4G

o2 LTE: Nutzer bestätigen Performance-Probleme

Nutzer aus weiten Teilen Deutschlands berichten von langsamen LTE-Internet im o2-Netz. Offenbar ist das 4G-Netz seit der Freigabe für E-Plus-Kunden zumindest regional völlig überlastet.
Kommentare (174)
AAA
Teilen (30)

Massive Netzprobleme bei TelefónicaMassive Netzprobleme bei Telefónica Wie berichtet kämpft Telefónica derzeit punktuell mit massiven Peformance-Problemen bei seinem LTE-basierten Internet-Zugang. Hintergrund ist die Öffnung des 4G-Netzes von o2 für Kunden aus dem bisherigen E-Plus-Netz, da das bisherige, auf 1800 MHz arbeitende LTE-Netz von E-Plus zum Monatsende bundesweit abgeschaltet werden muss. Die Frequenzen werden von Vodafone übernommen und offenbar ist es nicht kurzfristig möglich, die für Telefónica neu verfügbaren Kapazitäten im gleichen Frequenzbereich für das mobile Breitbandnetz zu nutzen.

Ausnahme ist die Berliner U-Bahn, wo LTE 1800 von Telefónica nach der Umstellung auf die Netzkennung von o2 und den damit einhergehenden Frequenzwechsel sehr gut läuft. Hier lassen sich zum Teil sogar Video-Streams in HD-Qualität nutzen, während überirdisch in der Bundeshauptstadt punktuell nur noch Geschwindigkeiten zur Verfügung stehen, die an GPRS oder EDGE im GSM-Netz, nicht aber an LTE erinnern.

Nutzer bestätigen regionale Probleme

Die von unserer Redaktion gemachten Erfahrungen bestätigen auch Nutzer des Telefon-Treff-Forums, wo speziell für den Berliner Hauptbahnhof von Datenraten um 100 kBit/s im Downstream die Rede ist, während ein nennenswerter Upstream offenbar überhaupt nicht messbar war. An anderer Stelle innerhalb des Hauptstadt-Bahnhofs reichte es immerhin für 200 kBit/s im Downstream und 1,16 MBit/s im Upstream. Unterschiede auch bei den Ansprechzeiten, die zwischen 35 und 70 ms lagen.

Wer nun aber glaubt, die Performance-Engpässe seien ein spezielles Problem in Berlin, der irrt. Generell bestätigen Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet schlechtere Datenübertragungsraten seit Freigabe des Netzes für Kunden aus dem E-Plus-Netz. Ein Effekt, der auch im vergangenen Jahr nach Aktivierung des National Roamings über UMTS in beiden Telefónica-Netzen zu beobachten war.

Nur in wenigen, aber nicht minder ärgerlichen Fällen sinkt die Performance allerdings auf Werte ab, die den Internet-Zugang schlicht unbrauchbar machen. So berichten Telefon-Treff-Nutzer aus Wiesbaden, der LTE-Zugang von o2 habe nur noch rund 100 kBit/s. UMTS sei mit rund 300 kBit/s allerdings nur unwesentlich besser, während das 3G-Netz von E-Plus immerhin rund 6 MBit/s biete. Für Düsseldorf werden Datenübertragungsraten um 500 kBit/s berichtet. Aus Darmstadt meldet ein Anwender, dass LTE von o2 nach Freigabe des Netzes für E-Plus-Kunden nur noch rund 300 kBit/s bis 1 MBit/s liefere.

Netzausbau läuft weiter

Demgegenüber wird aus Fulda berichtet, dass eine neue LTE-Basisstation für bessere Versorgung sorge. Bislang war die Innenstadt der Osthessen-Metropole zwar von E-Plus, nicht aber von o2 mit LTE versorgt, wie sich auch in Tests von teltarif.de gezeigt hat. Mit 3 MBit/s im Downstream und 500 kBit/s im Upstream ist der LTE-Zugang in Fulda zwar nutzbar, allerdings weit unterhalb des Niveaus, den der 4G-Standard eigentlich zu leisten vermag.

Wir haben bei der Telefónica-Pressestelle angefragt, wie der Netzbetreiber die für die Kunden unbefriedigende Situation lösen möchte und werden darüber berichten, sobald neue Erkenntnisse vorliegen. In einem Kommentar gehen wir zudem darauf ein, wie man den Engpass im mobilen Datennetz möglicherweise schon im Vorfeld hätte lösen können.

Übrigens: Einen weiteren Workaround, um dem langsamen LTE-Netz aus dem Weg zu gehen, haben wir in dieser News beschrieben.

Teilen (30)

Mehr zum Thema LTE