Überraschend

Nubia Z11 im Kurz-Test: Das unterschätzte Top-Smartphone

Das Nubia Z11 haben viele Deutsche nicht auf dem Radar. Warum ist das so? Immerhin bietet das Dual-SIM-Smartphone ein randloses Display und viele Kamera-Funktionen. Wir haben uns das Nubia Z11 im Kurz-Test angesehen.
Vom Mobile World Congress in Barcelona berichtet Rita Deutschbein
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Auf der vergangenen IFA in Berlin haben die meisten Deutschen wohl erstmals von der Marke Nubia von ZTE gehört. Denn auf der Messe hat das chinesische Unternehmen ihr erstes europäischen Presseevent abgehalten und den Marktstart der Nubia-Smartphones in Europa verkündet. Mit dem Nubia Z11 wurde zeitgleich ein neues Flaggschiff-Smartphone präsentiert. Bislang lief es eher unter dem Radar. Doch konnten wir uns das Z11 auf dem MWC näher ansehen und mussten feststellen, dass es unterschätzt wird.

Nubia Z11 mit klasse Display plus Sonderfunktion

Nubia Z11 im Hands-On-TestNubia Z11 im Hands-On-Test Das Nubia Z11 liegt hervorragend in der Hand, denn es hat geschwungene und absolut sauber gearbeitete Übergänge von den Rändern zur Rückseite und Front. Das Metall-Gehäuse wirkt hochwertig und ist mit 162 Gramm zudem vergleichsweise leicht. Mit einer Displaydiagonale von 5,5 Zoll ist es zwar eher groß, doch wirkt das Smartphone dennoch kompakt. Das liegt vor allem an dem rahmenlosen Display, das bis zu den Rändern reicht und durch Gorilla Glass 4 vor Kratzern geschützt ist. Die Auflösung beträgt 1080 mal 1920 Pixel - im Vergleich zur QHD-Oberklasse zwar weniger, doch ist die Darstellung dennoch scharf und kontrastreich. Auch die Farbwiedergabe kann überzeugen. Zudem ist der Screen äußerst hell - ein Plus für den Einsatz im Sonnenlicht.

Nubia Z11
Das Display des Nubia Z11 bietet abseits der rahmenlosen Fertigung noch eine Besonderheit. Denn wischen Nutzer mit zwei Fingern am Displayrand hinunter, wird der Screen gedimmt. Ein Wisch am linken Rand wechselt die Apps. Die Funktion an sich ist interessant, hakte beim Ausprobieren aber immer mal wieder. Zum Teil wurden die Eingaben auch nicht richtig erkannt, sodass beim Dimmen fälschlicherweise die App gewechselt wurde. Vermutlich bedarf es etwas Eingewöhnung, um die Wisch-Funktion richtig umsetzen zu können.
Rückseite des Nubia Z11
Metall-Gehäuse und Fingerabdrucksensor auf der Rückseite

Power unter der Haube

Für ein im vergangenen Jahr vorgestelltes Smartphone kann die technische Ausstattung auch aktuell noch mit vielen Top-Geräten mithalten. Im Nubia Z11 werkelt ein Snapdragon 820 - der Prozessor, den Samsung in seinem am Sonntag vorgestellten Premium-Tablet Galaxy Tab S3 einsetzt. Es gibt 4 GB Arbeitsspeicher und satte 64 GB internen Speicher, der sich mittels microSD-Karte um zusätzlich bis zu 200 GB erweitern lässt. Im Großen und Ganzen lief das System im ersten Test flüssig, nur beim Anspielen eines Android-Games kam es zu gelegentlichen Rucklern. Ob dies an den Ausstellungs-Smartphones liegt oder ein generelles Problem des Nubia Z11 ist, können wir an dieser Stelle nicht sagen.

Auch die seitlichen Tasten des Nubia Z11 bestehen aus Metall
Auch die seitlichen Tasten des Nubia Z11 bestehen aus Metall
Das Nubia Z11 ist Dual-SIM-fähig, wobei allerdings nur Dual-SIM Standby unterstützt wird. Geht also ein Anruf auf SIM Zwei ein, während über SIM Eins telefoniert wird, wird der Anrufer zur Mailbox umgeleitet. Zudem teilt sich die zweite Nano-SIM ihren Slot mit der SD-Karte, Nutzer müssen sich also entscheiden, ob sie die Dual-SIM-Funktion nutzen oder den Speicher erweitern wollen.

