Bilanz

Nokia mit weniger Gewinn und Kampfansage an Apple

Gute Verkaufserfolge bei Smartphone - allerdings am "billigen Ende"
Von dpa / Thorsten Neuhetzki

Nokia muss härter denn je um seine Führungsposition auf dem weltweiten Handy-Markt kämpfen. Unmittelbar nach traumhaften Gewinnzahlen des iPhone-Herstellers Apple hat das finnische Handy-Unternehmen schrumpfende Erträge gemeldet. Im zweiten Quartal konnte Nokia nur 227 Millionen Euro gegenüber 380 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum einfahren - ein Rückgang um 40 Prozent. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf zehn Milliarden Euro.

Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo sagte zum Kampf um zahlungskräftige Smartphone-Kunden: "Mit unseren neuen Modelle werden wir per Kickstart zurückschlagen." Dem für das dritte Quartal angekündigten Modell N8 mit Nokias neuem Symbian-System sollen "sehr bald" weitere Smartphones der gehobenen Klasse folgen.

Kallasvuo hob in Espoo bei Helsinki die bereits erzielten Verkaufserfolge seines Unternehmens auf dem besonders heftig umkämpften Markt für Smartphones heraus. Auf diesem Teilmarkt hat Nokia in den abgelaufenen drei Monaten 24 Millionen Stück und damit 42 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2009 verkauft - allerdings vorrangig am weniger lukrativen "billigen Ende".

Durchschnittspreis eines verkauften Handys bei 61 Euro

Nokia Foto: dpa Nach eigenen Angaben beträgt der Marktanteil für das finnische Unternehmen bei Smartphones wie zwölf Monate zuvor 41 Prozent. Bei Handys generell hat Nokia nur noch einen Anteil von 33 Prozent. Kallasvuo wies in einem TV-Interview Gerüchte über seine bevorstehende Ablösung an der Nokia-Spitze zurück. Das jahrelang souverän auf dem Handy-Markt führende Unternehmen gilt trotz des hohen Marktanteils als angeschlagen gegenüber Konkurrenten wie Apple und Google im Kampf um den lukrativen Absatz hochpreisiger Smartphones. Der Durchschnittspreis für alle 111 Millionen abgesetzten Handys im zweiten Quartal betrug 61 Euro und lag damit drei Euro unter dem zwölf Monate zuvor ermittelten Wert.

Sorgenkind für Nokia bleibt weiterhin die gemeinsam mit Siemens betriebene Netzwerksparte. Nokia Siemens Networks schrieb im zweiten Quartal einen leichten operativen Gewinn von 51 Millionen Euro gegenüber zwei Millionen Euro zwölf Monate zuvor. Der Umsatz fiel um 5 Prozent auf drei Milliarden Euro. Für dieses Jahr korrigierte Nokia seine Erwartung steigender Marktanteile bei flachem Branchenwachstum nach unten: Man strebe nur noch konstante Marktanteile an.

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