Kulanz?

o2 Free bei Tarifhaus: Telefónica wenig kulant

Telefónica zeigt sich gegenüber Tarifhaus-Kunden wenig kulant und schaltet regulär gebuchte Optionen wieder ab. Wir kommentieren den Fall der o2-Free-Option beim Provider.

Kommentar zum Aus von o2 Free bei Tarifhaus Kommentar zum Aus von o2 Free bei Tarifhaus
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Wie berichtet nimmt Telefónica den Tarifhaus-Kunden ihre zuvor gebuchte Option einer echten Daten-Flatrate zum Smartphone-Vertrag nachträglich wieder weg. Mitte Dezember kommt für die betroffenen Kunden das Aus für o2 Free, das eine UMTS-Daten-Flat mit maximal 1 MBit/s im Up- und Downstream bietet, nachdem das Highspeed-Datenvolumen des jeweiligen Tarifs verbraucht ist.

Telefónica geht dabei einen merkwürdigen Weg. o2 Free ist ein spannendes Produkt, keine Frage. Kein anderer Provider bietet eine quasi echte mobile Internet-Flatrate zum Preis des neuen Smartphone-Tarifs des blauen Netzbetreibers. Doch in letzter Zeit häufen sich die Hiobsbotschaften rund um das Unternehmen: Portierungs-Probleme, Free-Entzug auch für die migrierten Kunden entgegen der ursprünglichen Zusage, das Base-Go-Desaster und die Hotline-Probleme sind die Spitze des Eisbergs der Fehler im Zuge der Übernahme der E-Plus Gruppe.

Dazu kommen Netzprobleme, die immer mehr Kunden frustrieren und bei denen noch kein Ende absehbar ist. Schließlich ist die Zusammenlegung der früher eigenständigen Netze von o2 und E-Plus ein Prozess, der sich noch über einige Jahre erstrecken wird.

Nun setzt Telefónica noch eins obendrauf und entzieht den Tarifhaus-Kunden die Free-Option. Der Schritt ist wenig verständlich. So zahlen "originale" o2-Kunden und Tarifhaus-Kunden den gleichen Preis von 5 Euro für die Option. Einzig die Grundgebühr für den Hauptvertrag ist bei Tarifhaus deutlich günstiger.

Ist o2 Free nur eine "Nebenleistung"?

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o2 hätte es gut zu Gesicht gestanden, den Fehler auf die eigene Kappe zu nehmen und Bestandskunden, die über Tarifhaus kamen, die Option auch weiterhin zu gewähren. Schließlich war das Angebot deutlich im Kundenportal sichtbar und wurde somit auch Tarifhaus-Kunden aktiv angeboten. Ist der Tarif, mit dem der Netzbetreiber den Mobilfunkmarkt "entfesseln" will, etwa auch wieder nur eine "Nebenleistung"?

Zur Erinnerung: o2 hatte Ende November 2006 die Gesprächspreise für Sonderrufnummern zum Teil drastisch erhöht. Die Umstellung betraf auch Bestandskunden, die allerdings nicht über die neuen Tarife informiert wurden. Verbraucherschützer und Rechtsanwälte sahen hier die Möglichkeit zu einer außerordentlichen Kündigung.

o2 hingegen bezeichnete die Sonderrufnummern als Nebenleistung und räumte kein Kündigungsrecht ein. Aufgrund dessen reichten einige Kunden dann Klage ein. o2 verlor den Prozess, was der Netzbetreiber seinerzeit auch einräumte. Die Definition einer Nebenleistung konnte das Amtsgericht Charlottenburg in seinem Urteil nicht nachvollziehen.

Eigentlich würde es Telefónica nach all den Problemen, mit denen Kunden seit Monaten konfrontiert sind, gut zu Gesicht stehen, sich besonders kulant zu zeigen und für eine höchstmögliche Kundenzufriedenheit zu sorgen. Stattdessen lässt der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber fast keine Gelegenheit aus, in neue Fettnäpfchen zu treten.

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