5G-Vorschau

Nokia: 850 MBit/s im 4,5G-Testnetz erreicht

Erste 5G-Techniken werden bereits testweise in die jetzigen LTE-Netze implementiert. Nokia hat zusammen mit der Telekom Austria in Slowenien Datenraten von über 850 MBit/s erreicht.
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Telematik-Lösungen bei der Telekom AustriaTelematik-Lösungen spielen schon jetzt bei der Telekom Austria eine wichtige Rolle Für den LTE-Nachfolger 5G werden keine komplett neuen Netze aufgebaut. Stattdessen werden die jetzigen LTE-Netze um neue Komponenten erweitert. Obwohl der kommende Mobilfunkstandard noch nicht final standardisiert ist, führen Netzausrüster und Netzbetreiber erste Tests mit LTE-Nachfolgetechniken durch.

Die neuen Techniken, die testweise in die jetzigen LTE-Netze implementiert werden, werden von den Beteiligten daher auch noch nicht als "5G", sondern als "4.5G" bezeichnet. Einen solchen Test hat nun Nokia zusammen mit der Telekom Austria durchgeführt.

Feldversuch fand in einem LTE-Live-Netz statt

Letztendlich geht es bei 5G gar nicht nur um höhere Geschwindigkeiten, sondern um eine deutlich verrringerte Latenzzeit als bei LTE. Das soll beispielsweise telemedizinischen Anwendungen oder dem vernetzten Fahren zugute kommen.

Trotzdem stellen die Netzbetreiber und ihre Ausrüster in der Öffentlichkeit natürlich gerne ihre mit 4.5G-Technik erzielten Geschwindigkeitsrekorde in der Öffentlichkeit heraus. Eine derartige Spitzengeschwindigkeit haben die Telekom Austria und Nokia nun gemeinsam im LTE-Live-Netz von A1 Slovenija erzielt. Der Versuch fand am Areal von A1 Slovenija in Ljubljana statt.

Bei mehreren Messungen wurde im Download eine Datenrate von mehr als 850 MBit/s gemessen, in der Spitze sogar 877,5 MBit/s. Das ist schon recht nahe an der von den 5G-Entwicklern propagierten Gigabit-Geschwindigkeit dran.

Die Grundlage für diesen Geschwindigkeitsrekord war die 4.5G-PRO-Technik von Nokia, deren Kern die für 5G vorbereitete Basisstation vom Typ "AirScale" ist. A1 Slovenija und Nokia erreichten die hohe Geschwindigkeit, indem sie zwei Frequenzbänder kombinierten und das Modulationsformat 256 QAM auf beiden Frequenzbändern sowie die 4x4-MIMO-Technik im Downlink eines Frequenzbandes nutzen. Für den Versuch wurden 35 MHz auf Band 7 (2600 MHz) und 20 MHz auf Band 3 (1800 MHz) verwendet. Das Frequenzband 7 wurde zusätzlich mit 4x4 MIMO im Downlink unterstützt.

Die Telekom Austria Group verfolgt wie viele andere Netzbetreiber weltweit das Ziel, im Jahr 2020 kommerziell mit dem 5G-Betrieb zu starten.

Wichtige Hintergrundinfos und die neuesten Meldungen zum LTE-Nachfolger lesen Sie auf unserer Übersichtsseite zu 5G.

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