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Nubia X, mini 5G und RedMagic Mars im Handson

Der chinesische Smartphone-Hersteller Nubia hat an seinem Messestand zahlreiche Geräte ausgestellt, die begutachtet werden wollen. Und das haben wir in einem Hands-on gemacht.
Vom MWC in Barcelona berichtet
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Der chinesische Smartphone-Hersteller Nubia hat groß aufgefahren. Gleich drei Smartphone-Modelle hat der Hersteller auf seinem Messestand auf dem Mobile World Congress in Barcelona ausgestellt. Nicht alle Modelle sind gänzlich Neuheiten, sondern sind bereits bekannt, weil sie in China erhältlich sind. Das ist ja schön und gut, dass bereits ein Markt erschlossen wurde, bringt einem aber auch nichts, wenn man sich dort nicht aufhält. Wir konnten uns die Smartphone-Modelle Nubia X und Nubia RedMagic Mars etwas genauer ansehen. Sehr interessant: Eine bis dato unbekannte 5G-Version wollte ebenfalls angefasst werden.

Nubia X

Das Nubia X hat keine Selfie-Kamera
Das Nubia X hat keine Selfie-Kamera
Das Nubia X gehört zu den Modellen, die bereits in der Volksrepublik verfügbar sind. Umgerechnet 400 Euro kostet das Gerät aktuell, haben wir uns sagen lassen. Ein möglicher Release in Europa könnte für den April geplant sein, die Aussage des Nubia-Mitarbeiters am Stand war aber mehr Prognose als eine zeitliche Einordnung. Beim Blick auf die Specs offenbart sich: Der Preis ist heiß. Qualcomms Snapdragon 845 gehört immer noch zu den aktuell schnellsten Smartphone-Prozessoren auf dem Markt, der Nachfolger, Snapdragon 855, wandert aktuell erst auf die ersten Geräte. Käufer können aus vier verschiedenen Speicherversionen wählen: 6 GB RAM und 64 GB ROM, 8 GB RAM und 128 GB ROM, 8 GB RAM und 256 GB ROM und 8 GB RAM und 512 GB ROM. Das sind Oberklasse-Daten zum Mittelklassepreis. Der Preis von 400 Euro wird sich aber nicht in der oberen Ausführung halten können, hier gehen wir von einem höheren Preis aus, der durchaus bei über 500 Euro liegen könnte. Die Akkukapazität liegt bei 3800 mAh, was nicht wenig ist.

Das interessanteste Feature des Smartphones liegt tatsächlich auf der Gehäuserückseite. Neben einem 6,26 Zoll-Bildschirm mit FHD+-Auflösung, der einen guten Eindruck dank ausreichender Helligkeit und geringen Displayrändern hinterlässt, befindet sich ein weiterer Bildschirm auf der Rückseite mit 5,1 Zoll und HD+-Auflösung. Hier soll es sich um ein OLED-Panel handeln. Das zweite Display lässt sich beim Umdrehen des Smartphones mit Blick auf die Rückseite durch einen Klick auf den Powerbutton an der rechten Gehäuseseite aktivieren. Richtet der Nutzer seinen Blick auf das "Haupt"-Display behält der Powerbutton seine ursprüngliche Funktionsweise. Das zweite Display sieht allerdings ein wenig so aus, als hätte es jemand mit einem Projektor auf die Gehäuserückseite des Nubia X geworfen, wodurch die Helligkeitsdarstellung ein wenig leidet, sprich: Der Rücken-Screen mutete ein wenig dunkel an.

Mit der Hauptkamera und dem zweiten Display werden Selfies erzeugt
Mit der Hauptkamera und dem zweiten Display werden Selfies erzeugt
Jetzt wird es spannend: Der zweite Screen ermöglicht den Verzicht auf eine Selfie-Kamera im vorderen Display, wodurch a) weder eine Notch, noch ein Display-Loch noch ein breiterer oberer Displayrand den Blick stören und b) wird schlicht die Dual-Hauptkamera aus 24- und 16 Megapixeln zur Selfie-Cam umfunktioniert. Das rückseitige Display dient entsprechend als Screen. Im Rahmen des Hands-ons machten wir ein Testfoto. Auf dem zweiten Screen sah das Ergebnis nicht wirklich scharf aus, aber das muss es auch nicht unbedingt, es lässt sich auch auf dem vorderen Screen betrachten. Über die doppelseitigen Fingerabdrucksensoren, die das Gerät haben soll, können wir nichts sagen, weil der Bereich des Demogeräts von einem Sicherheits-Clip verdeckt war.

