Tarifansage

o2: Bestimmte Festnetznummern trotz Flatrate kostenpflichtig

Betroffen sind Voicechats, Calling-Card-Nummern und Telefonkonferenzen
Von Thorsten Neuhetzki
Kommentare (335)
AAA
Teilen (1)

Bestimmte Festnetz-Rufnummern sind einigen Mobilfunkanbietern ein Dorn im Auge. Dabei handelt es sich oftmals um Dienste wie Phonecaster, Telefonkonferenzen, Calling-Cards oder Voicechats, die hinter normalen Festnetzrufnummern geschaltet sind und somit eigentlich zu den Konditionen eines Festnetzgespräches erreichbar sein sollten. Gerade, wenn mit dem Endkunden eine Flatrate als Abrechnungsart vereinbart wurde, ärgern sich die Mobilfunkanbieter jedoch über die auflaufenden Kosten, wenn zum Teil mehrere Stunden über Festnetznummern Radio- und Podcast-Dienste oder aber Voicechats geführt werden. o2 berechnet nun teilweise Gespräche zu bestimmten Festnetznummern trotz Flatrate und Kostendeckelo2 berechnet nun teilweise Gespräche zu bestimmten Festnetznummern trotz Flatrate und Kostendeckel

Lange Zeit behoben die Anbieter das Problem aus ihrer Sicht, indem sie die Anzahl der Gespräche zu deratigen Nummern so deutlich limtierten, dass es Glückssache war, ob der Nutzer die Nummer erreichen konnte oder nicht. Nun geht o2 einen neuen Weg, den der Mobilfunkanbieter bereits im Sommer vergangenen Jahres einige Tage getestet hatte. Durch eine Tarifansage wird der o2-Kunde darauf hingewiesen, dass das Gespräch zu der von ihm gewählten Nummer 9 Cent pro Minute kostet und keine Flatrates, Kostenairbags oder Minutenpakete zum Tragen kommen.

Vertragskunden zahlen 9 Cent pro Minute, Prepaid-Nutzer "abweichende Preise"

Wörtlich heißt es in der Ansage aktuell: "Diese Ansage ist für Sie kostenfrei. Der von Ihnen gewählte Dienst ist kein Standard-Inlandsgespräch und somit nicht von einem Pauschaltarif, zum Beispiel Ihrer Flatrate, Ihren Inklusivminuten, Ihrem Kostenairbag umfasst. Der folgende Anruf kostet Sie daher 9 Cent pro Minute." Nach Angaben eines o2-Sprechers werde in der kommenden Woche noch ein weiterer Satz in die Ansage eingefügt, wonach Prepaid-Tarife abweichend berechnet werden.

Konkret bedeutet das für Kunden, die einen Vertrag mit o2 oder einem der Provider haben, also monatlich eine Rechnung bekommen, dass Gespräche zu dieser Nummer immer mit 9 Cent pro Minute abgerechnet werden. Das gilt auch dann, wenn der Festnetz-Standardpreis höher liegt, wie es bei o2 o der Fall ist. Gespräche zu dieser Nummer werden aber nicht auf den Airbag angerechnet.

Prepaid-Kunden werden immer zum regulären Festnetztarif abgerechnet. Allerdings werden nicht alle Prepaid-Angebote auch auf der o2-Prepaid-Plattform realisiert. Einige Provider rechnen dem Kunden gegenüber als Prepaid ab, realisieren den Tarif aber auf einer Laufzeitplattform. Nach der o2-Logik sollte hier demnach ein Minutenpreis von 9 Cent berechnet werden.

Zur Anzahl der auf diese Art abgerechneten Rufnummern wollte sich ein o2-Sprecher nicht verbindlich äußern. Er sprach von einer niedrigen zweistelligen Zahl. Allerdings werden die Nummern immer wieder nachgepflegt, sobald seitens o2 eine derartige Rufnummer ausgemacht wird. Für die Kunden bedeutet eine solche Bepreisung einen deutlichen Nachteil. Zwar meint ein Sprecher von o2, eine solche Nummer müsse man "schon finden", für jene Kunden, die die Dienste jedoch in Anspruch nehmen, ist die zusätzliche Berechnung jedoch ein deutlicher Nachteil. Positiv hingegen ist, dass diese Nummern jetzt wieder erreichbar sind. Gerade, wer unterwegs an Telefonkonferenzen teilnehmen wollte, war hier in der Vergangenheit benachteiligt.

Teilen (1)

Weitere Artikel aus dem Themenmonat "Mobiles Telefonieren"