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Test Nvidia Optimus: Dickes Plus bei Akku-Laufzeit

Von Steffen Herget
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Nvidia Optimus Test Akku Laufzeit Benchmark Tool GPU Grafik Nvidia Optimus, die neue Technologie vom Grafik-Spezialisten Nvidia, soll den Spagat schaffen, von dem die Nutzer von mobilen Rechnern träumen: High-End-Grafik-Performance und gleichzeitig gute Akku-Laufzeiten. Erreichen will Nvidia das über die automatische Zu- und Abschaltung des Grafik-Chips je nachdem, ob dessen Leistung gerade benötigt wird oder nicht. Wir haben mit vier verschiedenen Geräten aus verschiedenen Geräteklassen getestet, wie gut das funktioniert.

Testkandidaten vom Netbook bis zum großen Laptop

Asus Eee PC 1215N

Bei der Vorstellung der Testkandidaten gehen wir am Besten der Größe nach vor. Dabei ist der kleinste im Bunde nicht einmal das Netbook, sondern der mit einem 11,6 Zoll großen Bildschirm ausgestattete Gaming-Bolide Dell Alienware M11x mit seinem Intel Core 2 Duo SU7300. Der M11x hat für die gerade für Spieler wichtige Grafik-Power einen Nvidia Geforce GT 335M an Bord. Mit 12,1 Zoll ein wenig größer Nvidia Optimus Test Akku Laufzeit Benchmark Tool GPU Grafik ist das Netbook im Aufgebot, der Asus Eee PC 1215N mit seinem Dual-Core-Prozessor Intel Atom D525 und Nvidia Ion 2 für die Grafik. Die Klasse der Subnotebooks ist mit dem Packard Bell Easynote Butterfly S mit 13,3 Zoll großem Display, Intel Core i5-430UM und Nvidia GeForce 310M mit 512 MB DDR3-VRAM. In Sachen Größe bildet der Asus N71J mit 17 Zoll, Intel Core i5-430M Prozessor und NVIDIA GeForce GT 325M Grafik die Speerspitze im Testfeld. Die breite Auswahl der Testgeräte durch mehrere Geräteklassen und Größen macht zwei Dinge deutlich. Zum Einen ist ein genereller Vergleich mit Benchmark weder sinnvoll noch fair, denn die einzelnen Plattformen sind so nicht vergleichbar. Da sie aber alle über Nvidia Optimus verfügen, können wir hervorragend die jeweiligen Akku-Laufzeiten mit und ohne Einsatz der GPU untersuchen. Die andere Erkenntnis: Nvidia Optimus ist nicht auf die hochgradig portablen Netbooks beschränkt, sondern kann in allen Klassen von tragbaren Rechnern eingesetzt werden. Das ist gut so, denn schließlich kann auch ein großer Laptop mal ohne Stromkabel betrieben werden müssen.

Akku-Laufzeiten mit und ohne Grafik-Einsatz

Nun aber zum Test selbst. Wir haben die Kandidaten auf vier verschiedene Weisen getestet. Einmal durch den Standard-Test von Battery Eater, bei dem die Nvidia-Grafikeinheit nicht zum Einsatz kam. Der nächste Test war das Abspielen eines lokal gespeicherten Videos in FullHD mit 1080p, hierbei steht die GPU dauerhaft Nvidia Optimus Test Akku Laufzeit Benchmark Tool GPU unter Last. Der dritte Test wurde im Real-Betrieb, also in einer Mischung aus Surfen, YouTube, anderen Videos, Textverarbeitung, Bilder gucken und mehr durchgeführt, einmal mit Optimus, einmal mit deaktivierter Nvidia-GPU. Die Zeit, in der Optimus griff und die Grafikkarte aktivierte, liegt zwischen 15 und 20 Prozent. Alle Tests liefen mit eingeschaltetem WLAN und halber Display-Helligkeit. Wie die folgende Grafik zeigt, ist bei allen Test die Zeit mit dauerhaft laufender GPU kürzer als im Real-Betrieb. Das wäre allerdings die Laufzeit, die die getesteten Modelle hätten, wenn es Nvidia Optimus nicht gäbe und die Grafikkarte ständig mitlaufen und unnütz Strom verbrauchen würde. Die im Real-Betrieb mit aktivierter Nvidia-Grafik und Optimus gemessenen Zeiten sind im Schnitt um ein Viertel bis ein Drittel höher, mit Ausnahme des größten Testkandidaten, dem Asus N71J. Dort sind allerdings die Laufzeiten allgemein verhältnismäßig niedrig, weil natürlich ein 17-Zoll-Laptop mit einem Akku mit 4.400 mAh nicht der ganz große Langläufer sein kann. Aber auch hier wirkt sich Optimus positiv aus. Die Laufzeiten mit komplett abgeschalteter Zusatzgrafik sind aber natürlich noch einmal ein ganzes Stück länger, aber dann kann es eben mit Inhalten, bei denen die GPU gebraucht würde, auch schwierig werden. Der Test mit Battery Eater bestätigte in etwa die Ergebnisse und wies selbstverständlich das Netbook, den Asus Eee PC 1215N, als ausgezeichneten Langläufer aus. Auf Rang zwei ging das Dell Alienware M11x ins Ziel, dicht gefolgt vom Packard Bell Easynote Butterfly S. Zur besseren Übersicht haben wir die Ergebnisse in einer Grafik zusammengefasst.