Nubias Umsetzung ist innovativ. Auch wenn die Wahrnehmung der zweiten Display-Auflösung nicht unbedingt den Angaben auf dem Datenblatt entspricht, ein zweiter Blick ist das Smartphone - vor allem für den ab-400-Euro-Preis - einen zweiten Blick wert.

Nubia mini 5G

Benutzeroberfläche in Windows-95-Optik: Naja
Benutzeroberfläche in Windows-95-Optik: Naja
"5G is On" sagte der Elektronikhersteller Huawei auf einer MWC-Pressekonferenz und stellte mit dem Mate X ein 5G-fähiges flexibles Smartphone vor, genau wie Samsung mit der 5G-Version des Galaxy S10 und dem faltbaren Galaxy Fold, das es ebenfalls in einer 5G-Version geben soll.

Nubia mischte ein kleines Gerät einfach so auf seiner Ausstellungsfläche dazu. Das Nubia mini 5G ist ein leichtes, kleines Gerät, das völlig unscheinbar daherkommt. Viel ist über das Gerät auch noch gar nicht bekannt, schon gar kein Preis, es soll aber im April für den europäischen Markt zur Verfügung stehen. Die Software basiert zwar auf Googles aktuellem Android 9 Pie, Homescreen und Menü sehen aber eher aus wie Windows 95.

Das Menü des Nubia mini 5G wirkt altbacken
Das Menü des Nubia mini 5G wirkt altbacken
Dafür ist die Hardware mit Qualcomms Snapdragon 855 und Qualcomms-5G-Modem SDX50M sowie 6 GB RAM und 64 GB ROM Oberklasse. Auf der Rückseite gibt es eine Dualkamera mit 48 und 8 Megapixeln. Sonst lässt sich nicht viel über das sehr handliche Gerät sagen. Wir vermuten ein 5,8 Zoll-Display ähnlich wie beim Samsung Galaxy S10e. Das Nubia mini 5G liegt sehr leicht und komfortabel in der Hand.

Nubia RedMagic Mars

Das Nubia RedMagic Mars von vorne
Das Nubia RedMagic Mars von vorne
Auch nicht mehr ganz taufrisch ist das Nubia RedMagic Mars, es aber mal live in der Hand zu halten, war dafür umso interessanter. Das Gerät soll auch bald in Europa erscheinen und mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 399 Euro zu Buche schlagen. Dafür erhalten Käufer ein Smartphone mit Snapdragon-845-Prozessor und ein 6 Zoll-Display mit HD+-Auflösung (2160 x 1080 Pixel). Schaut man sich den Rest der verfügbaren technischen Daten am Messestand an, bemerkt man einen Mix aus Oberklasse und Mittelklasse. So sind drei Speicherausführungen - 6 GB/ 64 GB, 8 GB/128 GB und sogar 10 GB/256 GB - möglich, dafür gibt es aber "nur" eine Single-Kamera mit 16 Megapixel auf der Rückseite (Front: 8 Megapixel). Der Akku ist mit 3800 mAh genauso groß wie der des Nubia X.
Futuristische Rückseite des Nubia RedMagic Mars mit Single-Kamera
Futuristische Rückseite des Nubia RedMagic Mars mit Single-Kamera
Interessant ist eine besondere Kühlungstechnik, die Nubia als AirLiquid and ICE Multidimensional Cooling Technology" bezeichnet. Das ist besonders interessant für Gamer, die das Smartphone für aufwendige Applikationen benutzen. Die Rückseite ist aus einem Aluminium-Guss und wirkt beinahe wie ein aufgesetztes Case, fühlt sich aber sehr gut in der Hand an. Die Rückseite, besonders der schwarzen Farbvariante wirkt futuristisch, daran muss man schon Interesse haben, weil es nicht für jeden etwas ist. Auf der Rückseite leuchtet zusätzlich ein LED-Streifen, Features, die es oft bei Produkten in der Gaming-Welt gibt.

Neben Nubias Smartphone-Clique haben wir auf dem Mobile World Congress noch eine andere Smartphone-Familie besucht. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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