Telefonie-Apps von AVM auf dem iPhone war möglich.

Die neue Homebox jedoch verweigert die Weitergabe aller Rufnummern auf den rückwärtigen ISDN-Anschluss. Nun soll man, wie wir das jetzt als Notlösung betreiben, die guten AVM-DECT-Geräte direkt an dem Kastrat anmelden, damit überhaupt Telefone unterschiedlich klingeln. Die sogenannten Premium-Funktionen, die AVM in seinen DECT-Geräten anbietet, werden alle nicht unterstützt. Nicht mal das Telefonbuch.

An dem ISDN-Anschluss kann keine TK-Anlage betrieben werden, da darauf nur eine Rufnummer aufgeschaltet werden kann. Die anderen Rufnummern, die hinzugefügt werden können, können nur via DECT und auf den beiden Analogports genutzt werden. Somit muss man dem neuen Gerät die Steuerung der Telefonanlage zwangsläufig ganz überlassen.

Wir haben aber bereits mit o2 eine brauchbare Strategie entwickelt, die uns aus der Versklavung durch diese Box befreien soll, denn o2 vergibt in den neueren VDSL-Tarifen auf Kundenanfrage auch FRITZ!Boxen, diese sind jedoch speziell an Hand der Seriennummer registriert, so dass diese sich wie ein IAD verhalten und registrieren können; das Auslesen der VoIP-Daten kann man sich allerdings ersparen, da ist kein Rankommen, da die Box sich via Seriennummer validiert.

Frei im Handel erworbene Geräte können so nicht betrieben werden. Da wir bisher einen niedrigeren Tarif hatten, konnten wir wechseln, allerdings lässt sich o2 den Wechsel in der Regel mit 99 Euro Aufpreis für die Box bezahlen. Der Betrag kann allerdings vom vorigen Tarifmodell zu dem neuen VDSL-Tarif abhängig variieren.

Nachtrag zu den FRITZ!Box-Gebühren

Anfangs hatte uns o2 falsch beraten, aber wie das in jedem großen Unternehmen ist, hat man irgendwann auch einen lösungswilligen Mitarbeiter an der Strippe, man muss nur oft genug anrufen. Jetzt sind sie gewillt, mit uns das Problem zu lösen. Die Bestellbestätigung zur neuen Hardware haben wir auch schon erhalten.

In unserem Fall wurde auf die 99 Euro für die FRITZ!Box verzichtet. Wir haben uns von der Technik in die kaufmännische Abteilung Bereich "Kündigung" verbinden lassen, diesen Tipp gab uns ein dortiger Mitarbeiter; bei der sogenannten Präaquise sagte er, sei man kulanter, als wenn man direkt in Eigenregie nach der FRITZ!Box verlangt.

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