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Nvidia ionisiert Intel: Zehnmal mehr Leistung bei langer Laufzeit

Von Ole Meiners
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Bis zu zehnmal mehr Grafikleistung verspricht Nvidia sich und seinen preisbewussten Kunden mit der neuen Ion-Plattform für Netbooks und andere Low-End-Systeme. Erste Geräte auf Basis der GeForce 9400M und Intels Atom-Prozessoren sollen bis zum Sommer erscheinen und nicht mehr Strom verbrauchen als Intels betagte Onboard-Grafik 945GSE und 945GC, kündigt Nvidia-Manager Drew Henry an. Damit werden HD-Video und 3D-Anwendungen im Taschenformat möglich.

Der Akku bleibt die Achillisferse mobiler Geräte: Sie sollen immer mehr leisten, aber gleichzeitig möglichst lange unabhängig von der Steckdose sein. Nvidia glaubt sich mit der Ion-Plattform auf dem richtigen Weg und hat ein Mainboard entwickelt, das sich der Rechenleistung von Intels Atom-Prozessoren bedient, aber eine um den Faktor 10 höhere Grafikleistung bieten soll, als die aus dem Jahr 2005 stammende Onboard-Grafik-Familie GMA950. Sie steuert in der Mehrzahl aktueller Netbooks das Display an. Auch deren Nachfolger GN40 in Verbindung dem Intel Atom N280 will Nvidia um das Fünffache überflügeln, dabei aber nicht mehr Energie als mit den gegenwärtigen Prozessoren verbrauchen. Gestern hat Nvidia-Manager Drew Henry weitere Details zur Ion-Plattform verraten und bekannt gegeben, dass man von Microsoft die Zertifizierung für die Premium-Versionen von Windows Vista erhalten habe. Bei der Gelegenheit demonstrierte das Unternehmen die Multitasking-Fähigkeiten von Ion mit der Beta-Version von Windows 7.

Microsoft-Vertreter Mike Ybarra ergänzte, dass nach Ansicht des Windows-Herstellers Netbook-Anwender zunehmend nach der Leistung verlangen, die zur Zeit erst ab der Notebook-Mittelklasse geboten werde. Mit der Zertifizierung gibt Microsoft der Plattform den Segen für flüssige Darstellung von HD-Video in 1080p, anspruchsvollen 3D-Anwendungen wie Vistas aktuelle Aero-Oberfläche und bestätigt auch den performanten Spielgenuss bei Verwendung der DirectX 10-APIs. Die GeForce 9400M ermöglicht auch Hardware-beschleunigte Bildbearbeitung und macht die CPU beim Codieren von Videomaterial arbeitslos.

Prototypen von Nvidias Ion-Mainboard bieten eine Vielzahl von Schnittstellen: Zwei eSATA-Ports werden begleitet von sieben USB-2.0-Anschlüssen, dazu gesellen sich VGA, DVI-D und HDMI. Zwei dieser Monitorausgänge lassen sich dabei unabhängig von einander parallel nutzen, der gute Ton darf auf optischem Wege acht Audio-Kanäle umfassen. Gerüchteweise soll die Neuauflage von Apples Mac mini auf der Ion-Plattform basieren, damit würde sich Apples Kleinster Desktop-Mac noch besser als Zentrale von Entertainment-Systemen im Wohnzimmer machen. Dies deckt sich mit Nvidias Ankündigug, Ion werde zuerst in einem Desktop-System realisiert. Auch der Mac mini nutzt wie die Set-Top-Box Apple TV zur Zeit noch Intels veraltete Onboard-Grafik, bei den neuen MacBooks setzt der Hersteller bereits aus Nvidias GeForce 9400M.

Nvidia-Manager Henry erwartet, dass PC- und Netbook-Systeme auf Basis der Ion-Plattform unterhalb der 300-Dollar-Marke angeboten werden könnten. Im Sommer dieses Jahres können erste Geräte bei den Händlern auf Käufer warten.

Bild via techreport.com

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