In Sachen Internet ist das Nubia Z11 gut gerüstet. Es unterstützt WLAN b/g/n/ac im 2,4- und 5-GHz-Band sowie GSM, UMTS und LTE mit Datenraten von bis zu 150 MBit/s im Downstream und der Unterstützung aller in Deutschland wichtiger Frequenzen. Der WLAN-Chip funkt auf Wunsch über zwei Antennen, was das Signal verbessern soll. Die Funktion lässt sich abschalten, beispielsweise um Strom zu sparen. Auch die Sprachübertragung bei Telefonaten soll von den dualen Antennen (Qualcomm TruSignal Multi-Antennen-Boost) profitieren und für einen bis zu 30 Prozent besseren Ton sorgen. Leider konnten wir diese Aussage im Hands-On nicht kontrollieren.

Ausgeliefert wird das Nubia Z11 mit Android 6.0.1 Marshmallow sowie der hauseigenen Oberfläche Nubia UI 4.0. Ein Update auf Android 7.0 Nougat wird für das zweite Quartal erwartet - also ab kommenden Monat. Zur Sicherung des Systems steht ein rückseitiger Fingerabdrucksensor bereit, der den von Huawei verwendeten Sensoren ähnelt. Außerdem unterstützt das Nubia Z11 NFC und es besitzt einen USB-C-Port, mit dem das Smartphone geladen und mit einem PC verbunden werden kann. Der fest eingebaute Akku hat eine Kapazität von 3000 mAh.

Kamera mit Profi-Modus

Als Highlight preist Nubia beim Z11 die Kamera an. Die Hauptkamera auf der Rückseite macht Bilder mit bis zu 16 Megapixel und verfügt über eine f/2.0-Blende sowie einen Sony-Sensor vom Typ Exmor IMX298. Unterstützt wird sie von einem optischen Bildstabilisator (OIS) und einem Auto-Fokus. Zusätzlich steht eine 8-Megapixel-Frontkamera bereit.

Nubia Z11: Kamera-App mit Profi-Modus und vielen weiteren Funktionen
Nubia Z11: Kamera-App mit Profi-Modus und vielen weiteren Funktionen
In der Kamera-App finden Nutzer einen Profi-Modus zum manuellen Einstellen des ISO, des Weißabgleichs, der Belichtungszeit und weiterer Einstellungen. Für besondere Aufnahmen und für das spätere Nachbearbeiten der Bilder stehen diverse Modi wie ein RAW-Modus, Panorama, Lichtmalerei und Klon-Kamera bereit. Letztere erlaubt es, Mehrfachbelichtungen aufzunehmen, um eine Person mehrfach in einem Foto abzubilden - ein nettes Gimmick. Im Video-Modus lassen sich Zeitlupen­aufnahmen und Video im Zeitraffer erstellen.

Am Stand von Nubia hatten wir die Möglichkeit, die Hauptkamera des Z11 auszuprobieren. Dabei überzeugte sie durch einen zuverlässigen Autofokus und schnelles Auslösen. Die aufgenommenen Testbilder zeigten zumindest auf dem Smartphone-Display wenig Bildrauschen, waren scharf und konnten mit natürlichen Farben und durch ihre Tiefenschärfe überzeugen. Insgesamt hinterließ die Kamera einen guten ersten Eindruck.

Nubia Z11: Einen Blick wert

Das Nubia Z11 gibt es auch in einer Black-and-Gold-Edition
Das Nubia Z11 gibt es auch in einer Black-and-Gold-Edition
Nach unserem Hands-On waren wir etwas erstaunt, dass das Nubia Z11 bislang eher unter dem Radar läuft. Es bietet ein tolles Display und viele Kamera-Funktionen. Dies wird gepaart mit einem soliden Prozessor sowie der Dual-SIM-Möglichkeit, was das Nubia Z11 zu einem durchaus interessanten Gerät macht. Zu haben ist es in diversen großen Online-Shops, beim Fachhändler oder Anbietern wie Sparhandy. Aktuell liegt der Preis für das Nubia Z11 bei etwa 490 Euro.

Auf dem MWC in Barcelona wurden auch ganz neue Smartphones präsentiert. Einige Highlights finden Sie unter folgenden Links:

Weitere Meldungen vom MWC finden Sie in unserer News-Übersicht.

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