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Übrigens, wer noch frühere Versionen von Hybrid-Grafiklösungen kennt, wird erstaunt sein. Bei Nvidia Optimus merkt der Nutzer nichts, aber auch überhaupt nichts davon, dass sich die GPU zu- oder abschaltet. Einzig ein Testtool der ein Symbol ist der Taskbar gibt darüber Aufschluss, ob die Grafikkarte aktiv ist oder nicht. Da flackert nichts, das gibt es keine Verzögerung, alles fühlt sich an wie immer. Für einzelne Programme bietet die Software von Nvidia die Möglichkeit, die GPU immer dauerhaft auszuwählen, also vorneweg eine Entscheidung zu treffen, ob die integrierte Intel-Grafik oder der Nvidia-Grafikchip genutzt werden soll. Komfortabler geht es einfach nicht.

GPU-Einsatz beim Surfen teils Browser-abhängig

Interessant ist es auch zu beobachten, wann sich die GPU einschalten und wann nicht. Beim Abspielen von Video-Dateien oder beim Spielen kommt der Nvidia-Chip sicherlich zum Einsatz, aber nicht nur. Auch beim Surfen im Internet wird so manches Mal Nvidia Optimus Test Akku Laufzeit Benchmark Tool die Zusatz-Leistung benötigt. Dabei gibt es aber Unterschiede, zum Beispiel beim verwendeten Browser. Während etwa bei Google Chrome beim Ansehen eines YouTube-Videos, auch eingebettet in andere Webseiten, die Nvidia-GPU in ausnahmslos jedem Fall auf jedem Testgerät direkt ihren Dienst aufnimmt, ist das mit der Beta-Version des neuen Internet Explorer 9 auf dem Dell Alienware M11x nicht der Fall. Das kann aber natürlich mit dem Beta-Status des Browsers und der dazu gehörigen Beta von Adobe Flash 10.1 für den Internet Explorer 9 liegen. Allerdings kam beim Test auf den Kandidaten die GPU bei Videos im Browser tatsächlich am meisten bei Chrome zum Einsatz, auch Firefox, Opera und der Internet Explorer 8 haben auf den Einsatz der GPU oft verzichtet. Das schnelle Zuschalten bei Google Chrome kann in Sachen Performance natürlich gut sein, aber auch Laufzeit kosten, denn mit Videos in 360p wird im Regelfall auch keine Extra-Grafikkarte benötigt.

Fazit: Mehr Laufzeit mit Optimus

Insgesamt hat uns der Test mit Nvidia Optimus über verschiedene Plattformen eine Menge Erkenntnisse gebracht. Dass Optimus längere Laufzeiten bringt, war klar, aber dass die Steigerung so deutlich ausfällt, hätten wir nicht gedacht. Natürlich

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sind die Ergebnisse nicht als Fixwerte zu sehen, denn jeder nutzt seinen Rechner schließlich auf andere Art und Weise. Aber interessante Fingerzeige und Richtwerte sind in jedem Fall zu sehen. Auch die Selbstverständlichkeit, mit der Optimus die GPU heranzieht und wieder abschaltet, st beeindruckend, denn der Nutzer merkt davon im Regelfalls schlicht überhaupt nichts. Nicht ganz verständlich ist das verschiedene Verhalten der Browser beim Zu- und Abschalten der GPU, vor allem Google Chrome zeigte sich hier ab und an etwas übermotiviert und nutzte die GPU auch dann, wenn sie nicht wirklich benötigt wurde. Dies geht zu Lasten der Akku-Laufzeit. Insgesamt ist Nvidia Optimus für uns ein klarer Fortschritt in Sachen Mobilität und trotzdem hohe Leistung im Grafikbereich, der in allen getesteten Modellen deutlich zum Tragen kommt.
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