Netzausbau

connect-"Netzwetter": E-Plus für mobiles Internet hinter Telekom Platz 2

Das connect-"Netzwetter" gibt Aufschluss über die Erfahrungen der Mobilfunkkunden bei der Internet-Nutzung über UMTS und LTE. Wir zeigen auf, welche Ergebnisse vor allem E-Plus und o2 erreicht haben.
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Mobilfunknetze im TestMobilfunknetze im Test Jedes Jahr präsentiert die Fachzeitschrift connect ihren ausführlichen Netztest. Auch teltarif.de führt regelmäßig Probemessungen für die mobile Internet-Nutzung in den deutschen Mobilfunknetzen durch. connect hat nun zusätzlich das "Netzwetter" eingeführt. Dabei werden individuelle Erfahrungen der Nutzer ausgewertet. Damit soll es bessere Rückschlüsse auf die tatsächlich im Alltag erreichten Daten geben.

Telefónica sieht sich auf Basis der nun zum zweiten Mal vorliegenden "Netzwetter"-Ergebnisse auf Augenhöhe mit den Mitbewerbern. Dabei werden die Netze von o2 und E-Plus in der connect-Auswertung noch getrennt behandelt, zumal die Zusammenlegung erst vor wenigen Wochen in größerem Umfang gestartet wurde und es derzeit noch nicht absehbar ist, wann genau die beiden noch getrennten Netze des nach Kundenzahlen größten deutschen Mobilfunkbetreibers tatsächlich bundesweit zu einem einheitlichen Netz verschmolzen sein werden.

LTE-Ausbau macht sich in der Praxis bemerkbar

Vor allem der kontinuierliche LTE-Netzausbau trage bei Telefónica den Angaben zufolge inzwischen Früchte. Eine Beobachtung, die auch wir teilen können. Neben Städten und Ballungsgebieten ist das 4G-Netz von o2 in immer mehr ländlichen Regionen verfügbar, wie sich beispielsweise vergangene Woche bei Stichproben in Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg gezeigt hat.

Allerdings ist das Netz offenbar nicht ganz so dicht wie beispielsweise das Netz des Mitbewerbers Deutsche Telekom, der häufiger mit guter Feldstärke zu empfangen war. Ähnliche Beobachtungen haben wir zuvor bei ausführlichen Tests im Rhein-Main-Gebiet gemacht, wobei es naturgemäß regionale Unterschiede gibt.

"Netzwetter": Telekom hat die Nase vorn

Die Vergleichsbetrachtung beim "Netzwetter" zeigt, dass die Deutsche Telekom sowohl bei der durchschnittlichen Nutzung als auch bei intensivem Einsatz des mobilen Internet-Zugangs mit 5,2 bzw. 19,4 MBit/s vorne liegt. Überraschend kommt E-Plus mit 4,8 bzw. 16,3 MBit/s aber auf den zweiten Platz, obwohl der Düsseldorfer Telefónica-Ableger nur ein in wenigen Regionen ausgebautes LTE-Netz besitzt. Dafür verfügt E-Plus aber über einen großflächigen UMTS-Ausbau und seit knapp einem Jahr ist auch UMTS-Roaming im o2-Netz möglich.

o2 kommt bei der durchschnittlichen Nutzung nur auf 3,7 MBit/s, bei der Power-Nutzung auf 14,4 MBit/s. Vodafone liegt mit knapp 3,7 bzw. 13,1 MBit/s noch dahinter. Die vergleichsweise schlechten Vodafone-Werte decken sich mit unseren Beobachtungen, nach denen das Netz häufig mit Überlastungserscheinungen zu kämpfen hat. Allerdings haben die Düsseldorfer regional auch schon ihre Kapazitäten erweitert, so dass wir in München und Berlin bei Zufallsmessungen teilweise auch schon 50 bis 80 MBit/s erreicht haben.

Geringe Unterschiede im UMTS-Bereich

Ergebnisse im ÜberblickErgebnisse im Überblick connect hat ferner die mobilen UMTS-Datennetze miteinander verglichen und den LTE-Standard bewusst außen vor gelassen. Hier lagen die Ergebnisse dem Telefónica-Bericht zufolge eng beieinander. Die maximale Geschwindigkeitsdifferenz habe bei 0,8 MBit/s gelegen. Verglichen wurden ferner die LTE-Geschwindigkeiten in und außerhalb der 20 größten deutschen Städte. Innerhalb der Metropolen lag E-Plus demnach bei 5 MBit/s, o2 bei nur 3,4 MBit/s. Außerhalb der Großstädte kam E-Plus auf 5,1 MBit/s, o2 auf 4 MBit/s.

o2-Kunden, die ein LTE-fähiges Endgerät nutzen und zudem auch vertraglich das 4G-Netz einsetzen können, halten sich den Angaben zufolge mittlerweile zu 60 Prozent im mobilen Breitband-Netz auf. Bei E-Plus sei der Wert geringer. Das wiederum hängt damit zusammen, dass das 4G-Netz der Düsseldorfer einen deutlich niedrigeren Ausbaustand hat und es anders als für UMTS derzeit noch kein LTE-Roaming zwischen den beiden Telefónica-Netzen gibt. Bei der kombinierten mobilen Breitband-Versorgung aus UMTS und LTE liegen die Telefónica-Netze mit einem Zeitanteil von jeweils rund 94 bis 95 Prozent vorne.

Spannend wird nun der Blick nach vorne: In welchem Zeitrahmen werden die Netze von E-Plus und o2 tatsächlich zusammengelegt? Zu welchen - möglicherweise vorübergehenden - Einschränkungen kommt es bei der Nutzung? Wo fallen auch Sendemasten weg, die zumindest punktuell für die Versorgung der Anwohner erforderlich wären? Wir werden die Konsolidierung der beiden Telefónica-Netze weiterhin begleiten und über die Erfahrungen berichten.

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