Technologie

Nokia: So funktioniert Voice over Wi-Fi in der Praxis

Wifi-Calling erlaubt Telefonate per WLAN ohne App und Registrierung und mit einer nahtlosen Übergabe von Gesprächen ins Mobilfunknetz. In einem Video erläutert Nokia die Technik.

Voice over Wi-Fi in einem Video von Nokia Voice over Wi-Fi in einem Video von Nokia
Bild: Nokia Networks
Voice over Wi-Fi, Wifi-Calling, WLAN-Telefonie: Noch hat sich kein endgültiger Begriff durchgesetzt für das Telefonieren per WLAN, beispielsweise dann, wenn kein Mobilfunknetz oder mobiles Datennetz zur Verfügung steht. Und es darf auch nicht verwechselt werden mit VoIP, weil dafür in der Regel die Registrierung bei einem VoIP-Anbieter und manchmal die Installation einer separaten App notwendig ist.

In einem Video demonstriert Nokia, wie reibungslos die Telefonie per WLAN zukünftig funktionieren könnte und welche Vorteile sie bietet. Das Video ist schon seit einem Monat auf YouTube, hat mit unter 1000 Views bislang aber nur wenig Aufmerksamkeit gefunden, woraufhin Nokia es nochmals auf Twitter gepostet hat.

Gespräch bricht bei Wechsel zum Mobilfunknetz nicht ab

Voice over Wi-Fi in einem Video von Nokia Voice over Wi-Fi in einem Video von Nokia
Bild: Nokia Networks
Ein Kernpunkt des Videos ist, dass für Wifi-Calling keine separate Software installiert und kein Account registriert werden muss. Was Nokia nicht ganz klar sagt: Voice over Wi-Fi muss vom Netzbetreiber angeboten werden und selbstverständlich müssen es auch die Smartphones unterstützen. Denn nur dann ist das gegeben, was Nokia in dem Video verspricht: Die nahtlose Übergabe eines laufenden Telefonats von einem Mobilfunknetz ins WLAN und umgekehrt.

Viele Kunden empfinden es nicht nur als Nachteil, dass sie für VoIP eine separaten App wie Skype oder WhatsApp installieren müssen, ein Hindernis kann es auch sein, wenn der Mobilfunkprovider VoIP verbietet, technisch aussperrt - oder wenn das monatlich inkludierte Highspeed-Datenvolumen durch IP-Telefonie viel zu schnell verbraucht wäre.

Im Video ist zu sehen, wie ein Mann im Keller eines Gebäudes einen Handyanruf erhält und dann erst feststellt, dass es an seinem Platz gar keinen Mobilfunkempfang gibt. Von der Anruferin bekommt er dann erklärt, dass er an seinem Standort gerade per Wi-Fi telefoniert, weil sein Smartphone ins WLAN eingebucht sei. Der Mann antwortet, er habe gar keine separate Telefonie-App installiert.

Daraufhin erfährt er nicht nur, dass eine separate App überflüssig ist, weil der Dienst direkt im Smartphone implementiert ist. Er bekommt auch vorgeführt, wie sich während des Gesprächs die Videokamera flexibel zu- und abschalten lässt. Außerdem wird erklärt, dass das Gespräch nicht abbrechen wird, wenn er vom Keller an die Oberfläche steigt, weil das Telefonat nahtlos ins Mobilfunknetz übergeben wird.

Vorteilhaft könnte die Technik auch an Standorten sein, wo der Aufbau eines Mobilfunknetzes sehr komplex sein kann, aber vielleicht bereits ein WLAN-Netz existiert. Dies kann der eigene Keller sein, aber auch eine U-Bahn-Station.

Erste Netzbetreiber bieten Dienst bereits an

In früheren Berichten haben wir erläutert, welche Voraussetzungen für die Telefonie per WLAN gegeben sein müssen und welche Netzbetreiber den Dienst bereits anbieten.

In Deutschland ist Wifi-Calling bislang nur rudimentär angekommen, in Europa hat die Swisscom als einer der ersten Netzbetreiber die Technik angekündigt. Dabei ist Wifi-Calling nicht kostenlos: Die Telefonate werden wie gewohnt nach Tarif berechnet oder auf ein Minutenkontingent angerechnet. Die meisten Android-Smartphones, Windows Phone und iOS ab Version 8 unterstützen die Technik.

Der schweizerische Netzbetreiber Salt (ehemals Orange) startete im Juli mit Wifi-Calling. Einen ähnlichen Dienst bietet o2 seit August, allerdings muss dazu noch eine separate App installiert werden. In einer Bilderübersicht haben wir seinerzeit Eindrücke von diesem Dienst auf Android vermittelt, später dann auch von der Nutzung auf dem iPhone. Ähnlich wie Nokia Networks bietet auch Ausrüster Ericsson die Technik für interessierte Netzbetreiber an.

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