Konsolidierung

o2 in Berlin: LTE mit EDGE-Geschwindigkeit

Im LTE-Netz von Telefónica kommt es punktuell zu Performance-Engpässen, nachdem die E-Plus-Kunden nun das o2-Netz mitnutzen. Der Netzbetreiber ist gefordert, für zusätzliche Kapazitäten zu sorgen.
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Telefónica hat nach ersten Tests im vergangenen Jahr zu Jahresbeginn mit der Konsolidierung seiner beiden Mobilfunknetze von E-Plus und o2 begonnen. Bis diese beiden Netze komplett miteinander verschmolzen sind, sollen bis zu fünf Jahre vergehen. In der Praxis steht den Kunden aber bereits ab Juli ein einheitliches Netz zur Verfügung.

Gegenseitiges UMTS-Roaming gibt es in den Netzen von E-Plus und o2 bereits seit etwas mehr als einem Jahr. Vor einigen Wochen wurde das National Roaming auch in den GSM-Netzen freigeschaltet und zum Monatsende wird das bisherige LTE-Netz von E-Plus Geschichte sein, da Telefónica den hierfür genutzten Frequenzbereich an Vodafone abgibt. Die E-Plus-Kunden können im Gegenzug auf das deutlich weiter in die Fläche ausgebaute LTE-Netz von o2 zugreifen. Erste Tests hierfür liefen im März an. Jetzt wird das Netzroaming im 4G-Standard sukzessive in weiten Teilen Deutschlands freigeschaltet.

Probleme beim UMTS- und GSM-Roaming

Engpass im LTE-Netz von TelefónicaEngpass im LTE-Netz von Telefónica Im vergangenen Jahr klagten einige Kunden darüber, dass seit der Freischaltung des National Roamings via UMTS die Datenübertragungsgeschwindigkeit punktuell schlechter geworden ist. Zudem verbleiben manche Smartphones oft auch dann im Fremdnetz, wenn das eigene Netz ebenfalls wieder mit UMTS oder sogar LTE verfügbar wäre.

Ähnliche Probleme gibt es auch beim GSM-Roaming. Oft buchen sich die Handys in das schwächere am Aufenthaltsort empfangbare Telefónica-Netz ein - was für die Kunden zu einer schlechteren Erreichbarkeit führen kann, zumal es keine Handover zwischen E-Plus und o2 gibt.

Auch beim LTE-Roaming für E-Plus-Kunden im o2-Netz kommt es zumindest punktuell zu Problemen, von denen Nutzer aus beiden Telefónica-Netzen gleichermaßen betroffen sind: Nicht immer reichen die bisherigen Netzkapazitäten von o2 aus, wenn nun - grob gesagt - doppelt so viele Nutzer online sind.

"EDGE over 4G"

Im Downstream über LTE am Berliner Hauptbahnhof nur EDGE-PerformanceIm Downstream über LTE am Berliner Hauptbahnhof nur EDGE-Performance So erreichten wir bei einem Test in der Berliner Innenstadt über LTE von o2 zumindest im Downstream heute Vormittag nur EDGE-Geschwindigkeit (230 kBit/s), während im Upstream immerhin knapp 3 MBit/s verfügbar waren. Die Ansprechzeiten lagen um 50 ms. Natürlich war dieser Test, den wir mit einem Huawei Mate 8 durchgeführt haben, nicht repräsentativ. Wenige Minuten später kamen wir am gleichen Standort wieder aus einstellige MBit/s-Werte, einige Kilometer weiter waren es dann schon wieder zwischen 30 und 50 MBit/s. Dennoch zeigt sich: Lokal ist das Netz offensichtlich überlastet.

Leser, die SIM-Karten aus dem bisherigen E-Plus-Netz verwenden, berichten außerdem, dass sie im früheren "eigenen" 4G-Netz in Städten wie Berlin, München oder Köln deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten erreicht haben als jetzt im o2-Netz. Der Effekt verwundert nicht, wenn man berücksichtigt, dass das Netz bislang nicht auf die hohe Anzahl zusätzlicher Anwender ausgelegt ist. Telefónica ist nun gefordert, möglichst schnell für zusätzliche Kapazitäten an Brennpunkten mit hoher Nutzung zu sorgen.

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