4G

Nach der Netzzusammenschaltung: LTE von Telefónica im Test

Im Juni haben wir über massive Probleme im LTE-Netz von Telefónica berichtet. Wir haben uns die Situation erneut angesehen. Dabei waren wir mit zwei SIM-Karten und zwei Smartphones in drei Ballungszentren unterwegs.
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Ende Juni wurden die letzten Basisstationen des LTE-Netzes von E-Plus abgeschaltet. In den Wochen zuvor hatte Telefónica für die Kunden aus dem E-Plus-Netz 4G von o2 freigeschaltet. Vorteil ist eine deutlich größere Flächenversorgung gegenüber dem LTE-Netz von E-Plus. Es gibt aber auch Regionen, in denen 4G von E-Plus verfügbar war, o2 das Mobilfunknetz der vierten Generation aber noch nicht ausgebaut hat.

Weit gravierender ist das Problem, dass die Kapazitäten des LTE-Netzes von o2 mancherorts nicht ausreichen, um für die deutlich größere Anzahl an Kunden einen brauchbaren Internet-Zugang bereitzustellen. Bereits im Juni haben wir darüber berichtet, dass beispielsweise in Berlin teilweise nur Datenübertragungsraten erreicht wurden, die einem EDGE-basierten Internet-Zugang im GSM-Netz entsprechen.

So haben wir den Test durchgeführt

LTE von Telefnica unter der LupeLTE von Telefónica unter der Lupe Nun sind seit der Freigabe des LTE-Netzes von o2 für Kunden aus dem bisherigen E-Plus-Netz einige Wochen vergangen. Wir wollten wissen, wie gut oder schlecht die Performance im 4G-Netz des nach Kundenzahlen größten deutschen Mobilfunkbetreibers wirklich ist. Wir waren mit drei Smartphones in drei deutschen Ballungszentren unterwegs, um das Netz einem Test zu unterziehen.

Zum Einsatz kamen das Apple iPhone 6S Plus und das Huawei Mate 8. Dazu hatten wir Vertragskarten aus den Netzen von E-Plus und o2 zur Verfügung. Unterwegs waren wir in den vergangenen Tagen im Rhein-Main-Gebiet, in Leipzig und in Berlin. Dabei haben wir jeweils Speedtests durchgeführt, den Internet-Zugang aber zusätzlich auch durch praktische Nutzung (Surfen, Musik-Streaming etc.) getestet.

Netz-Check in drei Städten im Rhein-Main-Gebiet

Im Rhein-Main-Gebiet haben wir den Test in Hanau, Offenbach und Frankfurt am Main durchgeführt. In Hanau hatten wir je nach Standort mit der o2-Karte zwischen 8,67 und 35,14 MBit/s im Downstream sowie 3,7 bis 14,3 MBit/s im Upstream zur Verfügung. Große Unterschiede gab es bei den Ansprechzeiten. Lagen diese im Umfeld des Hanauer Hauptbahnhofs zwischen recht bescheidenen 58 und 71 ms, so waren die Werte in der Innenstadt mit 30 bis 33 ms deutlich besser.

Mit der E-Plus-Karte lagen die Datenübertragungsraten mit 22,55 bis 40,86 MBit/s im Downstream sowie 9,17 bis 13,35 MBit/s im Upstream etwas höher. Dafür waren die Ansprechzeiten am Hanauer Hauptbahnhof mit 52 bis 53 ms schlechter als mit der o2-SIM. In der Hanauer Innenstadt waren die Ergebnisse ähnlich, während die Pingzeiten mit der o2-Karte hier besser waren.

Den zweiten Test haben wir in Offenbach am Main gemacht. Hier kamen wir mit o2-Karte auf 21,20 bis 40,8 MBit/s im Downstream sowie 11,79 bis 15,55 MBit/s im Upstream. Die Pingzeiten lagen in der Innenstadt nur um 59 ms, im Westen der Stadt dagegen bei deutlich besseren 16 ms. Am gleichen Standort waren die Downstream-Werte bei Verwendung der E-Plus-Karte mit 27,67 bis 49,86 MBit/s denen mit der o2-SIM recht ähnlich. Im Upstream erreichten wir wiederum nur 4,48 bis 7,51 MBit/s in der Offenbacher Innenstadt, im Westen der Stadt dagegen 18,67 bis 18,85 MBit/s. Die Pingzeiten schwankten zwischen 46 und 58 ms.

Auf Seite 2 berichten wir unter anderem über Netz-Engpässe in Frankfurt am Main und über vergleichsweise gute Erfahrungen, die wir in Frankfurt am Main gemacht haben.

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