Flatrate

Endlos weitersurfen: Das leistet die 384-kBit/s-Flat von o2

o2 dros­selt den mobilen Internet-Zugang seiner Kunden derzeit nach Verbrauch des Inklu­sivvo­lumens auf 384 kBit/s. Wir haben die gedros­selte Flat­rate einem kurzen Test unter­zogen.

Wie berichtet hat Telefónica für seine Eigen- und Part­nermarken im o2-Netz eine echte Daten-Flat­rate einge­richtet, die den Nutzern während der Corona-Krise die Möglich­keit bieten soll, zumin­dest die wich­tigsten Internet-Dienste auch dann weiter zu nutzen, wenn das zum Tarif des Kunden gehö­rende Daten­volumen verbraucht ist. Müssen die Kunden in solchen Fällen norma­lerweise mit maximal 64 oder gar 32 kBit/s im Down­stream leben, so können sie im Rahmen der Aktion mit bis zu 384 kBit/s weiter­surfen.

Doch was kann man mit dem Internet-Zugang anfangen, wenn diese Soft-Dros­selung der Über­tragungs­geschwin­digkeit einsetzt? Das haben wir mit einer Prepaid­karte der Marke Netz­club in einem Apple iPhone 11 Pro auspro­biert, mit der monat­lich 200 MB unge­dros­seltes Daten­volumen zur Verfü­gung stehen. Die Dros­selgrenze war nach wenigen Speed­tests erreicht und wir erhielten auch eine SMS mit dem Hinweis, dass die Über­tragungs­geschwin­digkeit jetzt gedros­selt wird. 384-kBit/s-Flat im Test 384-kBit/s-Flat im Test
Foto: Telefónica, Montage: teltarif.de

Bis zu 350 kBit/s im Test

In der Kurz­mittei­lung verweist Netz­club auf zusätz­liche High­speed-Daten­pakete, die unter "Mein Netz­club" gebucht werden können. Einen Hinweis darauf, dass die Band­breite im Rahmen der Aktion auf 384 kBit/s redu­ziert wird, gab es aller­dings nicht. Weitere Speed­tests zeigten aber eindeutig: Die "Soft-Drossel" funk­tioniert. Die Daten­über­tragungs­raten lagen zwischen 310 und 350 kBit/s im Down­stream sowie zwischen 230 und 300­kBit/s im Upstream. Die Ansprech­zeiten lagen im LTE-Netz unver­ändert bei 20 bis 21 ms.

Das Surfen im Internet gestal­tete sich selbst auf Seiten, die für die mobile Nutzung opti­miert sind, recht langsam. Fotos, Grafiken und Werbung wurden mit erheb­licher zeit­licher Verzö­gerung geladen. Sprich: Es funk­tioniert, aber Spaß macht das nicht. Keine Einschrän­kungen gab es hingegen beim Austausch von Text­nach­richten in Messen­gern wie WhatsApp und Tele­gram. Das Laden von Fotos und Videos war wiederum ein echtes Gedulds­spiel. Die Soft-Drosselung funktioniert Die Soft-Drosselung funktioniert
Foto: teltarif.de

Radio- und Musik­strea­ming funk­tioniert

Keine Probleme gab es im Test beim Empfang von Push-Benach­rich­tigungen. Diese wurden ohne zeit­liche Verzö­gerung ausge­liefert, wie sich bei Messenger-Chats gezeigt hat. Auch der Empfang von Inter­netradio-Programmen war im Test problemlos möglich. Zwar dauert das Zwischen­puffern des Streams vor Beginn der Wieder­gabe etwas länger als gewohnt. Danach wird das gewünschte Hörfunk­programm unter­brechungs­frei wieder­gegeben, wie sich selbst bei Radio­stationen gezeigt hat, die mit 192 kBit/s streamen.

Musik­strea­ming haben wir mit Spotify und Amazon Music auspro­biert. Auch das klappte mit dem in der Band­breite redu­zierten Internet-Zugang gut. An Video­strea­ming war hingegen über­haupt nicht zu denken, wie sich im Test mit Joyn und Disney+ gezeigt hat. Dafür reicht die Band­breite dann doch nicht aus, während das beim "endlosen Weiter­surfen" in den alten o2-Free-Tarifen, wo die Band­breite auf 1 MBit/s gedros­selt wird, je nach verwen­detem Dienst noch recht gut funk­tioniert. Für Videostreams reicht die Bandbreite nicht aus Für Videostreams reicht die Bandbreite nicht aus
Foto: teltarif.de

Fazit: Vor allem Messa­ging klappt mit der Drossel-Flat noch gut

Unser Test zeigt, dass die auf 384 kBit/s ange­hobene Drossel-Grenze zwar eine nette Geste von Telefónica ist. Kunden, die einen ernst­haft nutz­baren mobilen Internet-Zugang brau­chen, werden aber nicht umhin­kommen, nach dem Verbrauch ihres Inklu­sivvo­lumens weitere Daten­pakete zu buchen, um mit voller Geschwin­digkeit surfen zu können. Vor allem das text­basierte Messa­ging funk­tioniert noch sehr gut, aber selbst das Surfen im Internet ist recht langsam.

Audio­strea­ming funk­tioniert sehr gut, während die Band­breite für Video­strea­ming erwar­tungs­gemäß nicht ausreicht. Unter dem Strich kommt es demnach auf das Nutzungs­verhalten des Kunden an, ob die gedros­selte Daten-Flat­rate ausreicht oder eben nicht. Für viele Inter­essenten könnte ein zusätz­liches kosten­loses Daten­paket, wie es beispiels­weise die Deut­sche Telekom derzeit einräumt, ein größerer Mehr­wert sein.

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