Verschlimmbessert

Telefónica: Viele Kunden plötzlich ohne UMTS

Im Zuge der Zusammenlegung der Netzkennungen von E-Plus und o2 hat Telefónica im Süden das UMTS-Netz von E-Plus in Teilen abgeschaltet. Zahlreiche Kunden stehen ohne brauchbaren mobilen Internet-Zugang da.
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Wie berichtet hat Telefónica Mitte November damit begonnen, zunächst im Süden Deutschlands die bisher getrennten Netzkennungen von E-Plus und o2 zusammenzulegen. Die Kunden sehen im GSM- und UMTS-Netz in den betroffenen Regionen Bayerns und Baden-Württembergs einheitlich die E-Plus-Kennung (Netzcode 262-03), während LTE vorerst noch die frühere o2-Kennung (262-07) verwendet. Perspektivisch soll auch das 4G-Netz auf die bisherige E-Plus-Kennung umgestellt werden.

Diese Netzkonsolidierung im großen Stil verläuft allerdings bei weitem nicht überall im Sinne der betroffenen Kunden. So berichten Leser gegenüber der teltarif.de-Redaktion, dass in ihrer Region das bislang gut ausgebaute UMTS-Netz von E-Plus ersatzlos abgeschaltet wurde. Auch im Kunden-Forum von o2 berichten zahlreiche Nutzer, dass das bislang verfügbare UMTS-Netz in ihrer Region nicht mehr aktiv ist.

Teile von Bayern und Baden-Württemberg betroffen

Massive Einschränkungen für süddeutsche Kunden in den Telefónica-NetzenMassive Einschränkungen für süddeutsche Kunden in den Telefónica-Netzen Betroffen sind sowohl Regionen in Bayern als auch in Baden-Württemberg. Oft ist in den betroffenen Gebieten auch LTE nicht verfügbar, so dass die Kunden derzeit mit dem GSM-Netz und somit mit GPRS oder bestenfalls EDGE für den mobilen Internet-Zugang vorliebnehmen müssen. Unabhängig davon, dass die 2G-Technologie für die Internet-Nutzung nicht mehr zeitgemäß ist, kommt es nun noch zu Überlastungserscheinungen, so dass praktisch keine Daten mehr fließen.

Die Telefónica-Pressestelle teilte auf Anfrage von teltarif.de mit, dass das Unternehmen "wie geplant" zum Ende des Jahres regional verteilt GSM- und UMTS-Mobilfunkstationen vom Netz nehme, die im Zuge der laufenden Netzkonsolidierung überflüssig werden. "Die Telefónica-Kunden in ihrer Gesamtheit werden von der besseren Qualität des neuen gemeinsamen Mobilfunknetzes profitieren", so die Aussage der Pressestelle.

Fakt ist allerdings, dass der Netzbetreiber aktuell vielerorts für massive Verschlechterungen sorgt und es bislang auch keine offiziellen Aussagen dazu gibt, wie lange die Kunden mit den erheblichen Einschränkungen leben müssen. Im Frühjahr 2015 hatte Telefónica National Roaming über UMTS eingeführt, so dass vor allem o2-Kunden von der besseren 3G-Abdeckung von E-Plus in der Fläche profitiert haben. Jetzt wird diese Verbesserung offenbar vielerorts wieder zurückgenommen. Zusätzlich entfällt auch die 3G-Abdeckung für Kunden aus dem bisherigen E-Plus-Netz.

UMTS-Netz für o2-Free-Tarif unabdingbar

Parallel zu den Einschränkungen bei der UMTS-Versorgung baut Telefónica zwar auch das LTE-Netz weiter aus. Damit werden aber bei weitem nicht alle Regionen erschlossen, in denen die 3G-Versorgung nun quasi über Nacht abgeschaltet wurde. Zudem sind Kunden, die einen o2-Free-Tarif nutzen, auf UMTS-Empfang angewiesen, um den mobilen Internet-Zugang nach Verbrauch ihres Highspeed-Datenvolumens weiter sinnvoll nutzen zu können.

Nach dem Süden Deutschlands droht der beschleunigte Netzumbau bei Telefónica in den kommenden Monaten auch in weiteren Landesteilen. Dabei muss befürchtet werden, dass Tausende Kunden ebenfalls - zumindest vorerst - ohne UMTS-Empfang und somit ohne brauchbaren mobilen Internet-Zugang auskommen müssen.

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