Unterbrechung

o2 Femtozelle: Vorerst Verkaufsstopp für Signal Box S

Nicht nur bei o2 kam es in der Vergangenheit zu Problemen beim Betrieb von UMTS-Femtozellen. Wir berichten darüber, was die Technik zu leisten vermag und welche alternative Lösung sich anbieten würde.
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o2 Signal Box So2 Signal Box S Vor ziemlich genau drei Jahren startete o2 mit der Vermarktung seiner Femtozelle für Geschäftskunden. Die Signal Box, wie sich die Geräte nennen, sind in zwei verschiedenen Versionen erhältlich. Das kleinere Modell, die Signal Box S, wird vorerst nicht mehr vermarktet. Das geht aus einem unserer Redaktion vorliegenden Schreiben an Vertriebspartner der Münchner Telefónica-Marke hervor.

Den Angaben zufolge kommt es bei der Signal Box S (V3) derzeit zu Konfigurationsproblemen. Daher habe sich der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber dazu entschlossen, die Geräte vorerst nicht mehr zu verkaufen. Alcatel-Lucent als Hersteller der kleinen Funkmodule arbeite an einer Lösung des Problems. Wie es von o2 weiter heißt, ist es derzeit noch nicht absehbar, wann der Verkaufsstopp wieder aufgehoben wird. Es werde aber mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet.

Die Signal Box S wird über DSL oder einen Kabelanschluss mit dem Internet verbunden. Sie stellt einen kleinen UMTS-Sender dar, der alle Dienste ermöglicht, die auch im regulären Mobilfunknetz möglich sind. Das Gerät bietet die Möglichkeit, bis zu acht parallele Telefongespräche zu führen. Datenübertragungen sind mit bis zu 21 MBit/s im Downstream über HSDPA möglich. Dabei wird ein Radius von bis zu 20 Metern abgedeckt.

Femtozelle sorgt für Handyempfang im Funkloch

Eine Femtozelle bietet sich vor allem in Geschäftsräumen an, in denen das reguläre Mobilfunknetz keinen oder nur schwachen Empfang bietet. Eine Alternative wäre WiFi-Calling, also die Handy-Telefonie über eine WLAN-Internet-Verbindung. Die deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber stehen WiFi-Calling bislang allerdings ablehnend gegenüber - sieht man einmal von App-basierten Lösungen ab.

Allerdings ist die Technik einer Femtozelle nicht ganz trivial. So hat Vodafone bereits vor einiger Zeit die Vermarktung der kleinen Funkzellen für Privatkunden eingestellt, während Geschäftskunden weiterhin bedient werden. Bei der Deutschen Telekom kam die Femtozelle nie über einen Betriebsversuch hinaus. Die noch aus dieser Zeit stammenden Geräte sollen laut Berichten aus Insiderkreisen künftig nicht mehr unterstützt werden.

Neben den technischen Problemen mit den Femtozellen selbst bedeutet der Betrieb einer solchen Basisstation im Kleinstformat auch einen Eingriff ins Mobilfunknetz. Schlimmstenfalls kann es in einem begrenzten Umfeld zu Gleichkanalstörungen mit regulären Basisstationen kommen.

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